Donnerstag, 11. August 2011 - 18:53 Uhr
Während im Umfeld der Borussia immer noch der glorreiche Auftaktsieg bei den Bayern zelebriert wird, sieht Trainer Lucien Favre vor dem ersten Heimspiel (Samstag, 18.30 Uhr) keinen Grund in Euphorie zu verfallen.
»Jedes Spiel wird so schwer wie das in München. Man darf nicht vergessen, dass wir die vergangene Saison auf dem 16. Tabellenplatz beendet haben. Deshalb müssen wir um jeden Punkt kämpfen«, mahnte Favre nüchtern. Dass mit dem VfB Stuttgart ein schwerer Brocken und kein Fallobst auf seine Mannschaft wartet, steht für den Schweizer ebenso außer Frage.
»Sie haben eine sehr gute Mannschaft, die in der vergangenen Saison eine hervorragende Rückrunde gespielt hat«.
Neben einer überragenden Rückrunde verbindet die Borussia weitaus mehr mit dem VfB. So waren es vor allem die Stuttgarter, die den Gladbachern in der letzten Spielzeit mit einem 0:7 und einem 2:3 nach einer komfortablen Zwei-Tore Führung erhebliche Tiefschläge im Abstiegskampf versetzten. Doch eine besondere Bedeutung wollten Trainer Favre und Sportdirektor Max Eberl der Begegnung gegen die Schwaben deshalb nicht beimessen.
»Die Vergangenheit interessiert mich nicht so sehr«, hakte der Erfolgscoach die beiden schmerzhaften Resultate ab. Für seinen Sportdirektor stand daher viel mehr im Vordergrund, dass die Mannschaft aus den Fehlern der vergangenen Saison gelernt habe.
Zu lernen gibt es für die Mannschaft trotz des Überraschungserfolgs in München und der guten Leistung allerdings noch vieles. Vor allem im Spiel nach vorne und in der Ballannahme sieht Favre noch Verbesserungspotenzial. Obwohl man dem großen Offensivdruck und der enormen Qualität der namenhaften Münchener Angreifer über 90 Minuten standhielt, gäbe es laut Favre auch in der Defensive Kleinigkeiten, die es noch zu verbessern gilt.
An diesen Kleinigkeiten darf auch gegen den VfB Stuttgart, der in München überzeugende Roel Brouwers feilen. »Martin kann nicht spielen, er musste gestern das Training nach 40 Minuten abbrechen«, beantwortete Favre die wohl letzte offene Frage vor der Partie gegen aktuellen Tabellenführer.
Im Gegensatz zu Martin Stranzl, kann der Schweizer aber auf seinen Rechtsverteidiger Tony Jantschke zählen, der sich bei seiner starken Leistung gegen Müller und Ribéry eine Wadenprellung zuzog. »Er ist wieder hundertprozentig fit und kann spielen«, gab Favre Entwarnung. So wird es wohl nach der überzeugenden Leistung zum Auftakt auch keine großen Veränderungen im Kader für das Stuttgart Spiel geben.
Trotz der gedämpften Euphorie und der von den Verantwortlichen bewusst gebremsten Erwartungshaltung, darf man also am Samstagabend auf eine kämpferische und etwas offensiver ausgerichtete Gladbacher Mannschaft hoffen. Deshalb gab Favre auch seiner Elf eine deutliche Botschaft mit auf dem Weg: »Ich erwarte eine gute Leistung!« Dem dürften die Zuschauer im Borussia Park – schon über 45.000 Karten sind abgesetzt - nichts hinzuzufügen haben.