Mittwoch, 31. August 2011 - 10:47 Uhr
Er war einer der Hoffnungsträger von Borussia Mönchengladbach und eigentlich ließ sich die Karriere des Michael Bradley in der Bundesliga ganz gut an. Er deutete sein Potential mehr als an und war besonders in den „großen“ Spielen, wie den Derbys gegen den 1. FC Köln, mit seinem „Fighting-Spirit“ auffällig.
Doch irgendwie funktionierte es nicht zwischen dem ambitionierten US-Nationalspieler und der Borussia. In der letzten Horrorsaison lieferte der überspielt wirkende Bradley, wie das gesamte Team, eine schlechte Hinrunde ab. Im Winter sah es zunächst so aus, als ob der damalige Coach Michael Frontzeck auf ihn bauen würde. Doch plötzlich standen vehemente Wechselabsichten im Raum, die wohl nicht ausschließlich im sportlichen Bereich zu suchen sein dürften.
Jedenfalls lieh der seinerzeitige Tabellenletzte der Bundesliga seinen eigentlichen Basisspieler nach England zu Aston Villa aus. Der Premiere-League-Klub sicherte sich eine Kaufoption und Borussia kalkulierte mit einer satten Ablöse in diesem Sommer.
Doch es kam anders als erwartet. Bradley mutierte bei Villa zum Bankdrücker und die Engländer nahmen schließlich Abstand von einer Verpflichtung. Mangels anderer Angebote schlug Bradley also wieder in Mönchengladbach auf. Intern war längst klar, dass er auch unter Lucien Favre nicht mehr für Borussia spielen wollte. Zwar lautete die von Bradley offiziell verbreitete Version etwas anders, doch es gab keine Zweifel, dass der Amerikaner den Niederrhein noch in dieser Transferperiode verlassen würde.
Am Ende war es eine Sache von Angebot und Nachfrage. Die erhoffte Ablöse jenseits der 4 Millionen hatte man in Mönchengladbach schon lange abschreiben müssen, die interessierten Vereine wedelten angesichts der klaren Konstellation nicht mit den Geldscheinen. Bradley wollte unbedingt weg, Borussia wollte den Spieler unbedingt loswerden – da hatten Eberl & Co. im Pokerspiel keine guten Karten.
Zumindest ein Totalschaden konnte verhindert werden, denn Michael Bradley wechselt am letzten Tag der Transferperiode nach Italien zu Chievo Verona. Offiziell wurde über die Ablösemodalitäten nichts mitgeteilt, wobei aus Italien verlautet, dass Verona unter 1,5 Millionen Euro für den 24-Jährigen zahlt.
Wie auch immer – das Kapitel Michael Bradley und Borussia Mönchengladbach ist vorzeitig beendet. Dass es so gekommen ist, war nicht zwingend notwendig, da Bradley eigentlich alle Voraussetzungen mitgebracht hat. Doch am Ende war die Trennung der einzig richtige Schritt.