Donnerstag, 05. Mai 2011 - 14:39 Uhr
Was wäre wenn? Es gibt einige Szenarien, die die Gladbacher Borussen durchspielen können, wie nach Abpfiff des 33. Spieltages die Lage der Dinge sein wird. Gelingt gegen Freiburg der dritte Sieg in Folge und patzt Frankfurt zeitgleich (ausgerechnet) gegen Köln? Oder lässt es der FC auswärts wieder einmal locker angehen und schenkt seinem Ex-Coach einen Sieg, während die Borussia zeitlich gegen Freiburg Punkte lässt und damit das Ticket in die Zweitklassigkeit bucht?
Es gibt noch diverse andere Konstellationen, doch vor aller Rechnerei richtet sich Hauptaugenmerk auf das, was die Borussen noch beeinflussen können: ihre Hausaufgaben gegen den SC Freiburg.
47.500 Tickets sind für das letzte Heimspiel der Saison verkauft. Bis auf das Restkontingent der Auswärtskarten (800 Freiburger werden erwartet) dürfte die Hütte voll sein, wenn es möglicherweise zum letzten Mal für mindestens ein Jahr Erstligafußball im Borussia-Park gibt.
Für Lucien Favre und seine Truppe kann es nur darum gehen, die Erfolgsserie der letzten beiden Wochen auszubauen, um auch am letzten Spieltag noch im Rennen zu sein. Bei diesem Unterfangen kann Borussias Coach wieder auf die Dienste von Abwehrchef Dante zurückgreifen, der seine Verletzung überstanden hat. »Er ist fit und im Kader«, bestätigte Favre am Donnerstag auf der Pressekonferenz .
Dass der Brasilianer nicht nur im Kader, sondern von Beginn an auf dem Platz stehen wird, darf als sicher gelten. Obwohl sich Lucien Favre öffentlich noch nicht festlegen wollte. »Ich spreche erst mit der Mannschaft«, so der Schweizer. Verständlich, denn Favre wird Roel Brouwers auf die Bank beordern müssen, wenn Dante zurückkehrt. Der Niederländer agierte in den letzten beiden Partien als Vertreter von Dante tadellos und blieb und mit seinen Abwehrkollegen ohne Gegentor.
Ein wenig müssen Favre und alle Borussen noch um den Einsatz von Marco Reus bangen. Der knickte gestern im Training um, das Sprunggelenk ist lädiert. Am Donnerstag setzte Borussias wichtigster Offensivmann mit dem Training aus. »Er sollte morgen wieder fit sein«, zeigte sich Favre allerdings optimistisch.
Ebenfalls an einer Verletzung am Sprunggelenk laboriert Tobias Levels, der unter Favre seinen Stammplatz verlor und seitdem keinen Einsatz mehr hatte. Ob Levels dem Kader angehören kann, steht noch nicht fest.
Lucien Favre rechnet gegen den SC Freiburg mit einer sehr komplizierten Aufgabe. »Ein ganz anderes Spiel als in Hannover«, erwartet er. »Es wird schwieriger«. Den Gedanken, dass es die Breisgauer, die in der Tabelle jenseits von Gut und Böse stehen, vielleicht etwas locker angehen lassen könnten, wischte Favre beiseite. Dass Freiburg nicht ausklingen lässt, »haben sie in Hamburg bewiesen. Sie sind sehr unangenehm zu spielen und es ist schwer eine Lücke zu finden. Damit hatte der HSV letzte Woche Probleme«.
»Druck machen und intelligent spielen«, so ist die Maxime, die Lucien Favre ausgibt. Mit den Erfolgserlebnissen zuletzt und dem guten Training »ist das Vertrauen zurückgekommen«. Das soll genutzt werden, um auch nach dem 33. Spieltag noch realistische Chancen auf den Ligaverbleib zu haben. Und das wäre viel mehr, als man vor drei Wochen erwarten durfte.