Donnerstag, 15. September 2011 - 19:12 Uhr
Wie schon in der vorherigen Woche, entscheidet das Abschlusstraining der Borussen am Freitag über die Zusammenstellung des Kaders für das Auswärtsspiel in Hamburg. Nachdem Lucien Favre vor dem Lautern Spiel bereits bis zuletzt um den Einsatz von Marco Reus zittern musste, ist es dieses Mal gleich die gesamte erste Offensivreihe, die dem Trainer Sorgen bereitet.
Mit Igor de Camargo und Mike Hanke droht das bisher gesetzte Sturmduo auszufallen. »Sie haben gestern und heute nicht trainieren können, wir müssen bis morgen abwarten«, übte sich Favre in Geduld. Während sich Dauerpatient de Camargo in dieser Woche mit Adduktorenproblemen rumplagt, bremsen den gegen Kaiserslautern formschwachen Mike Hanke Knieprobleme.
Sollten beide tatsächlich ausfallen, dürfte zumindest Raúl Bobadilla die erste Alternative für den Angriff sein. Da Favre heute bereits eine taktische Umstellung des eingespielten 4-4-2 Systems kategorisch ausschloss, »egal ob Igor und Mike spielen können, wir werden wieder im 4-4-2 System spielen«, scheinen Mathew Leckie und Joshua King zu den heißesten Kandidaten für den möglicherweise zweiten vakanten Platz im Sturm zu gehören. Somit ist Marco Reus als mögliche hängende Spitze eher auszuschließen, zumal Favre dadurch auch noch im Mittelfeld umstellen müsste.
Neben Hanke und de Camargo sorgte Torwartjuwel Marc-André ter Stegen beim heutigen Training für eine Schrecksekunde. Der 19-Jährige rasselte derart heftig mit seinem Torwarttrainer Uwe Kamps zusammen, dass beide neben einem ordentlichen Brummschädel auch sichtbare Blessuren davontrugen. So musste sich ter Stegen am Nachmittag in zahnärztliche Behandlung begeben, um zwei abgebrochene Zähne behandeln zu lassen. »Es war ein harter Zweikampf wie er im Fußball nun mal vorkommt, aber ich bin optimistisch, dass Marc-André am Samstag trotzdem spielen kann«, zeigte sich sein Trainer trotz der bereits vorhandenen Verletzungsprobleme gelassen.
Weitaus mehr Sorgen dagegen bereitet dem Schweizer Borussias klare Favoritenrolle gegen den bis dato maßlos enttäuschenden Tabellenletzten aus Hamburg. »Jedes Spiel war bisher sehr eng und so wird es auch gegen den HSV. Sie haben einen hervorragenden Kader und deshalb haben wir auch vor ihnen großen Respekt«, fand Favre im Moment sehr selten gewordene lobende Worte für den Gegner aus der Hansestadt.
Nach fünf Spieltagen mit nur einem einzigen Zähler, steht der HSV derzeit mit dem Rücken zur Wand und befindet sich somit im Heimspiel gegen Borussia unter enormen Zugzwang. »Wir müssen uns auf einen druckvollen HSV gefasst machen«, erwartet auch Favre einen offensiv agierenden Gegner. Doch gerade ein anrennender Gegner könnte seiner konterstarken Mannschaft in die Karten spielen, weiß auch der Schweizer: »Wir wollen versuchen hoch zu stehen und mutig nach vorne zu spielen, dann können wir etwas aus Hamburg mitnehmen«.
Dass aber trotz des fast perfekten Saisonstarts und dem bisherigen Tabellenplatz drei, solche Spiele wie gegen den angezählten HSV keine Selbstläufer werden, dürfte nicht nur Lucien Favre bewusst sein. »Wir spielen immer noch mit der gleichen Mannschaft wie gegen Bochum und man muss momentan nur mal einen Blick nach Bochum werfen, um zu wissen wie schnell es im Fußball gehen kann«, mahnte Favre erneut zur Bescheidenheit.
So machen sich die Borussia und rund 5.500 erwartete Gästefans zwar auf dem Papier als Favorit auf den Weg nach Hamburg, doch gerade in Gladbach sollte man allein aufgrund der zahlreichen Aufbauarbeit, die man in den letzten Jahren schon fast traditionell für formschwache Gegner leistete, gewarnt sein.