Sonntag, 24. Juli 2011 - 14:57 Uhr

Der Grund für die gemischten Gefühle des Schweizers, dürfte die erneut schwache Chancenverwertung seiner Offensive gewesen sein. Einerseits gab es für Favre »viele positive Ansätze« zu sehen, so lobte er das teilweise sehr ansehnliche Spiel seiner Mannschaft. »Es wird so langsam. Wir haben gute Kombinationen gezeigt und uns klare Torchancen herausgespielt«. Andererseits wurden genau diese Großchancen oft fahrlässig vergeben. In diesem Zusammenhang bemängelte Favre die berühmte »letzte Entschlossenheit« vor dem gegnerischen Tor.
Dieser Meinung schloss sich Abwehrchef Martin Stranzl an. Es sei wichtig, dass man sich die zahlreichen Chancen herausarbeite, aber vor dem Tor müsse man noch bissiger und giftiger werden, analysierte der Österreicher das letzte Testspiel.
Neben der schlechten Chancenverwertung schien aber vor allem das Transferhickhack der letzten Wochen beim Trainer Spuren hinterlassen zu haben. Obwohl mit Joshua King und Yuki Otsu dem Schweizer künftig zwei weitere Neuzugänge zur Verfügung stehen, spielen beide für den Saisonauftakt in Regensburg keine Rolle. Die Leihgabe aus Manchester soll nach einer Verletzung und der anschließenden Operation zunächst »Schritt für Schritt« aufgebaut werden. »Joshua hat bisher nur leichte Laufeinheiten absolviert«, gab Favre über die momentane Verfassung des Norwegers Auskunft. Auch der Japaner Yuki Otsu stellt momentan keine Alternative dar, da die Zeit mit der Mannschaft bis zum Pokalspiel zu kurz ist. Deshalb verwies Favre erneut darauf, dass Otsu eher mittel- und langfristig der Mannschaft weiterhelfen könne.
Damit dürfte Lukas Rupp nach guter Vorbereitung auf der linken Seite zunächst einmal gesetzt sein, auch wenn Borussias Trainer sich noch nicht auf eine endgültige Aufstellung festlegen lassen wollte. »Ich kann noch nichts zur Aufstellung sagen«. Allerdings attestierte er dem U-20 Nationalspieler vielsagend eine gute Vorbereitung. »Er macht seine Sache gut und ist auf vielen Positionen einsetzbar«. Die junge Neuverpflichtung aus Karlsruhe zeigte sich ebenfalls optimistisch. »Ich denke, dass ich einen guten Eindruck hinterlassen habe und dem Trainer meine Stärken präsentieren konnte«.
Derweil scheint es in Sachen Michael Bradley keine neuen Entwicklungen zu geben. Der US-Amerikaner stand auch beim finalen Test nicht im Kader und spielt in den Überlegungen von Lucien Favre weiter keine Rolle. »Michael hat mir mitgeteilt, dass er sich derzeit einen neuen Verein sucht«, erklärte Favre.
Es bleibt nun also zu hoffen, dass die Personalie Bradley bald endlich zu den Akten gelegt werden und Borussia noch die dringend benötigte Verstärkung für die zentrale Mittelfeldposition tätigen kann. Denn nach den letzten unruhigen Wochen, in denen die öffentlich getätigten Äußerungen der Verantwortlichen nicht immer glücklich waren, gilt es die fast schon verpuffte Euphorie der Last-Minute Rettung zu mobilisieren, um das schwere Auftaktprogramm mit Ruhe und Optimismus in Angriff nehmen zu können.