Mittwoch, 25. Mai 2011 - 22:49 Uhr
Borussias Trainer Lucien Favre konnte in Bochum auf Marco Reus zurückgreifen, dessen Einsatz bis zuletzt fraglich war. So lief die gleiche Elf auf, die im Hinspiel das knappe 1:0 erreicht hatte.
Wie erwartet begannen die Bochumer sehr aggressiv und druckvoll, während die Borussen zunächst sehr passiv agierten. Schon nach wenigen Sekunden gab es einen ersten Freistoß für Bochum und in den folgenden Minuten bestimmten die Gastgeber ganz eindeutig das Geschehen. Und sie wären fast schon in der 4. Minute in Führung gegangen: Nach einem Eckball köpfte Maltritz das Leder an den Querbalken.
Das Bochumer Publikum peitschte die Mannschaft nach vorne und der VfL attackierte die Borussen energisch, sobald diese über die Mittellinie kamen. Der Bundesligist baute von hinten sehr ideenlos auf und konnte, wenn sich das Spielgeschehen im Mittelfeld abspielte, den Bochumern kein Paroli bieten.
In den ersten zwanzig Minuten tauchten die Borussen nur zweimal wirklich gefährlich im Bochumer Strafraum auf, doch beide Male wurde auf Abseits entschieden. Spielerisch war es auch danach sehr dünn. Entweder gab es lange Bälle, oder aber weiter unzureichendes Aufbauspiel durchs Mittelfeld. So wie in der 24. Minute, als es Martin Stranzl versuchte und mit dem Ball über die Mittellinie ging, das Leder jedoch verlor.
Bochum konterte, wobei die Borussen in Person von Neustädter und Stranzl die Sache eigentlich fast schon unter Kontrolle hatten. Doch es wurde nicht energisch geklärt, so dass plötzlich Dabrowski im Strafraum an den Ball kam und ihn flach vors Tor passte. Håvard Nordtveit lief unglücklich in diesen Pass und drückte die Kugel ins eigene Tor.
Das Ruhrstadion stand Kopf, das Ergebnis des Hinspiels bereits nach 24 Minuten egalisiert.
In den nächsten Minuten musste man arge Sorge haben, dass Bochum den Schwung weiter nutzen könnte, doch dann fingen sich die Borussen etwas. Auch weil die Bochumer ihr aggressives und kraftraubendes Spiel etwas drosselten und sich ein wenig zurückzogen.
Die Schlussphase des ersten Durchgangs gehörte dann der Borussia. In der 41. Minute hatten sie ihre erste wirkliche Torchance, als sich Idrissou nach Arango-Ecke hochschraubte, sein Kopfball landete jedoch ebenfalls an der Latte. Und fast mit dem Pausenpfiff vergab Roman Neustädter die große Möglichkeit zum Ausgleich. Nach Pass von Arango flankte Hanke butterweich auf den Elfmeterpunkt, wo Neustädter frei zum Kopfball kam, jedoch den Ball nicht richtig traf.
So ging es mit einem Rückstand in die Pause, aus der beide Teams in unveränderter Besetzung zurückkamen. Die Spielanteile waren verteilt, wobei die Borussia nun allerdings deutlich mehr nach vorne machte als zuvor. Der zahlreiche Gladbacher Anhang im Ruhrstadion jubelte in der 55. Minute, als Marco Reus traf, doch das Tor wurde wegen Abseits nicht anerkannt.
Doch die Borussen waren nun besser im Spiel, nach einer Kopfball-Stafette köpfte Mo Idrissou aufs Tornetz (58.).
Das Spiel blieb weiter auf des Messers Schneide, denn auch Bochum kam mehrmals zumindest ansatzweise gefährlich vor das Gladbacher Tor. Lucien Favre reagierte in der 68. Minute erstmals und brachte Igor de Camargo für Mo Idrissou.
Und mit dem Torschützen der letzten Woche kam weiterer Schwung. Zunächst landete eine verunglückte Flanke von Arango fast im Torwinkel (70.), kurz darauf klärte ein Bochumer nach einer Ecke auf der Linie. In der 72. Minute ging es dann blitzschnell, als die Borussia über die halbrechte Seite kombinierte. De Camargo passte in den Lauf von Reus, der eiskalt blieb und das Leder im Eck versenkte.
Die Erlösung für die Borussen, denn dieser Treffer brachte zum einen Sicherheit, zum anderen traf er die Bochumer ins Mark. Die hatten in der gesamten Schlusssequenz nur noch eine wirkliche Gelegenheit, als Toski einen Freistoß aus dem Halbfeld schlug, der sich gefährlich aufs Tor senkte. Ter Stegen lenkte den Ball im letzten Moment über den Kasten (76.).
Doch das war es aus Bochumer Sicht, die Borussen überstanden die letzten Minuten ohne größere Probleme und konnten sich am Ende feiern lassen. Das Wunder ist geschafft, Borussia bleibt erstklassig. Der absolute Wahnsinn …
Kurzstatistik zum Spiel:
VfL Bochum: Luthe - Ostrzolek, Maltritz, Yahia, Freier - Johansson - Dabrowski , Toski , Azaouagh (63. Frederico), Dedic (75. Saglik) - M. Aydin
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Neustädter, Nordtveit – Reus (85. Matmour), Arango – Idrissou (68. de Camargo), Hanke (90.+3/Brouwers)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Schachten, Brouwers, Marx, Herrmann
Tore: 1:0 Nordtveit (24./ET), 1:1 Reus (72.)
Gelbe Karten: Ostrzolek, Aydin, Dabrowski – Dante
Schiedsrichter: Peter Gagelmann
Zuschauer: 28.650 (ausverkauft)