Samstag, 07. Mai 2011 - 17:25 Uhr
Borussias Trainer Lucien Favre konnte im letzten Heimspiel der Saison wieder auf Abwehrchef Dante zurückgreifen, der seine Verletzung überstanden hat. Für den Brasilianer musste Roel Brouwers auf die Bank. Ansonsten blieb die Elf gegenüber dem Auswärtssieg vor einer Woche in Hannover unverändert.
Die Borussen, die mit Trauerflor für den am letzten Sonntag überraschend verstorbenen Mannschaftsarzt Dr. Jens-Felix Kühlmorgen aufliefen, starteten gut in die Partie. Schon nach 37 Sekunden traf Idrissou mit einem Aufsetzer aus der Distanz das Außennetz.
Doch das war keinesfalls der Auftakt zu einem Sturmlauf der Gladbacher, denn es entwickelte sich das erwartet zähe Spiel. Freiburg stand sehr diszipliniert in der eigenen Hälfte und ließ es den Borussen keinen Platz zum Kombinationsspiel. Es gab kein Durchkommen für die Fohlen, die sich entweder festliefen oder es mit langen Bällen versuchten, die allerdings für die Freiburger Abwehrspieler kein Problem darstellten.
Die Gäste meldeten sich dazu immer mal wieder vor dem Gladbacher Tor. So in der 11. Minute, als Cissé gegen Dante aus der Drehung zum Schuss kam, ter Stegen rettete mit einem guten Reflex.
Beide Teams egalisierten sich über weite Strecken und die Borussen fanden nach wie vor keinen Schlüssel, um Freiburg ernsthaft in Gefahr zu bringen. Auch die Standards blieben fruchtlos. Die beste Gelegenheit hatte noch Arango per Kopf nach Freistoßflanke von Reus, doch der Venezolaner war zu weit vom Tor entfernt, so dass er nicht genug Druck auf den Ball bekam (29.).
In der Schlussphase der ersten Halbzeit bekamen die Gäste ein Übergewicht und stellten die Gladbacher Hintermannschaft durchaus vor Probleme. So in der 39. Minute, als es ein Getümmel vor dem Borussentor gab, bei dem Dante und Stranzl schließlich mit vereinten Kräften gegen Cissé klärten.
Die Borussen hatten eigentlich keine Offensivaktion mehr, sieht man von einer kuriosen Situation in der 44. Minute ab: da schlug Dante den Ball weit nach vorne, doch sein Pass fand keinen Abnehmer. Allerdings tickte der Ball sehr tückisch auf, Freiburgs Keeper Baumann verschätzte sich und das Leder sprang über ihn herüber und landete schließlich am Pfosten.
Pech für die Borussen in dieser Situation, das torlose Remis zur Pause war jedoch durchaus leistungsgerecht.
Zur zweiten Halbzeit kamen beide Teams in unveränderter Formation aufs Feld. Lucien Favre ließ allerdings Reus und Arango die Positionen tauschen, was auch die restliche Spielzeit so blieb. Die Borussen legten mit ordentlichem Tempo los, die erste Torchance hatten allerdings die Gäste. Cissé knallte aufs kurze Eck, ter Stegen wehrte mit einer Hand zur Ecke ab (51.).
In der Folgezeit glich das Bild dem ersten Durchgang: Die Borussen hatten sehr viel Mühe, ein Kombinationsspiel aufzuziehen und sich Chancen zu erspielen. Die größte Gelegenheit verpassten Stranzl und Dante nach einer Stunde, die an einer scharfen Hereingabe von Idrissou am 5er nur um Zentimeter am Ball vorbei rutschten.
Nach 66 Minuten kam dann neue Bewegung ins Spiel. Freiburgs Toprak sah die Gelb-Rote Karte und Borussia bekam einen Freistoß von der rechten Strafraumgrenze. Arango zog den Ball aufs lange Eck, Gäste-Keeper Baumann klärte mit toller Flugeinlage.
Trotz Überzahl wurden die Borussen alsdann von Minute zu Minute nervöser und bekamen überhaupt keinen Zugriff mehr auf den Gegner. Das Spiel schien zugunsten der Gäste zu kippen, doch zehn Minuten vor dem Ende folgte die Erlösung. Jantschke passe den Ball vor den Strafraum, wo sich Hanke gegen einen Freiburger durchsetzen konnte. Der Ex-Schalker zog aus 16 Metern ab, der Ball schlug im linken unteren Eck ein.
Der Jubel im Borussia-Park kannte keine Grenzen und wurde nur zwei Minuten später nochmals getoppt. Da passte Hanke kurz hinter der Mittellinie in den Lauf von Reus, der aus zentraler Position aufs Freiburger Tor zulief und Baumann mit einem platzierten Schuss ins gleiche Eck wie zuvor Hanke keine Chance ließ.
Damit war die Nervenschlacht zugunsten der Borussia entschieden, auch wenn Cissé kurz vor Schluss noch einen Kracher an die Latte setzte. Und als dann im Borussia-Park die Ergebnisse aus Frankfurt (0:2 gegen Köln) und Wolfsburg (1:2 gegen Kaiserslautern) bekannt gegeben wurde, schwappte die Stimmung endgültig über. Die Borussia steht nunmehr auf dem 16. Tabellenplatz und kann die Relegation aus eigener Kraft erreichen. Und vielleicht sogar noch mehr, wenn auch der letzte Spieltag so optimal läuft wie dieser …
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante (84. Brouwers), Daems – Nordtveit, Neustädter – Reus (90. Matmour), Arango – Hanke (88. Marx), Idrissou
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Fink, Herrmann, Levels
SC Freiburg: Baumann - Mujdza, Barth, Toprak, Butscher - Schuster – Nicu (68. Williams), Rosenthal (84. Jäger), Makiadi, Putsila (81. Reisinger) - Cissé
Tore: 1:0 Hanke (80.), 2:0 Reus (82.)
Gelbe Karten: Daems, Idrissou – Mujdza
Gelb-Rote Karte Toprak (66.).
Schiedsrichter: Michael Weiner (Hasede)
Zuschauer: 49.072