Samstag, 15. Oktober 2011 - 17:25 Uhr
Borussias Trainer Lucien Favre musste im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen auf den verletzten Igor de Camargo verzichten. Für den Brasil-Belgier rückte Patrick Herrmann in die Startelf, der sich auf der rechten Seite einfand, während Marco Reus als zweite Spitze agierte.
Gegenüber der Niederlage beim SC Freiburg war Kapitän Filip Daems wieder an Bord und ersetzte Oscar Wendt. Neu in der ersten Elf zudem Håvard Nordtveit, Thorben Marx nahm auf der Bank Platz. Dort saß zum ersten Mal der Japaner Yuki Otsu.
Die Borussen starteten ordentlich in die Partie und kamen nach zwei Minuten bereits zu einer ersten guten Gelegenheit. Arango spielte einen wunderbaren langen Pass in den Lauf von Reus, der den Ball schön mitnahm, dann jedoch nicht am aus seinem Tor herausstürzenden Bernd Leno vorbei kam.
In der Folgezeit präsentierte sich allerdings der Gast aus Leverkusen als das reifere und bessere Team. Die Farbenstädter standen sehr hoch und setzten die Gladbacher im Spielaufbau früh unter Druck. So gab es kaum gefährliche Spielzüge der Fohlen, während Leverkusen den Ball einige Male gefällig laufen ließ. Zu Chancen kamen die Gäste zunächst allerdings auch nicht.
Die nächste Torgelegenheit verzeichneten die Borussen, als Mike Hanke nach einer schönen Aktion Marco Reus mit einem feinen Pass auf die Reise schickte. Dessen Schuss aus halbrechter Position aufs lange Eck wurde sichere Beute von Leno (17.).
Auf der anderen Seite wurde Leverkusen zwingender. Nach einem Steckpass von Schürrle scheiterte Sam alleine vor ter Stegen, der den Flachschuss zur Ecke lenken konnte. Aus dieser resultierte dann allerdings der Führungstreffer für Bayer. Den von Kadlec getretenen Eckstoß köpfte Ballack ziemlich unbedrängt an den kurzen Pfosten, wo Reinartz aus wenigen Metern abstaubte und das Leder über die Linie drückte (20.).
Es war eine nicht unverdiente Führung der Dutt-Truppe, die auch in den nächsten Minuten das bessere Team war. Erst nach und nach fanden die Borussen wieder in die Spur und starteten eine fulminante Schlussoffensive vor dem Pausenpfiff. Zunächst nagelte Hanke nach schönem Anspiel von Arango den Ball aus spitzem Winkel ans Lattenkreuz (37.), dann setzte sich Reus im Anschluss an einen Hackentrick von Hanke mit etwas Glück gegen mehrere Gegenspieler durch, verpasste mit seinem Schuss aus 10 Metern ganz knapp (39.).
Drei Minuten später führte Arango einen Freistoß schnell aus und passte flach in den Strafraum auf Reus, dessen Schuss aufs kurze Eck erneut sichere Beute von Leno wurde. Der ließ zwei Minuten später einen Schuss von Herrmann von der rechten Seite prallen, Hanke kam zum Rebound einen halben Schritt zu spät.
Zur zweiten Halbzeit machten die Borussen da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten. Herrmann passte auf Reus, der sich wieder mit etwas Glück durchsetzte und alleine durchstartete. Doch wie so oft in den letzten Wochen schaffte es Reus nicht, das Tor zu machen - er scheiterte am Keeper (47.).
Borussia war nun das klar bessere Team und hatte durch Hanke die nächste Chance, der nach Arango-Zuspiel am langen Pfosten vorbei zielte (57.).
Der Druck der Borussen stieg stetig und in der 65. Minute wurden sie mit dem verdienten Ausgleich belohnt. Ein langer Ball von Arango erreichte Marco Reus, der Leno umkurvte und – endlich – seinen Treffer markierte.
Nach diesem Tor wurde es hektisch im Borussia-Park. Gonzalo Castro ließ sich zu einer Schiedsrichterbeleidigung hinreißen und wurde mit der Roten Karte des Feldes verwiesen (68.). Und nur vier Minuten später nutzten die Borussen die Überzahl zum Führungstreffer. Erneut war es Arango mit einem langen Ball, diesmal auf Patrick Herrmann. Der lief alleine auf Leno zu und überlupfte den Keeper von der Strafraumgrenze zum 2:1.
Das Spiel war also gedreht und in Überzahl schienen die Gladbacher die Sache im Griff zu haben. Allerdings gingen sie etwas leichtfertig mit den guten Möglichkeiten um, die sich noch ergaben. Die Angriffe wurden letztlich nicht konsequent genug zu Ende gespielt, so dass bis in die Schlussphase eng blieb.
Und da Leverkusen auch mit einem Spieler weniger über Qualität verfügt, musste der VfL noch den Ausgleich hinnehmen. André Schürrle zog von Borussias rechter Seite parallel zum 16er nach innen und ließ einen Sonntagsschuss am Samstagnachmittag los, der genau im Torwinkel einschlug (87.).
Und weil Marco Reus in der Nachspielzeit aus fünf Metern halbrechts erneut an Bernd Leno scheiterte, musste sich der VfL am Ende mit dem 2:2-Remis zufrieden geben.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Nordtveit, (69. Marx), Neustädter – Herrmann (74. Bobadilla), Arango – Reus, Hanke
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Brouwers, King, Wendt, Otsu
Bayer Leverkusen: Leno - Castro, Schwaab, Reinartz, Kadlec - L. Bender, Balitsch – Sam (67. Derdiyok), Ballack (61. Rolfes), Schürrle - Kießling
Tore: 0:1 Reinartz (20.), 1:1 Reus (65.), 2:1 Herrmann (72.), 2:2 Schürrle (87.)
Gelbe Karten: Arango, Stranzl – Reinartz, Ballack, Balitsch, Kießling
Rote Karte: Castro (68.).
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Zuschauer: 52.858