Freitag, 29. Juli 2011 - 22:26 Uhr

Im ersten Pflichtspiel der neuen Saison musste die Gladbacher Borussia beim Drittligisten Jahn Regensburg in der ersten Runde des DFB-Pokal antreten. Trainer Lucien Favre bot dort die Elf auf, die allgemein erwartet wurde. Vor Keeper Marc-André ter Stegen bildeten Tony Jantschke, Martin Stranzl, Dante und Kapitän Filip Daems die Viererabwehrkette. Davor agierten Håvard Nordtveit und Roman Neustädter als ‚Doppel6‘, hinter den beiden Spitzen Igor de Camargo und Mike Hanke positionierte sich Marco Reus auf der rechten Seite. Auf links gab Lukas Rupp sein Debüt im Trikot der Borussia und war damit der einzige Neuzugang in der Startformation.
In der Partie im ausverkauften Jahn-Stadion waren die Rollen von Beginn an klar verteilt. Der Drittligist aus Bayern beschränkte sich vornehmlich auf die Sicherung der Defensive, während man den Borussen die Spielkontrolle überließ. Allerdings war es nicht so, dass sich Regensburg am eigenen Strafraum versteckte, sondern sie griffen durchaus früh an und störten das Kombinationsspiel der Gladbacher effektiv.
Beim Bundesligist lief der Ball oftmals ansehnlich über drei oder vier Stationen – meist mit einem oder maximal zwei Kontakten – doch wenn es an den Strafraum der Gastgeber ging, fehlte dem Anspiel die Genauigkeit. So hatten die Borussen zwar alles unter Kontrolle, eine Torchance erspielten sie sich zunächst jedoch nicht.
Bis zur 14. Minute, als eine Standardsituation gleich den Führungstreffer brachte. Die erste Ecke für den VfL trat Reus an den ersten Pfosten, wo Martin Stranzl mit dem Hinterkopf ins kurze Eck traf.
Der Führungstreffer der Gladbacher schien die Gastgeber zu lähmen und gleichzeitig die spielerische Leichtigkeit der Favre-Truppe zu beflügeln. Irgendwie war nun mehr Zug in den Aktionen und fast folgerichtig legte der VfL nach. In der 23. Minute passte de Camargo vor dem 16er auf Reus, der zentral in den Strafraum lief. Zwei Gegenspieler tanzte er aus, einem dritten schoss er den Ball durch die Beine ins lange Eck. Ein tolles Tor des Bald-Nationalspielers .
Es sah also danach aus, als ob die Borussen die erste Runde locker und leicht überstehen würden, doch ganz so einfach war es nicht. Das lag an Marc-André ter Stegen, der nach einer halben Stunde nach einem langen Pass auf Klauß seinen Kasten verließ und etwas übereifrig an der Strafraumgrenze einstieg. Klauß hob ab, der Schiedsrichter entschied zurecht auf Elfmeter und ter Stegen sah die Gelbe Karte. Tobias Schweinsteiger, älterer Bruder des Nationalspielers von Bayern München, verwandelte sicher zum Anschlusstor.
Zwei Minuten später hätten die Borussen den alten Abstand wieder herstellen können. Nach einem tollen Spielzug über Hanke und Neustädter tauchte Reus alleine vor Hofmann auf, der den Schuss jedoch parieren konnte.
Bis zur Pause tat sich nicht mehr viel, wobei die Borussen weitestgehend alles im Griff hatten. Daran änderte sich auch zu Beginn der zweiten Halbzeit nichts, die beide Teams in unveränderter Besetzung angingen. Regensburg nahm keinerlei Risiko, während die Borussen weiter versuchten, ihr Spiel durchzubringen. In der ersten Viertelstunde wurde ein Kopfball von de Camargo nach Reus-Flanke im letzten Moment geblockt, Dante prüfte Hofmann mit einem Freistoß und Hanke zielte von der Strafraumgrenze über das Tor.
Der Bundesligist war überlegen, richtig zwingend wurde er dabei nicht. Im Regen von Regensburg blieben die Gastgeber weiter sehr zurückhaltend und mussten zwanzig Minuten vor Schluss den endgültigen Knockout hinnehmen. Reus passte in den Mittelkreis auf Lukas Rupp, der einen langen Ball in den Lauf von de Camargo spielte. Sein Gegenspieler verschätzte sich, so dass der Brasilianer alleine auf das Tor zulaufen konnte. Mit einem schönen und präzisen Lupfer überwand er Hofmann zum 1:3.
Spätestens jetzt war die Partie entschieden. Die Borussen, bei denen noch Leckie und Herrmann sowie später noch Brouwers für den leicht angeschlagenen Stranzl kamen, brachten den Sieg routiniert über die Zeit.
Am Ende steht das verdiente Weiterkommen der Gladbacher Borussen gegen eine Mannschaft aus Regensburg, die zu keiner Zeit an ihre Chance glauben wollte.
Kurzstatistik zum Spiel:
Jahn Regensburg: M. Hofmann - Philp, Laurito, Ziereis, Binder (76. Schmid) - Hein, Kurz (82. Kasal) - Alibaz, Temür (66. Müller), Klauß - Schweinsteiger
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl (86. Brouwers), Dante, Daems – Nordtveit, Neustädter – Reus, Rupp (79. Herrmann) – de Camargo (79. Leckie), Hanke
weiter im Kader: Blaswich (ETW), Bobadilla, Marx, Wendt
Tore: 0:1 Stranzl (14.), 0:2 Reus (23.), 1:2 Schweinsteiger (30./FE), 1:3 de Camargo (70.)
Gelbe Karten: Klauß , Philp - ter Stegen
Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)
Zuschauer: 10.388