Montag, 04. Juli 2011 - 23:36 Uhr

Im Auftaktmatch gegen die rheinischen Nachbarn aus Düsseldorf setzte Trainer Lucien Favre wie gewohnt auf das bewährte 4-4-2- System in dem Borussias Neuzugang Lukas Rupp sein Debüt im Fohlentrikot auf dem rechten Flügel gab. In einer Partie mit mäßigem Tempo, die sich weitgehend im Mittelfeld abspielte, waren spielerische Highlights eher Mangelware.
So kontrollierte die Borussia zwar weitgehend das Spiel, was sich in den Ballbesitzanteilen deutlich widerspiegelte, konnte aber selten Torgefahr entwickeln. Wieder einmal war es Marco Reus der für die wenigen spielerischen Glanzpunkte im Spiel der Borussia sorgte und eine der beiden Gladbacher Großchancen hatte. In der 34. Minute setzte Tony Jantschke Borussias Nationalspieler in Spe klasse in Szene, in Form eines Steilpasses in die Nahtstelle der Fortunen Abwehr, doch Reus guter Abschluss konnte vom Schlussmann der Fortuna pariert werden.
Nur eine Minute zuvor hatte Roel Brouwers die bis dato einzige Möglichkeit um seine Mannschaft in Führung zu bringen. Nach einem der selten geglückten Eckbälle von Dennis Dowidat auf den kurzen Pfosten, verlängerte Neustädter auf Brouwers, der den Ball aber per Direktabnahme nicht voll traf und ebenfalls am Düsseldorfer Torwart Michael Ratajczak scheiterte.
Da die Borussia diese beiden Möglichkeiten ungenutzt ließ und auf der anderen Seite, der Fortuna in Person von Ranislav Jovanovic ein möglicher Strafstoß in der 33. Minute verwehrt blieb, wurde das Spiel durch Elfmeterschießen entschieden. Nachdem Dowidat und Brouwers kläglich an Ratajczak scheiterten und die Fortuna zwei Mal sicher verwandelte, stand der Sieger bereits nach vier Schützen fest.
Für die zweite Partie gegen den Gastgeber aus Aachen wechselte Favre seine Mannschaft auf allen Positionen durch. Im Vergleich zum eher müden Auftakt gegen die Fortuna, hatte die zweite Begegnung den knapp 11.500 Zuschauern auf dem Tivoli deutlich mehr Torszenen zu bieten.
Allerdings war ein Großteil der Chancen auf Seiten der Kaiserstädter zu verzeichnen. Vor allem Marco Stiepermann, die Dortmunder Leihgabe der Aachener, ließ Borussias namhafte Viererkette um Wendt, Dante, Stranzl und Zimmermann einige Male alt aussehen. So hätte Stiepermann seine Alemannen bereits in der 5. Minute in Führung bringen können. Doch sein Heber über den weit rausgelaufenen Ersatzkeeper der Borussia, Christopher Heimeroth, landete nur knapp über dem Tor.
Die Aachener wussten in der darauffolgenden Phase des Spiels die Borussen in der eigenen Hälfte zu beschäftigen und kamen so zu zahlreichen Großchancen. In der 30. Minute waren es die Latte und der auf der Linie klärende Oscar Wendt, die Gladbach vor der verdienten Führung der Aachener bewahrten. Nach erneut glänzender Vorarbeit von Stiepermann traf der vom 1. FC Köln ausgeliehene Reinhold Yabo aus kurzer Distanz die Latte. Der daraus resultierenden Abpraller und die anschließende Volleyabnahme von Manuel Junglas konnte aber der defensiv noch unsicher wirkende schwedische Neuzugang der Borussia in letzter Sekunde auf der Linie klären.
Gegen Ende der Partie fand schließlich auch die Gladbacher Offensive etwas besser ins Spiel und kam zu einigen nennenswerten Torchancen. Die größte Chance vergab dabei der abwanderungswillige Brasilianer Dante, der nach gelungener Flanke von Testspieler Asmir Kajevic, völlig freistehend aus kurzer Distanz neben das Aachener Tor köpfte. Somit endete diese Begegnung ebenfalls mit einem torlosen Remis und es ging erneut ins Elfmeterschießen. Hierbei zeigte sich vor allem Martin Stranzl als sicherer Schütze vom Punkt und verhalf der Borussia mit zwei verwandelten Elfmetern zum zweiten Platz des Turniers.
Nach dem eher durchwachsenen Auftritt der Borussia blieb allerdings noch eine Fragen offen, da das Spiel gegen Aachen die letzte Möglichkeit für Asmir Kajevic war, sich bei Trainer Lucien Favre und Sportdirektor Max Eberl für einen Vertrag zu empfehlen. Eberl hatte bereits vor dem Turnier angekündigt, eine zeitnahe Entscheidung treffen zu wollen. Favre scheint einer Verpflichtung des U-21 Nationalspielers zumindest nicht abgeneigt zu sein und gab im Anschluss vielsagend zu Protokoll: »Jeder kann sehen, dass er Qualität hat. Er ist ein sehr, sehr interessanter Spieler.«