Donnerstag, 13. Oktober 2011 - 14:02 Uhr
Trotz des endlich geglückten Länderspieldebuts von Marco Reus, scheinen die Länderspielreisen der Borussen mehr Fluch als Segen. Während sich Dauerpatient Igor de Camargo im Training der belgischen Nationalmannschaft einen Teilabriss des Innenbandes zuzog, sitzt Juan Arango nach dem Sensationssieg gegen Argentinien in Venezuela fest. »Juan kommt leider erst morgen aus Venezuela zurück, weil es Probleme mit seinem Lufthansa Flug gab. Wir haben ihn eigentlich heute Nachmittag zurückerwartet«, verkündete Lucien Favre die nächste schlechte Nachricht.
Ob Leistungsträger Arango wenigstens rechtzeitig zum morgigen Abschlusstraining erscheint und somit für das Spiel gegen Leverkusen in Frage kommt, ist derzeit noch fraglich. »Ich hoffe er kommt schnell zurück und kann am Samstag spielen, aber ich muss erst mit ihm sprechen«, bemühte sich Favre optimistisch zu bleiben. Entwarnung gab der Schweizer dagegen bei Raúl Bobadilla, der verletzungsbedingt die letzten drei Trainingseinheiten verpasste. »Er hat gestern und Dienstagnachmittag gar nicht trainieren können. Heute hat er ein leichtes Training absolviert. Ich denke, dass er Samstag spielen kann«.
Allerdings ließ der Erfolgscoach weiter offen, wer die Lücke von Igor de Camargo im Sturmzentrum schließen soll. Ähnlich wie die Frage ob Raúl Bobadilla nach der Verletzung des Belgiers gesetzt sei, beantwortete Favre die Frage nach einem möglichen Bundesligadebuts des gegen Gent stark aufspielenden Yuki Otsu, mit einem kurzen: »Ich weiß es noch nicht!« Auch die Startelfperspektiven für Patrick Herrmann, der entweder Arangos Platz oder den des gegebenenfalls nach vorne beorderten Marco Reus einnehmen könnte, wollte der Trainer nicht weiter kommentieren. »Ich habe seine Leistung und seine Tore bei der U-20 gesehen. Ich kenne sein Potenzial, aber er ist ein sehr junger Spieler«, wollte Favre keine allzu großen Hoffnungen beim 20-jährigen wecken.
Neben den Personalsorgen verspricht auch die Heimbilanz gegen die Werkself zumindest auf dem Papier nichts Gutes. Denn der letzte Heimsieg liegt bereits rund 22 Jahre zurück. Nach durchwachsenem Start, der in einer 1:4 Derbyniederlage gegen den 1. FC Köln gipfelte, fand die Mannschaft von Trainer Robin Dutt zuletzt in die Erfolgsspur zurück. Vor allem die Offensivstärke der Leverkusener beeindruckt Favre. »Sie sind Vizemeister und haben großes Offensivpotenzial, das mit der Verpflichtung von Schürrle noch einmal gestiegen ist«.
Auch Sportdirektor Max Eberl will sich vom missglückten Saisonstart des Gegners nicht blenden lassen. »Leverkusen ist ein absolutes Topteam und wird auch in dieser Saison wieder oben mitspielen. Sie sind der amtierende Vizemeister und wir kommen von Tabellenplatz 16«, sieht Eberl den rheinischen Rivalen trotz der aktuellen Tabellensituation keinesfalls auf Augenhöhe.
Dass sich die Borussia mit den schweren Spielen gegen Leverkusen, Hoffenheim und Hannover in einer entscheidenden Phase der Saison befindet, steht für den Sportdirektor außer Frage. »Jetzt kommen die Messlatten, die uns dann auch den Weg in dieser Saison weisen«. Im Gegensatz dazu, will Trainer Lucien Favre nichts von einem zusätzlichen Druck wissen. »Wir haben ein schweres Programm vor uns, aber wir nehmen jeden Gegner wie er kommt«, sieht der Schweizer den kommenden Aufgaben gelassen entgegen.
Allerdings dürfte auch Favre klar sein, dass nach der unnötigen Niederlage gegen Freiburg und drei schweren Gegnern in der Bundesliga sowie dem Pokalspiel in Heidenheim, in den kommenden Wochen die Weichen für den weiteren Saisonverlauf gestellt werden.