Samstag, 14. Mai 2011 - 17:25 Uhr

Borussias Trainer Lucien Favre änderte in Hamburg seine Startelf gegenüber der Vorwoche nicht. Eine Veränderung gab es im Kader: Igor de Camargo kehrte nach überstandender Verletzung zurück, Michael Fink blieb dafür nur ein Platz auf der Tribüne vorbehalten.
Die Borussen starteten konzentriert in die Partie und gaben in Person von Roman Neustädter den ersten Torschuss ab (2.). Der HSV meldete sich in einer offenen Anfangsphase durch einen Schuss von Elia aufs kurze Eck, den ter Stegen sicher festhalten konnte (5.).
Die Gäste aus Mönchengladbach wirkten bissiger im Zweikampf als die Hamburger und übernahmen fortan die Spielkontrolle. Deutlich mehr Ballbesitz hatten die Fohlen zu verzeichnen. Allerdings blieben ihre Angriffsaktionen sehr oft im Ansatz stecken. Reus und auch Idrissou versuchten einiges zu bewegen, doch blieben in letzter Instanz hängen.
Die Hamburger zeigten sich nur durch den flinken Elia gefährlich, der mit einem Schuss nur knapp verpasste (14.) und dann ein Tor erzielte, was jedoch nicht gegeben wurde. Es fiel im Anschluss an eine Gladbacher Ecke, an die Hamburg einen Konter fahren konnte. Nordtveit sah hier nicht gut gegen Elia aus, der schließlich auch nicht von Daems gestoppt werden konnte und an ter Stegen vorbei ins lange Eck traf (23.). Doch Schiedsrichter Manuel Gräfe verweigerte dem Treffer die Anerkennung, weil Ben-Hatira in der Mitte den zurückeilenden Tony Jantschke mit dem Ellenbogen niedergestreckt hatte.
Ein wenig Glück also für die Borussen, dass der Unparteiische diese Situation entsprechend bewertet hatte und zeitig abpfiff.
An der Spielanlage änderte sich auch in der Folgezeit nichts. Borussia machte mehr, bekam allerdings nur zu Halbchancen. Eine Direktabnahme von Reus (37.) war noch die beste Gelegenheit. Doch fünf Minuten später waren die Gladbacher Fans in der Hamburger Arena aus dem Häuschen. Nach einem Foul an Idrissou gab es Freistoß aus über zwanzig Meter zentraler Position. Arango zirkelte den Ball über die Mauer auf die Torwartecke. HSV-Keeper Rost war dran, konnte den Ball allerdings nur ins Eck lenken.
Und die Borussen hätten mit dem Pausenpfiff nachlegen können, als Arango Hanke mit einem langen Pass bediente. Hanke zog aus zwanzig Metern mit einem Flachschuss ab, der Ball wurde abgefälscht und klatschte ans hintere Torgestänge.
Mit einer durchaus verdienten 1:0-Führung für den VfL ging es in die Kabinen. Da es bei Frankfurt und Wolfsburg zur Pause torlos stand, war die Borussia zu diesem Zeitpunkt auf dem 15. Tabellenplatz.
Der zweite Durchgang wurde dann zu einer echten Nervenschlacht – vor allem aufgrund der Geschehnisse auf den anderen Plätzen. Denn es brandete kurz nach dem Wiederanpfiff großer Jubel auf, weil Wolfsburg in Hoffenheim ins Hintertreffen geriet. Die komplette Rettung war für den VfL greifbarer denn je.
Kribbelig wurde es, als die Frankfurter Führung in Dortmund durchgegeben wurde. Es stand wieder alles auf des Messers Schneide. Derweil legte der HSV in der heimischen Arena einen Zahn zu und war nun das etwas bessere Team.
Die Borussen verrichteten gute Defensivarbeit, blieben jedoch in der Offensive ohne Durchschlagskraft. Die beste Möglichkeit verzeichnete Mike Hanke in der 65. Minute, als er mit einem Kopfball nach Idrissou-Flanke knapp verpasste.
Währenddessen überschlugen sich auf den anderen Plätzen die Ereignisse. Dortmund drehte gegen Frankfurt das Spiel, Wolfsburg in Hoffenheim leider ebenso.
Und in der 71. Minute war es dann auch um die Gladbacher Führung in Hamburg geschehen. Ein langer Ball wurde an den Borussenstrafraum geschlagen, der eingewechselte van Nistelrooy setzte sich gegen Dante durch und überlupfte ter Stegen, ehe Dante vor der Linie retten konnte. Allerdings staubte Ben-Hatira aus kurzer Distanz ab.
Es wurde nochmals brenzlig für den VfL, so musste Reus einmal nach einem Kopfball auf der Linie retten (75.). Lucien Favre wechselte einmal, brachte de Camargo für Mike Hanke.
In der Schlussphase riskierte der HSV dann nicht mehr alles, die Borussen hatten ihrerseits noch ein paar gute Möglichkeiten, doch einen wirklich gefährlichen Abschluss bekamen sie nicht mehr hin. Das war dann auch nicht mehr nötig, denn auf den anderen Plätzen herrschte Klarheit: Wolfsburg gewann in Hoffenheim und rettete sich damit, Frankfurt unterlag beim BvB und stieg damit ab. Die Borussen erreichen den Relegationsplatz, was angesichts des Saisonverlaufs durchaus als Sensation zu bezeichnen ist.
Kurzstatistik zum Spiel:
Hamburger SV: Rost – Diekmeier (85. Benjamin), Kacar, Westermann, Aogo - Tesche, Zé Roberto (67. van Nistelrooy) - Rincon, Ben-Hatira, Elia – Guerrero (37. Pitroipa)
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Neustädter, Nordtveit – Reus, Arango – Hanke (73. de Camargo), Idrissou
weiter im Kader: Heimeroth (ETW) , Brouwers, Marx, Hermann, Levels, Matmour
Tore: 0:1 Arango (42.), 1:1 Ben Hatira (71.)
Gelbe Karten: Ben-Hatira – Arango, Stranzl
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)