Mittwoch, 17. August 2011 - 19:02 Uhr

Neben der fast schon miserablen Statistik, die in den letzten sieben Partien nur ein einziges Unentschieden gegen die Autostädter aufweist, erschweren die immer noch anhaltenden Verletzungen der Leistungsträger Martin Stranzl und Igor de Camargo sowie die Gelb-Rot Sperre von Roel Brouwers für Trainer Lucien Favre die Mission Tabellenführung über Nacht.
»Es sind drei wichtige Spieler für uns, aber wir können es nicht ändern. Ich werde Lösungen finden müssen«, zeigte sich Favre auf der Pressenkonferenz am Mittwoch dennoch trotzig. Obwohl mit Brouwers und Stranzl zwei gestandene Verteidiger fehlen, leidet der Schweizer unter der Qual der Wahl. Denn mit Håvard Nordtveit und Filip Daems bieten sich ihm gleich zwei mögliche Alternativen.
Da Daems als Linksverteidiger und Nordveit als Abräumer vor der Abwehr aber längst ihren Platz in Favres Startformation gefunden haben, würde eine mögliche Versetzung in die Innenverteidigung weitere personelle Veränderungen mit sich ziehen. Deshalb wollte Favre auch zwei Tage vor dem Spiel gegen Wolfsburg nicht zu viel verraten. »Ich weiß noch nicht ganz genau wer am Freitag spielen wird. Vielleicht spielt Nordtveit zentral, vielleicht spielt Wendt links. Ich habe noch 48 Stunden um mich zu entscheiden«.
Auch wenn er dem Neuzugang aus Kopenhagen eine gute Trainingsleistung attestierte, spricht vor allem das mit seiner Aufstellung verbundene Personalkarussell gegen das Debut des Schweden. »Oscar kommt langsam sehr gut im Training, aber wenn er spielt müssten wir eigentlich drei Wechsel anstatt einem vornehmen«, deutete Favre eine mögliche Tendenz in Richtung Nordtveit an. Demzufolge dürfte Thorben Marx die dadurch entstandene Lücke im defensiven Mittelfeld füllen.
Zusätzlich zu den personellen Engpässen in der Defensive, sieht sich Favre aber auch mit einigen Baustellen in der taktischen Ausrichtung seiner Mannschaft konfrontiert. »Wir dürfen nicht so viele Lücken lassen wie gegen Stuttgart und nicht so viele Konter zulassen«, legte der Schweizer die Schwächen aus dem Stuttgart Spiel offen. Auch die Offensive wurde von seiner Kritik nicht verschont: »Wir haben viel zu kompliziert und viel zu wenig über die Außen gespielt. Dadurch hatten wir zu viele Ballverluste«.
Um gegen den hochkarätig besetzten Kader der Truppe von Felix Magath zu bestehen, ist deshalb für Favre eine »absolut konzentrierte Topleistung« seiner Mannschaft zwingend notwendig. »Es wird sehr, sehr hart. Sie stehen sehr gut organisiert und kompakt. So haben sie gegen Bayern nur eineinhalb Torchancen zugelassen und hatten dabei selbst drei, vier gute Möglichkeiten. Die Niederlage war unglücklich«, lobte er die bisherigen Leistungen der Wolfsburger.
Trotz der miserablen Bilanz gegen den VfL und den zuletzt starken Leistungen des Gegners, verbreitet die Aussicht auf die Tabellenführung dennoch Vorfreude und Optimismus beim Borussen Trainer und den erwarteten rund 40.000 Anhängern. »Man hat vor dem Stuttgart Spiel auch von einer negativen Statistik gesprochen und da haben wir einen Punkt geholt und nicht verloren. Natürlich können wir die Tabelle lesen und es wäre schön am Freitagabend Tabellenführer zu sein«.