Mittwoch, 15. Juni 2011 - 21:51 Uhr

So ganz überraschend kam die Nachricht nicht, dass Hans Meyer ab sofort als viertes Mitglied dem Präsidium von Borussia Mönchengladbach angehört. Derartige Gedankenspiele gab es bereits im Vorfeld der Jahreshauptversammlung Ende Mai. Als Borussias Verantwortliche diverse Szenarien durchspielten war Meyer so etwas wie ein ‚Joker‘, den man noch im Ärmel hatte, falls das Kompetenzteam um Stefan Effenberg und Horst Köppel sich tatsächlich als gefährlich herausgestellt hätte.
Der Klassenerhalt und die sich abzeichnende klare Niederlage der ‚Initiative‘ machten es nicht erforderlich, die Aufstockung der sportlichen Kompetenz im Präsidium noch im Wahlkampf einzusetzen. So ging alles mit der nötigen Ruhe über die Bühne. »Mit dieser Entscheidung stärken wir die sportliche Komponente in der Vereinsführung noch weiter«, konnte Vize-Präsident Rainer Bonhof am Mittwoch verkünden. »Hans Meyer kennt Borussia und die handelnden Personen und verfügt über einen großen Erfahrungsschatz im Fußball«.
Über den verfügt der 68-Jährige zweifelsfrei, zudem genießt er bei den Borussenfans nach seinen beiden erfolgreichen Amtszeiten als Trainer (1999 – 2003 und 2008 – 2009) einen Kultstatus. Den er auch in den vergangen Monaten nicht ankratze, weil er sich selbst in der sportlich so schwierigen Zeit bei seinen öffentlichen Auftritten immer loyal zur Borussia und den handelnden Personen verhielt.
Dass Meyer zudem nicht irgendwo bei der Konkurrenz als ‚Feuerwehrmann‘ eingestiegen ist, wurde ebenso mit Wohlwollen registriert. »Ich habe mich in den letzten Monaten bewusst gegen eine nochmalige Tätigkeit als Vereinstrainer entschieden«, erklärte Meyer. »Die Aussicht, mich in Borussias Präsidium bei der sportlichen Entwicklung des Klubs mit einzubringen, hat mich dagegen sehr gereizt«.
So heißt es also „Willkommen daheim, Hans Meyer“. Und wer weiß, vielleicht wird er sogar wirklich irgendwann als Präsident im Borussia-Park thronen …