Samstag, 01. Oktober 2011 - 18:19 Uhr
Obwohl Trainer Lucien Favre auf die zuletzt angeschlagenen Marx und Neustädter wieder zurückgreifen konnte, musste der Schweizer kurz vor Beginn der Partie gegen den SC Freiburg seine Aufstellung noch einmal ändern. Der Ausfall von Mannschaftskapitän Filip Daems, der aufgrund einer entzündeten Wunde zum Zuschauen verdammt wurde, ermöglichte das Bundesligadebut von Neuzugang Oscar Wendt.
Mit dem Anpfiff entwickelte sich gleich eine packende Partie. Während der SC Freiburg vor allem durch hart geführte Zweikämpfe versuchte ins Spiel zu kommen, waren die Gladbacher bemüht, das Geschehen in Form von Ballbesitz zu kontrollieren.
In einem zunächst offenen Schlagabtausch setzte das Tabellenschlusslicht aus Freiburg bereits in der zweiten Minute ein erstes Ausrufezeichen. Nach verlorenem Zweikampf von Stranzl gegen Cissé, gelangte der Ball zu Flum dessen Distanzschuss allerdings keine Gefahr brachte. Die Borussen schienen zunächst unbeeindruckt und antworteten in der 10. Minute mit einem flott ausgeführten Freistoß. Der schnelle Ball auf Marco Reus überraschte die Hintermannschaft der Freiburger, doch sein abgefälschter Schussversuch landete knapp über dem Tor.
Die folgende Ecke brachte die erste strittige Szene des Spiels ein. Die missglückte Hereingabe landete am rechten Strafraumeck vor den Füßen von Tony Jantschke. Als dieser zur Flanke ansetzte, hielt Freiburgs Stürmer Cissé den Schluppen drüber und hätte sich nach dieser Aktion sicher nicht über einen Strafstoß beschweren dürfen.
Doch trotz der ersten gefährlichen Aktion vor dem Tor von Oliver Baumann, zeigte sich die Borussia von dem mitunter hartgeführten Zweikampfverhalten und dem frühen Pressing der Breisgauer immer verunsicherter und verlor zunehmend den Faden. Vor allem die sonst so sichere Defensive, offenbarte, wohl auch durch die unvorhergesehene Hereinnahme von Oscar Wendt, zahlreiche Schwächen.
So entstand auch der zu diesem Zeitpunkt nicht ganz unverdiente Führungstreffer der Gastgeber. In der 19. Spielminute klärte Jantschke eine Hereingabe der Freiburger genau vor die Füße von Johannes Flum, der wie schon in der 2. Minute einfach abzog. Den erneut harmlosen Schuss fälschte Thorben Marx unhaltbar für seinen Torwart ab. Abgesehen von der missglückten Fussabwehr von Marx, hätte der Gegentreffer nach genauer Regelauslegung des passiven Abseits nicht zählen dürfen. Makiadi nahm ter Stegen im Moment des Schusses von Flum die Sicht und griff somit entscheidend ins Spielgeschehen ein.
Vom Führungstreffer sichtlich geschockt, wollte den Gladbachern in der ersten Hälfte nicht mehr viel gelingen. Zahlreiche Ballverluste im Mittelfeld ermöglichten den Freiburgern immer wieder Möglichkeiten, um die Führung auszubauen.
Mit Wiederanpfiff versuchte die Borussia den schnellen Ausgleich zu erzielen und hatte prompt in der 48. Minute die große Gelegenheit. Nach einem Klasse Zusammenspiel über Neustädter und de Camargo, erhielt Marco Reus völlig freistehend im Freiburger Strafraum den Ball. Sein überhasteter Schussversuch rutschte zum Leidwesen der mitgereisten Borussia-Fans über den Spann und verfehlte das Tor.
Wer nun eine Aufholjagd der Gladbacher erwartete, sah sich zunächst getäuscht. Nach fünf schwachen Minuten fand der Sportclub aus Freiburg zurück ins Spiel. In dieser Phase bewahrten nur die Abseitsstellungen des SC und der beste Borusse, Marc-André ter Stegen, die Mannen von Lucien Favre vor einem höheren Rückstand.
Im weiteren Verlauf der Partie mussten die Freiburger jedoch ihrem hohen Tempo aus der ersten Hälfte Tribut zollen und hielten so die Partie offen. Doch weder de Camargo (73. Minute) noch Dante (76. Minute) schlugen in aussichtsreicher Position Kapital aus der neu gewonnenen Überlegenheit.
Selbst Schiedsrichter Markus Schmidt schien am heutigen Tage den Gladbachern alles anders als wohl gesonnen. Nachdem bereits das straftstoßwürdige Foul von Cissé sowie die Abseitsstellung von Makiadi beim Gegentreffer ungeahndet blieben, sorgte eine mehr als fragwürdige gelbe Karte für Bobadilla, die eigentlich seinen bereits verwarnten Gegenspieler Krmas hätte treffen müssen, für Kopfschütteln auf Gladbacher Seite. Sowohl der fällige Freistoß in aussichtsreicher Position als auch der fällige Platzverweis für Krmas blieben aus.
Trotz einer über weite Strecken unglücklichen Partie, hätte Marco Reus seiner Mannschaft in der Nachspielzeit noch einen Punkt retten können. Doch der wiederholt von Jogi Löw nominierte Nationalspieler scheiterte am überragenden Freiburger Schlussmann Baumann.
So blieb es am Ende beim schmeichelhaften 1:0-Erfolg des SC Freiburgs, den sich Borussia Mönchengladbach vor allem aufgrund einer enttäuschenden ersten Halbzeit und der wieder einmal schwachen Chancenauswertung selbst zuzuschreiben hat.
Kurzstatistik zum Spiel:
SC Freiburg: Baumann - Mujdza, Barth (46. Butscher), Krmas, Bastians (81. Nicu) - Flum, Schuster – Abdessadki (91. Caliguri), Makiad ,Putsilla – Cissé
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke (81. Herrmann), Stranzl, Dante, Wendt – Marx (69. Nordtveit), Neustädter – Reus, Arango – Hanke (62. Bobadilla), de Camargo
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Zimmermann, Brouwers
Tore: 1:0 Flum (19.)
Gelbe Karten: Krmas, Flum – Marx, Bobadilla
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)