Donnerstag, 29. September 2011 - 14:11 Uhr
Nach zuletzt drei Siegen in Serie, 16 Punkten nach 7 Spieltagen und Tabellenplatz Drei, scheint die Partie der Borussia gegen den Letzten aus Freiburg, der nach drei äußerst schmerzhaften Niederlagen in Folge unter Erfolgsdruck steht, zumindest auf dem Papier wie eine klare Angelegenheit. Doch Trainer Lucien Favre wehrt sich gegen ein solches Schwarz-Weiß Denken.
»Ihre Leistung auf Schalke war sehr, sehr gut und es hätte eigentlich 4:1 für Freiburg ausgehen können. Ähnlich lief es für sie in Bremen«, will sich der Schweizer von den letzten Resultaten der Freiburger nicht blenden lassen. Aus diesem Grund klammerte er auch in seiner Vorbereitung auf das Spiel das desaströse 0:7 des Sportclubs bei den Bayern aus. »Ich wollte meinen Spielern bewusst nicht das 0:7 der Freiburger gegen die Bayern zeigen, da es nicht ihrer wahren Qualität entspricht. Sie stecken in einer Situation in der wir letzte Saison waren«, erinnert Favre an ähnliche Resultate seiner Mannschaft in der zurückliegenden Saison.
Die Qualität ist beim SC überwiegend in der Offensive in Person von Papiss Demba Cissé zu finden. Der Senegalese scheint nach überwundenem Frust über seinen gescheiterten Wechsel und zwei Treffern in den letzten beiden Partien wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. »Jeder in Deutschland weiß wie gut Cissé ist, aber sie haben auch andere gute Spieler«, sieht Favre seine Defensivabteilung gewarnt.
Aber bei allem Warnen gilt es für Borussias Erfolgscoach die eigenen Stärken in die Waagschale zu werfen und selbstbewusst aufzutreten: »Wir wollen so weitermachen wie bisher, d.h. wir wollen offensiv spielen und in jedem Spiel punkten ganz egal wie der Gegner heißt, ganz egal ob zuhause oder auswärts!«
Bei diesem Unterfangen muss der Schweizer allerdings am Samstag zumindest auf Mathew Leckie verzichten, der sich einen Muskelfaserriss zuzog und damit zwischen zwei bis vier Wochen ausfällt. Neben Leckie sind ebenfalls die Einsätze von Joshua King und Thorben Marx in Gefahr. Entwarnung gibt es dagegen bei Roman Neustädter. »Bei Neustädter sieht es für Samstag sehr gut aus, bei Marx und King wird das Abschlusstraining morgen entscheiden«, analysierte Favre die Personallage.
Ferner steht mit dem wiedergenesenen Roel Brouwers eine weitere Alternative zur Verfügung und somit reist die Borussia zumindest annähernd in Bestbesetzung in den Breisgau. Sollten Favres Spieler seine Siegermentalität, die stark an Oliver Kahn („Weiter, immer weiter“) erinnert, beherzigen und mit dem nötigen Respekt in die Partie gegen den SC Freiburg gehen, dann sollte einer Fortsetzung der Erfolgsserie auch am Samstag nichts im Wege stehen.