Donnerstag, 20. Oktober 2011 - 17:29 Uhr
Schenkt man der Statistik glauben, könnten sich die Gladbacher die Fahrt in beschauliche Sinsheim getrost sparen. Denn in fünf Anläufen gelangen bisher lediglich zwei Unentschieden und noch kein einziger Sieg. »Hoffenheim ist kein Angstgegner. Die Spiele dort liefen immer recht skurril und die Ergebnisse waren für uns oft unglücklich«, will Sportdirektor Max Eberl im Vorfeld der Partie nichts von einem ‚Hoffenheimfluch‘ wissen.
Abgesehen von der Negativbilanz, beeindrucken Sportdirektor und Trainer viel mehr die letzten Auftritte der TSG. »Sie haben große Qualität im Sturm und Mittefeld«, sieht Lucien Favre die Stärken des kommenden Gegners vor allem in der Offensive. Die vom Schweizer angesprochene Offensivqualität der Kraichgauer, die besonders in den bisherigen Heimspielen zum Tragen kam, bekamen unter anderem schon der FC Bayern und Borussia Dortmund in dieser Saison zu spüren. Während die Bayern mit einem 0:0 noch gut bedient waren, musste der Deutsche Meister sogar ohne Punkte die Heimreise antreten.
Um endlich den ersten Sieg in der Rhein-Neckar-Arena zu erringen, müssen die Borussen aber nicht nur Spieler wie Babel oder Ibisevic in den Griff bekommen, sondern vor allem an der bis dato mangelhaften Chancenverwertung arbeiten. Da sich mit Raúl Bobadilla bereits der dritte Stürmer in das Lazarett einreiht, gehen seinem Trainer so langsam die Alternativen aus. »Ich mache mir keine Sorgen, wir haben viele Spieler die Tore schießen können. Das betrifft nicht nur die Stürmer, sondern auch Mittelfeld und Abwehr«, bemüht sich Favre Optimismus zu verbreiten.
Dabei steht für den Erfolgscoach allerdings viel mehr das Herausspielen von Möglichkeiten im Vordergrund. »Wir werden auch weiterhin unsere Chancen bekommen und das ist das Wichtigste für mich!«, reagiert der Schweizer auf die schwache Torausbeute mit Trotz.
Zwei die sich zwar in dieser Saison zahlreiche dieser Möglichkeiten spielerisch erarbeiten, aber sie schließlich nicht verwerten können, sind Mike Hanke und Marco Reus. Nach dem Ausfall von Bobadilla dürfte das Duo zumindest auch für die nächsten beiden Partien gegen Hoffenheim und das Pokalspiel in Heidenheim gesetzt sein.
Obwohl Hanke gegen Leverkusen nicht wirklich als klassischer Mittelstürmer agierte, scheint der kantige Joshua King erneut keine Alternative für die Startelf zu sein. »Hanke und Reus verstehen sich gut, es ist für mich kein Problem da eine Lösung zu finden«, ließ sich Favre zumindest hinter vorgehaltener Hand ein wenig in die Karten gucken.
Ob dagegen das Wechselspiel zwischen den beiden Sechsern Nordtveit und Marx weiterfortgeführt wird, ließ Favre erneut offen. »Ich habe 20 Spieler und da sind Wechsel ganz normal«, rechtfertigt er seine Aufstellungen. Patrick Herrmann dürfte nach starker Leistung, die er sogar mit einem Treffer krönte, wahrscheinlich wieder auf der rechten Seite beginnen.
Somit gilt es für die Borussia in Sinsheim endlich die Serie zu durchbrechen, um die hervorragende Ausgangssituation aus den ersten neun Spieltagen nicht zu verlieren. Denn bei einer Niederlage könnten die bislang auf Rang 9 liegenden Hoffenheimer bis auf einen Punkt an die Borussia heranrücken …