Samstag, 22. Oktober 2011 - 17:32 Uhr
Borussias Trainer Lucien Favre musste in Sinsheim auf Kapitän Filip Daems verzichten, der aufgrund eines grippalen Infekts nicht auflaufen konnte. Für den Belgier übernahm, wie schon beim letzten Auswärtsspiel in Freiburg, Oscar Wendt die Rolle des Linksverteidigers.
Ansonsten blieb die Formation gegenüber dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen vor einer Woche unverändert. Raúl Bobadilla, zuletzt immer eingewechselt, stand aufgrund seines Muskelfaserrisses genauso wie der noch länger verletzte Igor de Camargo nicht zur Verfügung.
Die Borussen starteten ordentlich in die Partie, meldeten sich gleich zu Beginn zweimal vor dem Tor der Gastgeber. Zunächst spielte Arango in den Lauf von Reus, der aus 18 Metern flach am Tor vorbei zielte (3.). Dann probierte es Arango nach Ablage von Neustädter aus halblinker Position vor dem Strafraum. Der Ball segelte ebenfalls am Kasten vorbei (4.).
Borussia war in den ersten Minuten besser, ohne sich jedoch offensiv nochmals in Szene setzen zu können. In der Folgezeit wurde Hoffenheim dann stärker und beide Teams neutralisierten sich weitestgehend im Mittelfeld. Die Gastgeber brauchten meist zu lange, um ihre Kombinationen aufzuziehen, wogegen die Gladbacher ihrerseits nach Ballgewinnen einen Fehlpass nach dem anderen produzierten.
Hoffenheim kam um die zwanzigste Minute herum etwas auf und zu drei Halbchancen. Firminho (17.) schoss flach am Tor vorbei, Babel scheiterte aus spitzem Winkel an ter Stegen, nachdem er Jantschke enteilt war (18.). Und Ibisevic probierte es kurz darauf ebenfalls, verfehlte das Gladbacher Tor aber deutlich.
Knapper war es da in der 21. Minute, als Ibisevic zum Kopfball kam, den Ball allerdings genau in die Arme von ter Stegen bugsierte.
Etwas später kam Ibisevic nochmals zum Abschluss, sein Flachschuss aus spitzem Winkel klärte ter Stegen (34.).
Die Gladbacher blieben dagegen offensiv alles schuldig. Weiter gab es viele ungenaue Abspiele, vorne versprangen die Bälle regelmäßig. Bezeichnend eine Aktion, als Arango fein in den Lauf von Reus spielte, der relativ frei im Strafraum das Spielgerät nicht unter Kontrolle bekam.
So ging es nach einer vor allem aus Sicht der Fohlen ‚verschnarchten‘ ersten Halbzeit mit einem torlosen Remis in die Kabinen.
Zur zweiten Halbzeit schienen die Borussen wacher und kamen gleich zur ersten – und letztlich auch einzigen – Torchance. Oscar Wendt setzte sich auf der linken Seite nach Doppelpass mit Reus gut durch, seine Hereingabe in die Mitte bugsierte Herrmann mit dem Knie genau in die Arme von Hoffenheims Keeper.
Diese Aktion war allerdings nur ein Strohfeuer, denn fortan pendelte sich das Spiel wieder auf dem Niveau des ersten Durchgangs ein. Jede Menge Ungenauigkeiten in den Aktionen nach vorne sorgten dafür, dass sich die Borussen nicht mehr wirklich gefährlich vor dem Hoffenheimer Kasten zeigten.
Auf der anderen Seite machte auch die Hoffenheimer nicht wirklich den Eindruck, als ob sie die Partie gewinnen wollten. Doch den Kraichgauern sollte es gelingen, weil der eigentlich soliden Gladbacher Abwehr in der 56. Minute gleich eine Fehlerkette unterlief. Zunächst wurde die Flanke von Braafheid von Borussias rechter Seite trotz Überzahl nicht unterbunden. Dann sprang Dante in der Mitte unter dem Flankenball hindurch und Wendt rückte nicht rechtzeitig genug ein. Der freistehende Johnson hätte schon profitieren können, doch er traf das Leder nicht. Dies fiel vor die Füße von Ibisevic, der schnell reagierte und die Kugel an dem aus seinem Kasten herausstürzenden ter Stegen ins Tor schoss.
ter Stegen verletzte sich bei dieser Aktion, konnte aber nach kurzer Behandlung weiterspielen. Nach dem Rückstand waren die Borussen nun aktiver und versuchten nach vorne zu spielen. Der Einsatz stimmte, allerdings waren die Bemühungen weiterhin zu fehlerbehaftet und damit letztlich zu harmlos.
Daran änderten auch die Wechsel nicht, die Lucien Favre vollzog. Nach 75 Minuten kamen Joshua King und Thorben Marx für Herrmann und Nordtveit, später noch Yuki Otsu für Hanke und damit zu seinem Bundesligadebüt.
Während sich die Fohlen vor einer Woche gegen Leverkusen noch eine Unmenge an Torchancen erspielen konnten, klappte diesmal überhaupt nichts. Da Hoffenheim zudem die Kontergelegenheiten nicht konsequent vollendete, blieb es am Ende beim ‚Standardergebnis‘ von 0:1 bei Gladbacher Niederlagen in dieser Saison. Die Leistung war allerdings dünn wie lange nicht mehr …
Kurzstatistik zum Spiel:
1899 Hoffenheim : Haas - Beck, Vorsah, Compper, Braafheid – Johnson (68. Musona), Williams – Babel, Roberto Firmino (76. Obasi), Sigurdsson – Ibisevic (88. Vestergaard)
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Wendt – Nordtveit (75. Marx), Neustädter – Herrmann (75. King), Arango – Reus, Hanke (83. Otsu)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Brouwers, Zimmermann, Rupp
Tor: 1:0 Ibisevic (56.)
Gelbe Karten: Beck - Stranzl, Jantschke, Dante
Schiedsrichter: Christian Dingert (Thallichtenberg)
Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)