Samstag, 13. August 2011 - 20:21 Uhr

Im ersten Saisonheimspiel musste Borussias Trainer Lucien Favre neben Innenverteidiger Martin Stranzl auch auf den Siegtorschützen der letzten Woche, Igor de Camargo, verzichten. Für Stranzl verteidigte wie schon in München Roel Brouwers, de Camargo wurde von Raúl Bobadilla ersetzt.
Der Argentinier bildete neben Mike Hanke die Doppelspitze, dahinter agierten Marco Reus und Juan Arango auf den Halbpositionen. Roman Neustädter und Håvard Nordtveit bildeten wie gewohnt die Doppel-6, während sich dahinter die Viererkette mit Tony Jantschke, Roel Brouwers, Dante und Kapitän Filip Daems formierte. Im Tor stand natürlich Marc-André ter Stegen.
Durch den Ausfall von de Camargo rückte Joshua King in den Kader, ansonsten blieb das Aufgebot unverändert.
Die Borussen starteten durchaus mit Schwung in die Partie und verzeichneten bereits nach zwei Minuten eine gute Tormöglichkeit. Nach einem langen Pass versuchte es Marco Reus mit einem Lupfer von der rechten Strafraumgrenze, der Ball flog über das Tor.
Auch in den nächsten Minuten sah es durchaus gut und schwungvoll aus, was die Borussen auf den Rasen brachten. Die Gäste aus Stuttgart ordneten sich jedoch ziemlich schnell und waren fortan auch das bessere Team. Die Gladbacher taten sich von Minute zu Minute schwerer, das nötige Tempo aufzunehmen und durch die Stuttgarter Abwehr zu kombinieren.
Derweil suchten die Schwaben den Weg in die Gladbacher Hälfte. Die Borussen standen, wie schon in München, defensiv weitestgehend ordentlich, ließen jedoch einige Torgelegenheiten für die Gäste zu. So in der 17. Minute, als Harnick nach einem Pass zwischen die Gladbacher Innenverteidiger haarscharf am Tor vorbei zielte. Acht Minuten später war es Gentner, der nach einem ‚Flipperball‘ im Strafraum des VfL zum Schuss kam, der genau in den Armen von ter Stegen landete.
Und auch die nächste Gelegenheit gehörte de Gästen. Gentner kam am Elfmeterpunkt frei zum Kopfball, ter Stegen war zu Stelle (32.). Kurz darauf verschätzte sich Dante bei einer flachen Hereingabe in die Gladbacher Box, Cacau kam zum Abschluss, doch Marc-André ter Stegen war zur Stelle (35.). Genauso wie vier Minuten später, als Hajnal es auch 18 Metern probierte und Borussias Keeper mit einer schönen Flugeinlage klärte.
Stuttgart war das bessere Team, während die Angriffsbemühungen der Borussen zumeist im engmaschigen Stuttgarter Mittelfeld versandeten. Es fehlte an Tempo und auch am Überraschungsmoment. Arango und Reus versuchten zwar einiges zu inszenieren – auffällig oft durch die Mitte – doch ein wirklich gefährlicher Torabschluss sprang dabei nicht heraus.
Den gab es erst in der 43. Minute, als Nordtveit zentral auf Reus passte. Der Ball wurde noch leicht abgefälscht, so dass Reus kurz zögern und schließlich mit links abziehen musste. Die Kugel flog einen halben Meter am rechten Torpfosten vorbei.
So ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen, aus denen beide Teams in unveränderter Besetzung zurückkamen.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs waren die Schwaben das wachere Team. Dante musste im letzten Moment gegen Gentner blocken und ein Schuss von Cacau aus 17 Metern verfehlte sein Ziel knapp (51.).
Zwei Minuten später zwang Kuzmanovic ter Stegen mit einem Distanzschuss zu einer sehenswerten Parade.
Die Offensivaktionen der Borussen blieben weiter Stückwerk. Zumindest Juan Arango fasste sich mal ein Herz und zog aus der Distanz ab – sein Schuss ging um Zentimeter am Torwinkel vorbei und streifte noch das Außennetz (56.).
Nachdem die nächsten zehn Minuten ausgeglichen waren, gingen die Borussen etwas unerwartet in Führung. Nach einem langen Pass in den Strafraum der Stuttgarter schien Marco Reus schon abgedrängt, doch er kam noch in ein Laufduell mit Kvist. Reus kam zu Fall und Schiedsrichter Gräfe zeigte auf den Punkt.
Filip Daems trat an und verwandelte sicher zur etwas schmeichelhaften Führung für die Fohlen (67.).
Doch die Freude über diesen Treffer währte ganze vier Minuten, da schlugen die Stuttgarter zurück. Kvist erkämpfte sich auf der rechten Seite nach einer abgewehrten Ecke den Ball gegen Hanke und flankte in den Strafraum. Gentner setzte sich im Kopfballduell durch und köpfte an den langen Pfosten, wo Cacau aus kurzer Distanz abstaubte.
Bei den Borussen war mittlerweile Lukas Rupp für Raúl Bobadilla auf dem Platz, Marco Reus ging nun in die Spitze.
Beide Teams neutralisierten sich in der Folgezeit, ehe sich die Spielanteile endgültig zu Gunsten der Stuttgarter drehten. Rupp unterlief im Mittelfeld eine unglückliche Kopfballablage, Brouwers musste ins Duell mit Harnik und foulte den Österreicher. Da Schiedsrichter Gräfe dieses Foul als gelbwürdig ansah und Brouwers bereits verwarnt war, musste der Niederländer vom Platz.
Die Borussen mussten nun in Unterzahl zumindest diesen einen Punkt über die Zeit bringen. Nordtveit ging in die Innenverteidigung, während sich vorne mit Mathew Leckie noch eine frische Offensivkraft bemühte.
Am Ende schafften es die Gladbacher, sich nicht noch den zweiten Gegentreffer einzufangen. Es blieb beim 1:1, was letztlich als leistungsgerecht zu bezeichnen ist.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Dante, Daems – Nordtveit, Neustädter – Reus (83. Marx), Arango – Hanke (77. Leckie), Bobadilla (68. Rupp)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Herrmann, King, Wendt
VfB Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz , Tasci , Maza , Molinaro - Kvist , Kuzmanovic – Harnik, Hajnal (71. Traore), Gentner (77. Pogrebnyak) - Cacau
Tore: 1:0 Daems (67./FE), 1:1 Cacau (71.),
Gelbe Karten: Bobadilla, Brouwers, Jantschke – Molinaro, Kvist
Gelb-Rote Karte: Brouwers (80.)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 48.322