Mittwoch, 03. August 2011 - 15:01 Uhr

Die Frage stellte sich schon unmittelbar nach der Jahreshauptversammlung von Borussia Mönchengladbach im Mai. Da hatte Sportdirektor Max Eberl angekündigt, dass der VfL für die kommende Spielzeit Joshua King von Manchester United ausleihen würde. Einen 19-Jährigen Nachwuchsmann, der zuletzt in der zweiten englischen Liga gespielt hat. Was da die Ausleihe für ein Jahr bringen sollte? Wo doch Leihspieler eigentlich sofort einschlagen müssen und nicht erst behutsam herangeführt werden können. Besonders dann nicht, wenn die Zeit auf ein Jahr begrenzt ist.
Max Eberl zeigte sich felsenfest davon überzeugt, dass Borussia mit der Ausleihe von Joshua King den richtigen Griff tätigen wird. Und das auch noch, nachdem sich King eine Adduktorenverletzung zuzog. Eberl tat alles, um das geplante Ausleihgeschäft nicht platzen zu lassen. »Ein Kauf des Spielers war nicht möglich, aber die Ausleihe ist ein erster Schritt«, erklärte Borussias Sportdirektor. Sollte Joshua King die Erwartungen erfüllen, scheint Max Eberl noch einiges mit ihm vor zu haben. Das Risiko, auch und gerade der finanzielle Aspekt, ist überschaubar.
Doch zunächst einmal zählt nur, dass Joshua King nun endlich im Training bei der Borussia ist.
»Durch meine blöde Verletzung und die anschließende Operation habe ich fast die komplette Vorbereitung mit der Mannschaft verpasst. Das ist wirklich sehr ärgerlich«, sagte Joshua King am Mittwoch bei seiner offiziellen Vorstellung im Borussia-Park. »Aber so etwas passiert und da darf man nicht zu lange enttäuscht sein«.
Er macht im Training einen guten Eindruck und muss in seinem Tatendrang sogar schon gebremst werden. »Ich will schnell wieder zurückkommen, ich fühle mich gut«, sagte er. Und er schielt gar auf den Ligaauftakt in München. »Wenn der Trainer mich am Sonntag mit im Aufgebot haben will, bin ich bereit«.
Als freche Kampfansage will er das nicht verstanden wissen. »Der Trainer ist der Chef«, räumte er ein. »Wenn ich nicht dabei sein sollte, ist das auch kein Problem«.
Die Integration sollte Joshua King keine großen Schwierigkeiten bereiten, zumal er mit Landsmann Håvard Nordtveit einen Kollegen im Team hat, der ihn etwas ‚an die Hand‘ nehmen kann. Beide spielten zuletzt in Norwegens U21-Nationalmannschaft zusammen und da gab Nordtveit schon bereitwillig Auskunft über die Borussia. »Er hat mir nur Gutes erzählt«, sagte Joshua King. »Es ist schon ein Vorteil für mich, dass ich mit Håvard jemanden habe, den ich kenne und der mir hilft«.
Nun gilt es für Joshua King, ganz schnell fit zu werden und sich freizuschwimmen. Damit das Experiment mit dem Leihspieler von Manchester United gelingt. »Es ist für jeden Spieler ein Traum, für einen Club wie Manchester zu spielen. Aber das ist jetzt nicht mein Thema. Ich bin jetzt hier bei Borussia und will helfen, eine bessere Saison zu spielen als die Letzte«. Auf geht’s.