Sonntag, 18. September 2011 - 00:24 Uhr
TF: Die Erfolgsserie ging auch in Hamburg weiter. Welch ein Lauf, Roel. Wo führt das hin?
Roel Brouwers: Wenn du nach sechs Spielen 13 Punkte hast, darf man zufrieden sein. Trotzdem haben wir in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt. Nach der Pause lief es um einiges besser.
TF: Da habt ihr richtig dominiert, oder?
Roel Brouwers: Stimmt, wir erspielten uns direkt zwei Chancen von denen eine hätte reingehen können. Das war leider nicht der Fall, aber zum Glück gelang uns etwas später der Führungstreffer. Da konnte man erkennen, dass wir besser im Spiel waren.
TF: Und man merkte, dass ihr die Entscheidung herbeiführen wolltet …
Roel Brouwers: Leider haben wir es verpasst, das 2:0 nachzulegen, denn dann heißt es ‚game over‘. Richtig große Chancen dazu gab es auf jeden Fall. Doch so hielten die Hamburger ihre Hoffnung auf einen Punkt bis zum Ende aufrecht. Dann weißt du, dass sie lange Bälle spielen und alles auf eine Karte setzen. Aber insgesamt haben wir in keiner Phase des Spiels wirklich etwas zugelassen, das haben wir gut gemacht.
TF: Wie hast du die Szene gesehen als Filip den Ball gegen die Hand bekam?
Roel Brouwers: Das war ziemlich hektisch, viele Leute standen davor, ich konnte es nicht genau sehen und vermute, dass der Schiri auch keine allzu gute Sicht hatte.
TF: Und die Situation als Petric durch die Luft flog?
Roel Brouwers: Das war überhaupt nichts, dafür sollte er eigentlich auch mit der gelben Karte bestraft werden. In der Phase nach den Hamburger Einwechslungen mussten wir ein wenig suchen und uns einstellen. Das war die einzige Phase wo ansatzweise ein wenig Hektik aufkam, aber schnell genug behielten wir wieder die Kontrolle. Insgesamt war das Chancenverhältnis vielleicht 5:1 in unserem Vorteil, da kann man von einem verdienten Sieg sprechen.
TF: Ihr habt so einen guten Lauf – denkt ihr während so einem Spiel überhaupt, dass es noch schief laufen kann?
Roel Brouwers: Doch, doch, eine 1:0-Führung ist nie beruhigend. Eine Chance, eine Unaufmerksamkeit reicht aus und zwei Punkte sind unnötig verspielt.
TF: War es ein relativ einfacher Sieg? Normalerweise muss man doch noch viel mehr investieren um ein Bundesligaspiel auswärts zu gewinnen …
Roel Brouwers: Irgendwie merkte man gewiss, dass es für den Gegner im Moment nicht optimal läuft. Sie spielten zum Beispiel den finalen Pass ungenau oder es haperte daran zum Abschluss zu kommen. Vergleichbar mit unserer Situation in der letzten Saison. Da muss man erstmal rauskommen und das geht nur über Punkte holen. Aber wir sollten sowieso nur auf uns schauen.
TF: Dennoch, welche Mannschaften siehst du als Konkurrenten? Das heißt, Konkurrenten die unter euch bleiben müssten …
Roel Brouwers: Wir müssen nicht nach unten schauen, nur auf uns. Punkte holen und dann braucht man sich nicht darum zu kümmern, wer unter uns bleibt. Das ist das wichtigste. Uns verbessern, diese Linie weiterführen und nächste Woche wieder drei Punkte holen.
TF: Letzte Woche schrieben wir in der Einzelkritik, dass die Frage lauten würde ‘ist Brouwers eine Bank oder sitzt er drauf’. Ist die heute beantwortet?
Roel Brouwers: Ich habe es gelesen. Klar entscheidet der Trainer, ob ich auch weiterhin spiele, aber ich habe ein gutes Gefühl. Ich gebe weiterhin mein Bestes. Es war unterm Strich eine gute Leistung und eigentlich gibt es nicht wirklich einen Grund was zu ändern. Aber ich würde mich selbst immer aufstellen, wenn ich das zu entscheiden hätte. Doch ich bin kein Trainer …