Sonntag, 25. September 2011 - 14:23 Uhr
Wie so häufig in dieser Saison erlebten die rund 52.000 Zuschauer am gestrigen Samstagnachmittag ein Geduldsspiel ihrer Mannschaft. So war es zum wiederholten Male die zweite Halbzeit, in der die Truppe von Lucien Favre die Partie zu ihren Gunsten entscheiden konnte.
Für die mit Martin Stranzl und Mike Hanke neuformierte Startelf, war es vor allem in der ersten Hälfte die erwartet schwere Aufgabe gegen defensive Nürnberger. »Wir haben gegen eine sehr organisierte Mannschaft gespielt, die für uns ganz schwer zu bespielen war. Hinten haben wir aber nichts zugelassen, darauf können wir aufbauen«, analysierte Torhüter ter Stegen das Spielgeschehen.
Doch auch gegen defensiv starke Nürnberger schaffte es die Borussia sich zahlreiche Großchancen herauszuspielen, ließ diese aber teilweise grob fahrlässig ungenutzt. Vor allem Marco Reus und Juan Arango in der ersten und Raúl Bobadilla in der zweiten Halbzeit hätten die verdiente Führung erzielen können. »Wir müssen vorne die Tore machen, sonst kann es sich auch irgendwann mal rächen«, haderte ter Stegen mit seiner Offensive.
Obwohl Reus die meisten Großchancen vergab, hatte der Mittelfeldantreiber letztendlich doch noch einen maßgeblichen Anteil am Erfolg seiner Mannschaft. Durch eines seiner unnachahmlichen Dribblings durch den gegnerischen Strafraum, bei dem er nur in Form eines Schubsers von Javier Pinola gestoppt werden konnte, bereitete Reus seinem Mannschaftkapitän den Elfmeter zur Führung. »Sicher hätte ich gerne heute getroffen, aber mir ist das eigentlich relativ egal wer trifft. Wir haben das Spiel heute gewonnen und das ist das was zählt«, wollte auch der gefoulte selbst nicht allzu hart mit sich ins Gericht gehen.
Den umstrittenen, aber aus Reus Sicht berechtigten Strafstoß (»Ich komme mit Tempo und spüre einen Stoß, den kann man also geben«), verwertete Filip Daems gewohnt souverän, auch wenn der starke Nürnberger Keeper Stephan noch seine Finger an den Ball brachte. »Ich bin nicht nervös beim Elfmeter, aber eine gewisse Anspannung ist natürlich dabei. Man darf auch nicht zu sicher sein«, sagte der Belgier nach seinem zehnten in Folge verwandelten Elfmeter in der Bundesliga.
Am Ende blieb es beim hochverdienten 1:0 Heimsieg, der aber trotz anhaltender Siegesserie nicht über die wiederholt auftretende Abschlussschwäche hinwegtäuschen darf. »Heute waren wir aber sicher nicht effizient genug, auch in Hamburg nicht. Im Gegenteil, wir hätten heute weit mehr als dieses eine Elfmetertor schießen müssen«, legte auch Trainer Lucien Favre den Finger in die Wunde.
Nichts desto trotz stand am Ende der nächste Sieg für den VfL. »Die drei Punkte haben wir geholt – und das ist das, was zählt. Wenn wir uns die Tore für die anderen Spiele aufbewahren, ist das ja umso besser«, zeigte sich Rückkehrer Martin Stranzl zufrieden.
Nun gilt es also an der Abschlussschwäche zu arbeiten und mit viel Selbstbewusstsein bei den angezählten Freiburgern etwas mitzunehmen, um die fast schon unheimliche Erfolgsserie fortzusetzen. »Wir haben momentan einen richtigen Lauf, wie ich ihn lange nicht erlebt habe. Wir wollen mehr und dafür müssen wir unsere Form so lange wie möglich halten!«, gab Kapitän Daems die Marschroute für die kommenden Wochen vor.