Samstag, 02. Juli 2011 - 16:07 Uhr

Zum Abschluss des Trainingslagers von Borussia Mönchengladbach in Bad Wörishofen trat die Truppe von Lucien Favre am Samstagnachmittag beim Drittligisten 1.FC Heidenheim an. Verzichten musste Borussias Coach auf die angeschlagenen Igor de Camargo und Niklas Dams, sowie Lukas Rupp und Marc-André ter Stegen, die noch Trainingsrückstand haben. Und auch Gastspieler Asmir Kajevic konnte nicht mitwirken, nachdem er aus dem Spiel gegen Fürth am Donnerstag sowie den Trainingseinheiten so heftige Blasen an den Füßen davongetragen hatte, dass ein Einsatz in Heidenheim unmöglich wurde.
Dafür waren diesmal Marco Reus, Håvard Nordtveit und die Neuzugänge Matthias Zimmermann und Oscar Wendt dabei.
In der ersten Halbzeit bot Lucien Favre vor Keeper Christofer Heimeroth eine Viererabwehrkette mit Tony Jantschke, Martin Stranzl, Roel Brouwers und Oscar Wendt auf. Vor der Abwehr teilten sich Roman Neustädter und Alexander Bieler die Arbeit. Im linken Mittelfeld spielte Mo Idrissou, rechts Julian Korb. In der Spitze versuchten sich Marco Reus und Mathew Leckie.
Das Spiel begann sehr schwungvoll und bereits in der 3. Minute zeigte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt. Nach einem Pass von Idrissou ließ Reus den Ball schön durchlaufen und wurde dann im Strafraum von den Beinen geholt. Idrissou schoss jedoch vom Elfmeterpunkt an den Pfosten, nickte den Abpraller dann zwar ein, aber wegen der fehlenden Berührung durch einen zweiten Spieler konnte das Tor nicht anerkannt werden.
So ging es torlos, aber mit Schwung weiter. Besonders Marco Reus war auffällig. In der 14. Minute fing er einen Pass ab und dann ging es im Zusammenspiel mit Lecke sehr schnell. Reus kam schließlich zum Abschluss, Heidenheims Keeper konnte den Schuss allerdings parieren.
Vier Minuten später fiel dann der verdiente Führungstreffer für den VfL. Leckie trat über die linke Seite an und steckte die Kugel gut durch in den Lauf von Idrissou. Der nagelte das Leder aus spitzem Winkel mit einem statten Linksschuss ins Eck.
In der Folgezeit taten sich die Borussen allerdings schwerer, was sich vor allem in vielen Ballverlusten im Mittelfeld ausdrückte. Bedingt durch die Gladbacher Ungenauigkeiten kam der Drittligist auf. So erzielten sie im Anschluss an einen Fehlpass von Stranzl ein Abseitstor (22.) und vergaben eine große Kopfballchance (25.).
Das Spiel hing aus Borussensicht etwas durch, lediglich Marco Reus sorgte vor dem Pausenpfiff nochmals für Gefahr. Er eroberte den Ball im Mittelfeld, zog in seiner bekannten Art los und schloss dann aus 17 Metern ab – die Kugel zischte knapp am Tor vorbei und klatschte an die Werbebande (34.).
Die Schlussphase des ersten Durchgangs gehörte dann den Gastgebern, die in der 39. Minute zum nunmehr verdienten Ausgleich kamen. Marc Schnatterer zirkelte das Leder mit rechts via Innenpfosten unhaltbar für Heimeroth in den Winkel.
Und fast mit dem Pausenpfiff hätte Schnatterer sogar erhöhen können, nachdem Heimeroth im Anschluss an einen langen Ball mit dem Herauslaufen zögerte, der Lupfer des Heidenheimers trudelte allerdings am langen Eck vorbei.
Zur zweiten Halbzeit wechselte Lucien Favre komplett durch. Im Tor stand nun Janis Blaswich, vor ihm bildeten Matthias Zimmermann, Bamba Anderson, Dante und Filip Daems die Viererkette. Als Doppel6 agierten Håvard Nordtveit und Thorben Marx, Patrick Herrmann und Dennis Dowidat besetzten die Halbpositionen. Vorne stürmten nun Mike Hanke und Raúl Bobadilla.
Die erste Chance der zweiten Halbzeit hatten die Gastgeber. Blaswich faustete einen Freistoß aus zentraler Position in die Mitte, der Nachschuss strich knapp über den Querbalken (50.).
Auf der Gegenseite versuchte sich Mike Hanke mit einem Schuss aus 18 Metern, er verfehlte das Ziel um einen Meter (54.).
Der VfL hatte nun alles im Griff und war das überlegene Team, auch weil auf Seiten der Heidenheimer einige Wechsel erfolgten. Die Borussen kamen zu einigen guten Torchancen: So lenkte der gegnerische Torwart einen Freistoß von Dante aus zwanzig Metern um den Pfosten (62.), zwei Minuten später lupfte Daems nach schönem Antritt und Doppelpass mit Bobadilla haarscharf über das Tor.
Weitere vier Minuten später tankte sich Bobadilla zentral durch, ließ mehrere Gegenspieler stehen und zog aus 15 Metern ab. Der Torwart bekam zwar noch seine Finger an den Ball, konnte den Einschlag allerdings nicht verhindern.
Die Führung für den VfL war verdient, zumal es weitere Möglichkeiten gab, das Ergebnis auszubauen. So scheiterte Hanke aus kurzer Distanz nach Flanke Dowidat am Keeper (71.), sechs Minuten später nagelte der Ex-Schalker einen Freistoß aus 28 Metern flach an den Pfosten – ein Schuss wie ein Strich.
In den letzten Minuten trudelte das Spiel aus, ehe Dennis Dowidat fast mit dem Abpfiff für den Schlusspunkt sorgte. Einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld kickte er ganz frech zum 1:3 ins kurze Eck, während alle auf eine Hereingabe warteten.
Nach dem ersten Testspielsieg in der Vorbereitung fliegen die Borussen am Abend von München zurück in die Heimat. Am Sonntag wird trainiert, Montag steht der Derbycup in Aachen an. Dort soll Asmir Kajewic noch mal vorspielen, sofern er spielfit wird.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach (HZ 1): Heimeroth – Jantschke, Stranzl, Brouwers, Wendt – Neustädter, Bieler – Korb, Idrissou – Reus, Leckie
Borussia Mönchengladbach (HZ 2): Blaswich – Zimmermann, Anderson, Dante, Daems – Marx, Nordtveit – Herrmann, Dowidat – Bobadilla, Hanke
Tore: 0:1 Idrissou (18.), 1:1 Schnatterer (39.), 1:2 Bobadilla (68.), 1:3 Dowidat (90.)
Zuschauer: 5.000