Sonntag, 11. September 2011 - 09:15 Uhr

TF: Mike, mit Hängen und Würgen, aber gewonnen ...
Hanke: Es war brutal schwer, gerade auch weil es richtig heiß war. Es war eine große Umstellung, weil es in den letzten Tagen nicht so schwül war. Wir haben uns schwer getan, Kaiserslautern aber auch.
TF: Lag das auch an der Länderspielpause?
Hanke: Es kam Einiges zusammen: die Hitze, Spieler, die weg waren, Verletzte. Ob man dadurch jetzt aus dem Rhythmus kommt, dass weiß ich nicht. Nächste Woche redet da keiner mehr drüber. Wir haben den Sieg und die drei Punkte, jetzt können wir uns ein Bierchen gönnen, uns gut ausruhen und am Dienstag geht es weiter.
TF: Seid ihr gereift?
Hanke: Mentale Stärke gehört auf jeden Fall auch dazu. Wir haben richtig Selbstvertrauen getankt durch die Relegation und den Klassenerhalt natürlich. Wir sind fast komplett zusammengeblieben und haben ein paar gute Neuzugänge bekommen. Wir haben uns gefunden und die Taktik stimmt. Der Trainer hat uns wieder super eingestellt auf das Spiel, wir wussten genau wie Kaiserslautern spielt. Trotzdem müssen wir über die Fehler sprechen, denn Kaiserslautern war sehr, sehr schlecht und hat eigentlich kaum was getan. Wir haben es aber nicht verstanden, ruhig zu bleiben und vernünftig den Spielaufbau zu gestalten.
TF: Ist mehr möglich als das gesteckte Ziel?
Hanke: Klar wollen wir oben bleiben, da ist es schön, da ist es besser als unten. Wir denken von Spiel zu Spiel, können uns aber auf jeden Fall noch steigern. Spielerisch können wir es viel, viel besser. Wir müssen weniger Fehler machen. Dann kommen die Punkte von alleine, denn wir haben ein hohe Qualität in der Mannschaft.
TF: Was macht eure Stärke aus?
Hanke: Wir sind in der Breite gut besetzt, haben zum Beispiel fünf richtig gute Stürmer. Mit Joshua King, der einmal gespielt hat, einen junger Kerl und wir haben auch noch Mathew Leckie. Das sind Spieler, die heranwachsen und schnuppern, aber trotzdem jetzt schon eine Alternative sind.
TF: Ist solch eine positive Entwicklung möglich, wie es sie in der letzten Saison in Hannover gab?
Hanke: Ja, das habe ich vor der Saison schon gesagt. Wir haben bis jetzt den Schwung mitgenommen, so wie 96 letzte Saison, das habe ich live miterlebt. Bei den Fans und dem Umfeld hier ist einfach so eine Zusammengehörigkeit und das schweißt sowas von zusammen. Alle zusammen können wir was Großes erreichen.
TF: In den bisherigen Spielen hast du vor allem sehr gut kombiniert und die Bälle verteilt. Was war gegen den FCK los mit dir?
Hanke: Ich bin nicht zufrieden mit meiner Leistung. Ich habe zu viele Fehlpässe gemacht und zu viele einfache Bälle verloren. Da habe ich mich direkt nach der Auswechslung auf der Bank auch richtig drüber geärgert.
TF: Wie die Zuschauer bei deinen Fehlern. Spürst du nach solchen Situationen die Unzufriedenheit?
Hanke: Es ist logisch, dass wenn du einen einfachen Ball verliert, die Fans, die berechtigterweise was verlangen, dann raunen. Aber es gab keine Pfiffe, die Fans standen immer wieder hinter uns und das ist gut so.
TF: Du hast es ein paar Mal vergeblich mit Weitschüssen versucht ...
Hanke: In den letzten Wochen habe ich öfter mal aus der Distanz geschossen und da war es immer knapp. Da habe ich gedacht: Irgendwann muss er doch mal reingehen. Das war leider wieder nicht der Fall. Ich mache mir da aber keinen Kopf, wir gewinnen unsere Spiel und das ist das Wichtigste. Irgendwann werde ich auch belohnt für meine Arbeit für die Mannschaft.
TF: Wie sehr wurmt dich die fehlende Passsicherheit?
Hanke: Ich zähle für mich die Fehlpässe mit, auch im Training. Darüber ärgere ich mich dann, selbst über nur einen Fehlpass.
TF: Wieviele hast du gegen die Pfälzer gezählt?
Hanke: Da müsste ich lügen, ich habe da irgendwann aufgehört.
TF: Bei?
Hanke: Bei fünf. Es waren schon viele. Das habe ich sonst nicht. In den letzten Spielen hatte ich immer so drei bis vier im Spiel. Das ist eigentlich schon eine hohe Qualität, denke ich. Da möchte ich wieder hinkommen, dass es wieder besser wird.