Sonntag, 28. August 2011 - 19:22 Uhr
Borussias Trainer Lucien Favre bot in der Schalker Arena die Elf auf, die am vergangenen Wochenende mit dem Sieg über den VfL Wolfsburg die Tabellenführung in der Bundesliga erobert hatte. Einzige Ausnahme: Roel Brouwers kehrte nach abgelaufener Sperre zurück, Thorben Marx musste weichen und Håvard Nordtveit spielte wieder auf seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld.
Im 18er-Kader gab es nur eine Veränderung: Igor de Camargo stand nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung und nahm auf der Bank Platz. Joshua King rutschte für den Brasilianer aus dem Aufgebot.
Die Gladbacher Borussen starteten sehr konzentriert und ordentlich in die Partie und waren in der Anfangsphase das bessere Team. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen und Schalke konnte sich zunächst nicht im Strafraum des VfL zeigen.
So war es keine Überraschung, dass die erste gute Torchance auf Seiten des Gastes zu verzeichnen war. Nach einem blitzschnell vorgetragenen Angriff über Hanke und Reus gelangte der Ball zu Arango, der in der linken Hälfte des Schalker Strafraums frei zum Schuss kam. Allerdings konnte Fährmann abwehren (8.).
Nach der folgenden Ecke durch Arango köpfte Neustädter knapp am Tor vorbei.
Die Startphase gehörte also den Borussen, doch danach wurden die Königsblauen besser. Besonders nach Eckbällen wurden sie gefährlich. Reus klärte kurz vor der Linie nach einem Kopfball von Matip (11.), ein Kopfstoß von Papadopoulos landete auf dem Tornetz (19.).
Dazwischen bugsierte Huntelaar eine Fuchs-Hereingabe am Kasten von Marc-André ter Stegen vorbei (15.).
Auf der anderen Seite war es der Ex-Schalker Mike Hanke, der aus 14 Metern halbrechts abzog, Fährmann jedoch mit starker Fußabwehr retten konnte (20.).
In der Folgezeit hielten sich die Spielanteile die Waage, wobei die Borussia durchaus mehrere gute Angriffe starten konnte. Doch es fehlte der letzte Pass, zudem wurde das Spielfeld im weiteren Verlauf immer enger, weil die Gladbacher das Flügelspiel zeitweise arg vernachlässigten.
Schalke war das optisch überlegene Team, kam allerdings nur zu Halbchancen, wobei die Borussen nicht so sattelfest agierten wie zuletzt.
Dennoch hatte der VfL noch vor der Pause eine gute Gelegenheit, als es über die linke Seite schnell ging, wo Reus sich mit einem ‚Tunnel‘ gegen einen Schalker durchsetzen konnte. Das Leder gelangte über Arango zu Hanke, der aus 18 Metern zentral knapp über den Kasten zielte (43.).
Mit einem torlosen Remis ging es in die Kabinen, aus denen beide Teams in unveränderter Formation zurückkamen.
Schalke übernahm mit Wiederanpfiff das Kommando in der heimischen Arena und drängte die Borussen weit in die eigene Hälfte zurück. Es brannte teilweise gehörig im Gladbacher Strafraum. So in der 51. Minute als Farfan zunächst Daems austanzte und dann Jantschke einen Raul-Schuss im letzten Moment blockte. Oder zwei Minuten später, als ter Stegen gegen einen Draxler-Schuss rechtzeitig im kurzen Eck war.
Schalke war nun klar überlegen, die Borussen schafften kaum Entlastung. Nach einer Stunde gelang zumindest ein gefährlicher Konter, als sich Bobadilla trotz Trikotziehen gegen Höwedes durchsetzte, dann aber nicht genau genug auf Reus passte.
Aber insgesamt war es etwas wenig, was die Borussen entgegen zu setzen hatten. Und so ging Schalke in der 64. Minute auch nicht unverdient in Führung. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß der Gastgeber waren die Borussen nicht geordnet, der Ball wurde per Kopf an den langen Pfosten verlängert, wo sich Raul dann ein Duell mit ter Stegen lieferte. Zweimal probierte es der Weltstar aus kurzer Distanz, zweimal reagierte ter Stegen sensationell. Doch Raul bekam den dritten Versuch und bei diesem stocherte er das Leder über die Linie.
Schalke zog sich nach dem Führungstreffer zurück und die Borussia war nun das spielbestimmende Team. Und sie hatte durchaus Chancen, den Ausgleich noch zu markieren. So in der 71. Minute, als Hanke nach einer Reus-Ecke am kurzen Pfosten mit dem Rücken zum Tor köpfte, Fehrmann lenkte die Kugel über die Latte.
Oder in der 79. Minute, als der VfL einen schönen Angriff über den eingewechselten Leckie und Reus führte, der zurück auf Nordtveit legte. Der Norweger versuchte es aus 16 Metern mit dem Innenrist, leider genau in die Arme von Fährmann.
In einer hektischen Schlussphase – bei Borussia waren noch de Camargo und Rupp gekommen – probierten die Borussen alles, der Lucky-Punch wollte aber nicht mehr gelingen. Da Schalke die Konterchancen aber auch nicht nutzen konnte, blieb es bis zum Schlusspfiff knapp. Kurz vor diesem sorgte der völlig übermotivierte Ex-Gladbacher Alex Baumjohann für eine unschöne Szene, als er mit gestrecktem Bein gegen Lucien Favre (!) in der Coachingzone zu Werke ging.
Am Ende blieb es beim knappen Schalker Sieg, der sicherlich nicht unverdient war. Borussia war etwas zu unkonzentriert, um sich an der Tabellenspitze zu behaupten.
Kurzstatistik zum Spiel:
FC Schalke 04: Fährmann - Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs - Papadopoulos, Holtby (82. Höger) – Farfan (90. Baumjohann), Raul, Draxler (86. Marica) - Huntelaar
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Dante, Daems – Nordtveit (81. Rupp), Neustädter – Reus, Arango – Hanke (72. Leckie), Bobadilla (67. de Camargo)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Herrmann, Marx, Wendt
Tore: 1:0 Raul (64.)
Gelbe Karten: Fuchs, Höwedes – Jantschke, Bobadilla, Dante
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 61.673 (ausverkauft)