Donnerstag, 30. Juni 2011 - 20:27 Uhr
Im ersten Testspiel der Saisonvorbereitung traf Borussia Mönchengladbach am Donnerstag in Heimstetten bei München auf die SpVgg Greuther Fürth. Der Zweitligist ist in der Vorbereitung schon ein gutes Stück weiter, für die sich seit einer Woche im Training befindlichen Borussen sollte dieses Testspiel eine weitere intensive Trainingseinheit sein.
Wie angekündigt verzichtete Lucien Favre auf die erst am Montag ins Training eingestiegenen Nachzügler um Marco Reus. So stand im ersten Durchgang kein Neuzugang auf dem Platz, einzig Testspieler Asmir Kajevic war als linker Offensivmann mit dabei, Nachwuchsakteur Alexander Bieler im Mittelfeld war zudem ein neues Gesicht.
Im Tor startete Christofer Heimeroth, die Viererabwehrkette bildeten Tobias Levels, Bamba Anderson, Dante und Kapitän Filip Daems. Auf der Doppelsechs agierte Thorben Marx neben Alexander Bieler, im rechten Mittelfeld Patrick Herrmann und als Doppelspitze Mike Hanke und Raúl Bobadilla.
Fürth zeigte bereits in den ersten Minuten, dass es dieses Testspiel sehr energisch angehen wollte. Die Grün-Orangen gingen vehement in die Zweikämpfe, was die Borussen zunächst etwas zu irritieren schien. Noch ehe der VfL die Ordnung richtig hergestellt hatte, lag Fürth bereits in Front. Ausgerechnet Kajevic unterlief im Mittelfeld ein Ballverlust, was dem Zweitligisten Raum für einen Spielzug über Borussias linke Seite bot. Schließlich war es Olivier Occean, der das Leder im langen Eck versenkte (5.).
Borussia tat sich schwer, ein Kombinationsspiel aufzuziehen und kam zunächst über Ansätze nicht hinaus. Die erste gefährliche Aktion gab es in der 17. Minute, als Patrick Herrmann über rechts mit Raúl Bobadilla kombinierte. Der rettete den Ball mit schönem Trick an der Grundlinie, seine Hereingabe erreichte Hanke jedoch nicht mehr.
Fürth wirkte weiter aktiver und aggressiver. Nach einer guten halben Stunde vertändelte Dante vor dem Strafraum den Ball, Nöthe konnte alleine auf Heimeroth zulaufen, der den Schuss des Fürthers zur Ecke lenkte. Im Anschluss an diese sprang Occean höher als Dante und köpfte knapp am Tor vorbei.
Torschütze Occean war es auch in der 36. Minute, der nach einem Freistoß aus dem Halbfeld die Lufthoheit behielt, Heimeroth war jedoch wieder auf dem Posten.
Erst nach dieser Aktion verlagerte sich das Spiel deutlich in die Fürther Hälfte. Besonders der bis dahin bis auf eine gelungene Defensivaktion eher unglücklich agierende Asmir Kajevic wurde nun stärker. Erst wurde nach einer guten Aktion von ihm Herrmann geblockt, dann schoss er aus kurzer Distanz über das Tor, nachdem Bieler auf Hanke gespielt und der von rechts in den Tor gepasst hatte.
In der 45. Minute machte es Montenegros U21-Nationalspieler besser. Raúl Bobadilla setzte sich auf der rechten Seite wuchtig durch, seine flache Hereingabe wurde im letzten Moment geblockt, doch der Argentinier setzte nach und holte sich den Rebound. Sein Pass erreichte Kajevic, der aus kurzer Distanz zum Ausgleich einnetzte.
Asmir Kajeciv war dann auch der einzige Spieler, der in der zweiten Halbzeit auf dem Feld blieb. Im Tor stand nun Janis Blaswich, Tony Jantschke, Martin Stranzl, Roel Brouwers und Niklas Daems bildeten die Abwehrkette. Im defensiven Mittelfeld spielten Julian Korb und Roman Neustädter, im rechten Mittelfeld Dennis Dowidat. Mo Idrissou und Neuzugang Mathew Leckie bildeten den Zweiersturm.
Borussia war zu Beginn das bessere Team, besonders Leckie und Korb waren auffällig. Doch in Führung gingen erneut die Fürther. Fürstner wollte im Strafraum den Ball an Roel Brouwers vorbeispitzeln, dem die Kugel an die Hand sprang. Den fälligen Elfmeter verwandelte Nehrig sicher.
Beide Teams neutralisierten sich in der Folgezeit weitestgehend. Die Borussen kamen nicht gefährlich in den Strafraum, so dass in der 66. Minute ein Distanzschuss herhalten musste. Roman Neustädter lief durchs linke Mittelfeld, zog in die Mitte und schoss aus rund 18 Metern. Torwart Max Grün lenkte das Leder zur Ecke.
Zehn Minuten später war dann der Auftritt von Asmir Kajevic beendet. Patrick Herrmann wurde wieder eingewechselt und übernahm die Position des Testspielers aus Montenegro. Kajevic war schwer in die Partie gekommen, steigerte sich vor der Pause und erzielte sein Tor, nach dem Wechsel war dann nicht mehr viel von ihm zu sehen.
Das galt allerdings auch für die Kollegen, die sich keine weitere Torgelegenheit erspielen konnten, so dass die Partie letztlich mit einer 1:2-Niederlage für die Borussia endete.
Borussias Trainer Lucien Favre zeigte sich anschließend nicht gerade erfreut über die Leistung seiner Elf. »Wir waren zu schwach im technischen Bereich und bei der Ballannahme. Das gefällt mir nicht«, sagte der Schweizer. »Wir hatten nur 1 ½ Torchancen. Klar, wir haben unser Bestes gemacht, die Spieler waren sehr müde. Aber das harte Training ist keine Entschuldigung für die Niederlage«.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach (Halbzeit 1): Heimeroth – Levels, Anderson, Dante, Daems – Marx, Bieler – Herrmann, Kajevic – Hanke, Bobadilla
Borussia Mönchengladbach (Halbzeit 2): Blaswich – Jantschke, Stranzl, Brouwers, Dams – Neustädter, Korb – Dowidat, Kajevic (77. Herrmann) – Leckie, Idrissou
Tore: 0:1 Occean (5.), 1:1 Kajevic (45.) , 1:2 Nehrig (54./HE)
Zuschauer: 504 in Heimstetten