Freitag, 05. August 2011 - 13:20 Uhr
Es geht wieder los mit der Bundesliga und Borussia Mönchengladbach muss zum Auftakt ausgerechnet bei den Münchener Bayern antreten (Sonntag, 17.30 Uhr). Ist es nun gut oder schlecht, dass es direkt gegen die Bayern geht? »Das weiß ich nicht«, sagte Borussias Trainer Lucien Favre auf der Pressekonferenz am Freitag. »Es ist egal, wir müssen ohnehin zweimal gegen die Bayern spielen. Nun also direkt zu Beginn. Wir werden sehen«.
Die Münchener sind traditionell vor einer Spielzeit für die meisten der erste Meisterschaftsanwärter. Auch für Lucien Favre. »Bayern ist neben Dortmund für mich der Topfavorit«, legte sich der Schweizer fest.
Dass die Bayern auch am Sonntag im eigenen Stadion als der Favorit ins Rennen gehen, ist unzweifelhaft. Als freundliche Randerscheinung beim Fest zum Ligaauftakt in der bayerischen Landeshauptstadt wollen die Borussen allerdings nicht herhalten, selbst wenn die Tradition in München nicht für ein Erfolgserlebnis der Fohlen spricht.
Anderseits hat man in der letzten Rückrunde unter Lucien Favre auch in der Allianz-Arena recht gut ausgesehen und nur denkbar knapp verloren. »Das ist jetzt zwar eine andere Situation, aber defensiv haben wir es damals gut gemacht«, erinnert sich Favre. »Doch diesmal müssen wir nicht vergessen, nach vorne zu spielen«.
Bei diesem Unterfangen wird Neuzugang Joshua King noch keine Rolle spielen. Seit Dienstag ist der 19-Jährige bei der Mannschaft und trainierte nur eingeschränkt. »Es dauert noch, wir wollen keinen Rückschlag riskieren«, so Favre, der den jungen Norweger behutsam heranführen will.
Dagegen braucht ein ‚alter Haudegen‘ keine Eingewöhnungszeit. Juan Arango, auch erst seit Wochenbeginn wieder in Gladbach, dürfte am Sonntag erste Wahl sein. »Er ist fit«, bestätigte Lucien Favre nur. Damit haben sich wohl auch die Gedankenspiele um eine Arango-Vertretung zerschlagen. Die Option, dass Neuzugang Oscar Wendt in dieser Position vor Filip Daems spielt, war für Lucien Favre ohnehin keine.
»Ich habe mit Oscar gesprochen und er hat mir gesagt, dass er seit sechs Jahren nur Linksverteidiger gespielt hat«, erklärte Favre. »Er ist keine Option fürs Mittelfeld und kommt dafür nicht in Frage«, machte Favre deutlich. Ob er den Schweden nicht überzeugen konnte oder es nicht wollte, bleibt offen.
So deutet alles darauf hin, dass sich am Sonntag in München eine Elf ohne Neuzugänge bei den Bayern bewähren wird. Mehr als nur ein Fragezeichen steht allerdings hinter dem Einsatz von Martin Stranzl, Borussias wohl wichtigstem Abwehrspieler. Der Österreicher laboriert immer noch an den Folgen einer Wadenverletzung. »Es war für ihn zweimal unmöglich zu trainieren, aber er probiert alles«, sagte Lucien Favre. Die medizinische Abteilung arbeitet auf Hochtouren, am Samstag will Martin Stranzl nochmals einen Versuch unternehmen. »Ich kann keine Prognose abgegeben, aber es wird schwer«, so Lucien Favre, der allerdings über den möglichen Ausfall des Innenverteidigers nicht jammern wollte.
»Das bringt nichts«, so der Schweizer. »Wir haben Roel Brouwers und der kann auch spielen«.
Dass auf die Gladbacher Borussen, in welcher Besetzung und taktischen Ausrichtung auch immer, eine Menge Arbeit zukommen wird, ist klar. Zwar weiß Bayerns neuer Trainer Jupp Heynckes auch noch nicht so recht, wo seine Truppe steht, doch er kann womöglich personell aus dem Vollen schöpfen. Denn sowohl Robben als auch Ribéry sollen Sonntag einsatzfähig sein.
»Sie sind natürlich zwei super Spieler«, zeigt Lucien Favre Respekt vor ‚R&R‘. Wohl wissend, dass die Münchener auch ohne ihre beiden Superstars gut besetzt sind. »Sie können Lösungen finden«.
Das muss auch Lucien Favre mit seiner Mannschaft. Egal wie die Bayern auftreten, »ich habe mich für jeden Fall vorbereitet«, stellte Borussias Trainer heraus. »Und jetzt freuen wir uns darauf, dass die Saison losgeht«. Dem kann man sich nur vorbehaltlos anschließen ...