Dienstag, 10. Mai 2011 - 07:30 Uhr
Marc-André ter Stegen: Verhinderte mit einer linkshändigen Klasseparade gegen Cissé im ersten Durchgang einen Rückstand und auch nach der Pause hielt er seine Mannschaft im Spiel, als er einen Cissé-Schuss aufs kurze Eck reflexartig abwehrte. In der gefühlten Eckenflut vor der Pause immer Herr der Lage. Entweder faustete er weit genug, oder er pflückte den Ball herunter. Als Anspielstation wie bereits gewohnt sicher und von den Kollegen mit viel Vertrauen gesucht. Seine Abschläge waren solide und er versucht, das Spiel schnell zu machen. Der 18-Jährige lieferte eine fehlerlose Partie ab und hielt sein Team mit den beiden Paraden am Leben. Note 2,0.
Tony Jantscke: In der Anfangsphase misslangen dem Rechtsverteidiger zwei Ballannahmen. In dieser Phase wirkte er etwas nervös, fing sich allerdings relativ schnell. Im weiteren Verlauf agierte er ruhig und positionell diszipliniert. Im Zweikampf immer beherrscht und nie plump. Offensivaktionen blieben vor der Pause aus. Erst nach dem Platzverweis stand Jantschke höher und war der einzige, der erkannt hatte, dass man in Überzahl das Spielfeld breit halten muss. Der 21-Jährige setzte sich nun vermehrt vorne in Szene und schlug zwei, drei ansehnliche Flanken. Zum erlösenden 1:0 lieferte er die Vorarbeit, allerdings unterstützt von Freiburgs Schuster, weil der Pass eigentlich zu lang geraten war. Note 3,5.
Martin Stranzl: Der Österreicher machte sein fast schon vertrautes Spiel: Solide, sicher und sattelfest. Ohne Schnörkel und zur Stelle, wenn es drauf ankam. Die Zweikampfführung gewohnt gradlinig und hart, ohne jedoch zu überdrehen. In den direkten Duellen mit Cissé meist Sieger. Im Aufbauspiel wählte er fast immer den Sicherheitspass und agierte insgesamt weitaus risikoloser als Nebenmann Dante. Vorne kam der 30-Jährige bei der scharfen Idrissou-Hereingabe um eine Zehenlänge zu spät, um den Führungstreffer zu markieren. Note 3,0.
Dante: Dem Brasilianer war seine Verletzungspause deutlich anzumerken. Er war lange nicht so souverän wie gewohnt. Am Ball sehr lässig, mit der einen oder anderen Drehung zuviel und zwei saloppen ‚Tänzchen‘, die nur mit Glück ohne Folgen blieben. Bei der Cissè-Chance in der ersten Halbzeit ließ er sich etwas zu leicht ausspielen, später klärte er im Verbund mit Stranzl im letzten Moment gegen den Freiburger Torjäger. Der 27-Jährige versuchte es oft mit langen Bällen, die jedoch nur selten einen Abnehmer fanden. Auch sein Freistoß vor dem Pausenpfiff geriet zu lang, wäre aber fast zum ‚Traumzufallstreffer‘ geworden. Nach der Pause wirkte Dante insgesamt sicherer, hier und da wackelte er dennoch. Note 4,0.
Filip Daems: In der ersten Halbzeit der einzige, der mit einem energischen Dribbling Raum gewann, doch sein Pass landete beim sich im Abseits befindenden Reus. Im Spiel gegen den Ball war der 32-Jährige solide und zupackend, wenn es nötig wurde. Holte sich in der hektischen Phase, als Borussia keinen Zugriff auf den Gegner bekam, die Gelbe Karte, nachdem er sich den Ball zu weit vorgelegt hatte. Blieb auch in Überzahl konsequent hinten, was wohl hauptsächlich daran lag, dass der im zweiten Durchgang auf seiner Seite spielende Reus komplett den Vorwärtsgang einlegte. Note 3,0.
Håvard Nordtveit: Hatte vor allem vor der Pause einen schweren Stand. Er lief etwas ‚suchend‘ umher und kam nicht in die Zweikämpfe. Zudem selten ins Spiel eingebunden, was auch dem trägen Aufbauspiel geschuldet war. Ein paar Mal ließ er sich ganz tief fallen, um von hinten aufzubauen. Dennoch blieb das Passspiel nur Durchschnitt. Nach der Pause war der Norweger insgesamt besser und gut in der Umschaltung, wenngleich er bei einem schnellen Gegenstoß den freien Reus auf links übersah. Läuferisch und vom Einsatz her gab es beim 20-Jährigen nichts zu bemängeln. Note 3,5.
Roman Neustädter: Wie sein Nebenmann mit großem läuferischen Aufwand und immer bemüht, das Freiburger Kombinationsspiel zu unterbinden. Doch nicht selten kam er einen Tick zu spät oder timte falsch. Den öffnenden Pass brachte er nach Ballgewinnen nicht, dafür viele Kurzpässe oder halbhohe Zuspiele, die wiederum nicht einfach zu verarbeiten waren. Gelungen dagegen sein schnelles Anspiel auf Hanke, der dann Reus auf die Reise zum 2:0 schickte. In der Schlussphase ließ er etwas hüftsteif den rollenden Ball an sich vorbeigehen, in dessen Folge Cissè den Lattenkracher setzte. Note 3,5.
Marco Reus: Hatte über die rechte Seite einen schweren Stand, sich durch den dicht gestaffelten Defensivverbund der Breisgauer zu schlängeln. Es gab kaum Lücken und so konnte er zunächst nicht für Gefahr sorgen. Dafür arbeitete er aufmerksam mit nach hinten. Trotz der drohenden Gefahr der 10. Gelben Karte meckerte er ein paar Mal zu lange mit dem Schiedsrichter. Zum Glück blieb er ohne Verwarnung. Nach der Pause tauschte er mit Arango die Seite und kam über links. Auch hier änderte sich zunächst nicht viel an der Schwierigkeit, den Weg durch die gut organisierte Freiburger Hintermannschaft zu finden. Doch nach dem 1:0 war dann einmal die Tür offen und Reus sprintete in typischer Manier in die Gasse und verwertete eiskalt. Klasse, wie ruhig er in voller Fahrt blieb. Wieder einmal war es der 21-Jährige, der für die Entscheidung sorgte. Note 2,5.
Juan Arango: In der ersten Halbzeit auf seiner linken Seite mit einigen guten Aktionen, vor allem im Klein-Klein-Spiel. Sein Kopfball nach Reus-Freistoß war eher eine Weiterleitung, statt eine ernsthafte Prüfung für den Torwart. Die eigenen Freistöße des Venezolaners waren zunächst schwach und gerieten sämtlich zu kurz bzw. zu flach. Nach der Pause auf der rechten Seite, doch da verpuffte seine Wirkung. Abgesehen von dem Freistoß im Anschluss an den Platzverweis, der toll geschossen war und ein Tor verdient gehabt hätte. Insgesamt zeigte der 30-Jährige eine mannschaftsdienliche Leistung. Gut, dass er in den Situationen, in denen der Gegner Druck aufbaut, die Ruhe bewahrt und oft eine fußballerische Lösung findet. Note 3,5.
Mo Idrissou: Fing an mit einer guten Ballannahme mit folgendem Schuss ans Außennetz. Danach mit wenigen Aktionen, weil zu behäbig aufgebaut wurde und die langen Bälle meist im Nirgendwo versandeten. Dennoch hetzt der Kameruner fast jedem noch so aussichtslosen Ball hinterher. Das jedoch oft etwas zu ungestüm, so dass er schließlich für seine ‚Foulsammlung‘ Gelb sah. Aber er beschäftigt mit seiner Art den Gegner und zwingt diese in riskante Duelle – so wie Toprak, dessen Einsteigen gegen Idrissou zur Gelb-Roten Karte führte. Dass er ein paar Mal zu oft ins Abseits läuft ist ärgerlich, dafür ist sein Kopfballspiel bei gegnerischen Ecken eminent wichtig. Note 3,0.
Mike Hanke: Hing zu Beginn absolut in der Luft und bekam kaum mal einen Ball. Ließ sich dann auf Anweisung von Favre etwas zurückfallen. Nun zwar etwas mehr eingebunden, aber auch nicht mit der Lösung im dichten Mittelfeld. Nach dem Wechsel wieder klarer in der Spitze. Hanke lief und arbeitete viel, doch erst in der 80. Minute platzte der Knoten. Und wie. Er schaltete nach dem eigentlich zu langen Pass von Jantschke nicht ab, sondern nutzte die Verwirrung von Schuster eiskalt aus. Keine Sekunde zögerte der 27-Jährige und nagelte den Ball trocken ins Eck. Sein anschließender Pass auf Reus beweist, dass er eine wirklich gute Übersicht besitzt und schlau spielen kann. Mit Mike Hanke steigt man nicht ab? Er scheint Recht zu behalten. Note 2,5.
Roel Brouwers: Kam in den letzten sechs Minuten für Dante und half, den Sieg über die Zeit zu bringen. Ohne Note.
Thorben Marx: Zwei Minuten Auslaufen für Marx, der für Hanke kam. Ohne Note.
Karim Matmour: In der Schlussminute für Reus eingewechselt, um mit der letzten Wechseloption noch etwas Zeit von der Uhr zu nehmen. Ohne Note.