Dienstag, 30. August 2011 - 07:26 Uhr
Marc-André ter Stegen: Ging angeschlagen in die Partie, wovon allerdings während der 90 Minuten nichts zu merken war. Ein Fehler unterlief dem Youngster, als er nach einer Ecke heraus kam und den Ball nicht traf, so dass Papadopoulos gefährlich köpfen konnte. Ansonsten mit der gewohnt sicheren Leistung, wobei die gefährlichen Schalker Standards für den Torwart sehr schwer einzuschätzen waren. In mehreren Situationen musste ter Stegen zugreifen, ab und an im Nachfassen. Einmal warf er sehr gut auf Reus ab und leitete so einen schnellen Gegenangriff ein. Zwei Klassereflexe innerhalb weniger Sekunden gegen Raul konnten das Siegtor der Schalker nicht verhindern, im dritten Anlauf klingelte es dann doch. Note 2,5.
Tony Jantschke: Gleich bei seiner ersten Aktion schoss er Draxler an, der sofort losdribbeln konnte und Jantschke das Nachsehen gab. Über weite Strecken der ersten Halbzeit sah der Rechtsverteidiger nicht gut aus. Draxler und der aufrückende Fuchs stellten ihn vor einige Probleme. Die Unterstützung durch Reus war zwar nicht optimal, doch Jantschke agierte auch nicht so abgeklärt wie gewohnt. Schon früh sah er die Gelbe Karte für ein Ziehen gegen Draxler. Mit zunehmender Spieldauer stabilisierte sich Jantschke und rettete einmal in höchster Not zur Ecke, nachdem Reus in der Rückwärtsbewegung ein Annahmefehler unterlief. In der zweiten Halbzeit spielte Arango vor Jantschke, der sich fortan leichter tat. Er blockte einen Schuss von Raul im Strafraum und agierte vor allem in der Schlussphase, als Schalke einige Konter fuhr, sehr souverän. Note 4,0.
Roel Brouwers: Hatte keine einfache Aufgabe gegen Klaas-Jan Huntelaar, der bekanntlich in den letzten Spielen einen richtigen Lauf hatte. Dass der gefürchtete Torjäger am Sonntag nahezu ‚ausgeschaltet‘ war, ist der Verdienst von Brouwers. Der Niederländer vermied das Risiko und beschränkte sich auf saubere Aufräumarbeit. Auch in Situationen, die auf der Kippe standen, konnte er letztlich klären. Nur beim Ausgleich verlor er Huntelaar, der den Ball in Richtung Raul köpfte, für einen Moment aus den Augen. Note 3,0.
Dante: Der Brasilianer war in einige enge Duelle verwickelt, wobei er nicht immer auf der Höhe war. Holte sich Gelb, als er Farfan auflaufen ließ und hatte einmal Glück, dass der Schiedsrichter weiterlaufen ließ, als er seinen Gegenspieler blockte, der sonst freie Bahn gehabt hätte. Vorne kam er nach einer Ecke zum Kopfball, der jedoch in den Armen des Schalker Torwarts landete. Er verursachte den zweifelhaften Freistoß vor dem 1:0, haderte dann zu lange mit der Schiedsrichterentscheidung. So fehlte die letzte Konzentration, als er mit Neustädter das zweite Kopfballduell verlor und dann nicht mehr rechtzeitig kam, um den Treffer von Raul noch zu verhindern. Note 3,5.
Filip Daems: Hatte mit Farfan einen hochkarätigen Gegenspieler, den er jedoch über weite Strecken im Griff hatte. In der ersten Halbzeit mit der Unterstützung von Arango war er sehr souverän, einmal lief er sogar Farfan den Ball ab. Daems zeigte ein gutes Stellungsspiel und agierte aufmerksam. In ein, zwei Situationen schaltete er sich auch wirkungsvoll mit nach vorne ein. Nach der Pause geriet der Belgier etwas mehr in Bedrängnis und wurde einmal von Faran ausgetanzt. Insgesamt jedoch aufgrund der Qualität des Gegenspielers eine ordentliche Leistung. Note 3,0.
Håvard Nordtveit: Nach seiner Partie als Innenverteidiger gegen Wolfsburg spielte er auf Schalke wieder im defensiven Mittelfeld. Dort allerdings mit keiner guten Vorstellung. Ihm unterliefen zu viele einfache Ballverluste. Ob kurz, lang, flach oder hoch – seine Pässe fanden selten Abnehmer. Auch im Direktspiel fast schon schlampig. Er probierte es zu sehr durch die Mitte auf der Suche nach dem Doppelpass und verlagerte das Spiel kaum auf die Seiten. Vieles wirkte überhastet. Hätte einmal für sein Trikotziehen Gelb sehen müssen. Vorne versuchte er es als erster Borusse mit einem Schuss aus der Distanz. Zudem bei einem guten Konter kurz vor Schluss nochmal aussichtsreich in Schussposition, doch er schob das Leder förmlich in die Hände des Schalker Torwarts. Note 4,5.
Roman Neustädter: Aktiver als sein Nebenmann Nordtveit, aber auch er war zu mittig orientiert und zu viel auf das ‚Klein-Klein‘ fixiert. Sicherheit und Souveränität strahlte Neustädter nicht aus, wenn er am Ball war. Es wirkte alles etwas zittrig. In der Anfangsphase hatte er nach einer Ecke eine gute Kopfballmöglichkeit, als er knapp am Tor vorbei zielte. Ansonsten kaum wirkungsvoll nachgerückt und ohne Torgefahr. Kilometer machte er wie gewohnt. Bei Gegentor konnte er zusammen mit Dante die Kopfballverlängerung Huntelaars nicht verhindern. Note 4,0.
Marco Reus: Hatte eine starke Anfangsphase, in der er mit seinen unwiderstehlichen Antritten über die rechte Seite bei den Schalkern Verwirrung stiftete. Später zog es ihn dann immer früher in die Mitte, wo es selbst für ihn kein Durchkommen gab. Das änderte sich auch in der zweiten Halbzeit nicht grundlegend, als er mit Arango die Seite tauschte. Über die gesamte Partie gesehen war Reus jedoch an allen gefährlichen Angriffen beteiligt. Er tunnelt den Gegner bewusst, um sich freizuspielen und harmoniert besonders mit Hanke sehr gut. Auch wenn er mit diesem nach der Pause einmal lange haderte, nachdem dieser ihn bei einem Angriff übersehen hatte. Reus klärte nach einer Ecke vor der eigenen Torlinie. Ansonsten defensiv zwar nicht so desinteressiert wie noch gegen Stuttgart, doch in der einen oder anderen Situation vernachlässigte er schon seine Aufgaben, wodurch Jantschke einige Male alleine gegen Draxler und Fuchs stand. Note 3,0.
Juan Arango: Läuferisch mit einer ansprechenden Leistung, defensiv seinem Hintermann eine größere Hilfe als Reus auf der anderen Seite. Im Offensivspiel vor allem in der ersten Halbzeit mit einigen Momenten, so hatte er die Großchance zum 0:1 nach einem tollen Spielzug. Insgesamt war aber auch Arangos Spiel nicht klar genug, einige Pässe waren (zu) leichte Beute für die Schalker. Im zweiten Durchgang auf rechts weniger wirkungsvoll als über seine angestammte linke Seite. Note 3,5.
Mike Hanke: Fing mit einem Annahmefehler nach schönem Crosspass von Arango an, doch das war die Ausnahme. Ansonsten ein ausgezeichneter Kombinationsspieler, der sich blind mit Reus versteht. Der Ex-Schalker war Initiator mehrerer schöner Angriffe und hatte selbst eine Großchance, als er eigentlich nicht viel falsch machte, doch Fährmann parierte gut. Eine Kopfballgelegenheit und ein Schuss über das Tor nach einem Doppelpass verzeichnete er noch vor der Pause. Nach dem Wechsel übersah er einmal Reus der mitgelaufen war, als sich Hanke jedoch für einen ‚Drehpass‘ in den Strafraum entschied. In der zweiten Halbzeit nicht mehr so stark eingebunden wie zuvor, kam er nur noch selten vor den Mann und an den Ball. Ausnahme der starke Kopfball nach einer Reus-Ecke. Kurz darauf wurde er für Leckie ausgewechselt. Note 3,0.
Raúl Bobadilla: Nach der Gala gegen Wolfsburg blieb ‘Boba’ auf Schalke trotz gelber Schuhe blass. In der ersten Halbzeit fand er kaum statt, war fast unsichtbar. Die einzige nennenswerte Aktion war eine Weiterleitung per Hacke auf Daems. Wenn kombiniert wurde, war meistens Hanke in Zusammenarbeit mit Reus oder Arango beteiligt, während Bobadilla außen vor blieb. Nach der Pause hatte er eine gute Aktion, als er sich gegen Höwedes durchsetzte, obwohl dieser ihn am Trikot festhielt. Allerdings war sein folgendes Anspiel für Reus zu steil, zudem wäre der rechts frei mitgelaufene Nordtveit die bessere Option gewesen. Wenig später boxte sich Bobadilla im wahrsten Sinne des Wortes durch und sah für diese ungestüme Aktion zurecht die Gelbe Karte. Kurz danach wurde er ausgewechselt. Note 5,0.
Mathew Leckie: Konnte seine Schnelligkeit in einigen Situationen in die Waagschale werfen. Eine gewisse Drohung geht ohne Frage von ihm aus. Einmal spielte er Reus richtig gut in den Lauf. Der Australier wirkte erfrischend opportunistisch, aber lucky war Leckie nicht. Ohne Note.
Igor de Camargo: Ersetzte Bobadilla, kam aber auch nicht wirklich ins Spiel. In einigen wenigen Aktionen mit gelungenem Direktspiel, eine Torchance hatte er nicht. Ohne Note.
Lukas Rupp: Kam in der Schlussphase für Nordtveit, konnte allerdings nichts mehr bewegen. Im Gegenteil – er ließ sich ziemlich leicht abkochen und wirkte nicht sehr stabil. Ohne Note.