Dienstag, 03. Mai 2011 - 07:30 Uhr
Marc-Andrè ter Stegen: Machte sich an seinem 19. Geburtstag das schönste Geschenk: Drei Punkte und kein Gegentor. Zum zweiten Mal in Folge behielt Borussias Keeper die weiße Weste. Dank der guten Arbeit seiner Vorderleute hielten sich die brenzligen Situationen in Hannover deutlich in Grenzen. Bei zwei Schüssen aufs Tor war er zur Stelle, bei Eckbällen traf er die richtige Wahl zwischen Fangen und Fausten. Als mitspielender Keeper mit großer Selbstverständlichkeit am Ball. Note 3,0.
Tony Jantschke: Der Rechtsverteidiger hatte einiges zu tun, behielt aber in den Zweikämpfen immer kühlen Kopf und kam ohne Foul aus. Er ließ sich auch von Pinto nicht provozieren, der fies zutrat. Nach der Pause ließ sich Jantschke einmal von Rausch überlaufen, dafür rettete er gegen Abdellaoue ganz stark, obwohl er hinter dem zum Einschuss bereiten Stürmer stand. Im Passspiel mit vernünftigen Aktionen und solider Quote. Der 21-Jährige sucht und findet meistens die fußballerische Lösung und spielt, wie vom Trainer gefordert, ‚intelligent‘. Dabei beschränkt er sich weiterhin fast ausschließlich auf die Defensive, offensiv fand er kaum statt. Note 3,0.
Martin Stranzl: Der Österreicher bot auch in Hannover eine ausgezeichnete Leistung. Er überzeugte mit starkem Stellungsspiel und einem herausragenden Timing in den Zweikämpfen. Der 30-Jährige geht knallhart zu Werke, doch immer im Bereich des Erlaubten. Er gewann jedes seiner direkten Duelle und foulte dabei nicht ein Mal. Auch im Passspiel sehr seriös und ohne unnötiges Risiko. Stranzl ist ein echter Gewinn für Borussia. Note 2,0.
Roel Brouwers: Wie schon gegen Dortmund ersetzte der Niederländer den verletzten Dante. Erneut präsentierte er sich trotz fehlender Matchpraxis ausgesprochen solide. In Zusammenarbeit mit Stranzl ließ er dem hochgelobten Hannoveraner Sturmduo keine Chance. Wie sein Nebenmann kam auch der 29-Jährige ohne Foulspiel aus, hatte allerdings in einer Szene Glück: Da entwischte im Abdellaoue und es gab anschließend einen kurzen Kontakt. Möglicherweise wäre der Elfmeterpfiff ertönt, wenn sich der Norwegen fallen gelassen hätte. Note 3,0.
Filip Daems: Bestätigte seine gute Form der letzten Wochen auch in Hannover. Weder Schlaudraff noch Cherundolo hatten über seine Seite nennenswerte Aktionen. Wie zuletzt profitierte Daems von der Unterstützung von Arango. Der 32-Jährige agiert seitdem wesentlich gelassener, aber auch mit dem nötigen Biss, vor allem in Laufduellen. Einige Male suchte er den Weg nach vorne, wurde allerdings mehrfach nicht eingebunden. Note 2,5.
Roman Neustädter: Konzentrierte sich hauptsächlich auf die Defensivarbeit vor der Abwehrkette, was ihm wirklich gut gelang. Er eroberte die meisten Bälle aller Borussen, hatte zudem die meisten Ballkontakte. Ungemein laufstark, diesmal auch meistens mit den richtigen Wegen. Auch in der Spielfortsetzung nach Ballgewinnen ordentlich, weil er sich nicht mit komplizierten Aktionen verzettelte, sondern meist direkt per Kurzpass weiterspielte. Der Ball zirkulierte und so bekamen die Hannoveraner nur schwer Griff auf die Borussen. Eigene Offensivaktionen hatte der 23-Jährige nur ansatzweise. Note 2,5.
Håvard Nordtveit: Sorgte zusammen mit Neustädter für die Kompaktheit im defensiven Mittelfeld und dass die Ordnung im Gladbacher Spiel stimmte. Der Norweger war zwar nicht ganz so zweikampfstark wie gewohnt, dafür in der Balleroberung wieder ordentlich. Verlagerte einige Male mit schönen Pässen das Spiel, allerdings gerieten ein paar unnötige lange Bälle zu unpräzise. Nordtveit schaltete sich mehrfach nach vorne ein, u.a. gab er die Flanke von der rechten Seite zu Idrissous Lattenkopfball und leitete mit seinem Kopfball an der Mittellinie das Reus-Solo zum Tor des Tages ein. Note 3,0.
Marco Reus: War von Beginn an viel unterwegs, konnte sich zunächst jedoch nur schwer durchsetzen und lief sich einige Male fest. Doch der 21-Jährige blieb unermüdlich, ging auch wieder weite Wege nach hinten. Und nach einer halben Stunde hatte er seine erste gute Tormöglichkeit, als sein Heber knapp über den Kasten flog. Nach dem Wechsel mit der Riesenchance, als er etwas leichtfertig alleine vor Zieler scheiterte. Der Tag schien verhext, spätestens als sein wunderbarer Freistoß das Tor nur um Zentimeter verfehlte. Nach der Einwechslung von Matmour rückte er hinter Idrissou in die Spitze und aus dieser Position folgte der unwiderstehliche Antritt mit dem Klasse-Schuss zum Siegtreffer. In diesem Schuss steckte auch eine gehörige Portion Wut. Note 2,0.
Juan Arango: Ist der Spieler, der unter Favre wohl die größte Verwandlung durchgemacht hat. Sehr aufmerksam in der Defensive und mit einer großen Laufbereitschaft. Der Venezolaner geht auch die Wege, die richtig weh tun. Aber er ist natürlich auch noch der Künstler früherer Tage. Seine Pässe sind nach wie vor eine Augenweide – so das Anspiel aus dem Fußgelenk zur Reus-Chance vor der Pause. Der 30-Jährige spielt die besonderen Bälle, selbst wenn nicht alle ankommen. Aber die Idee hinter jedem Pass(-versuch) ist richtig. Note 2,5.
Mike Hanke: War an alter Wirkungsstätte gut im Spiel und bereits nach fünf Minuten an der ersten Chance beteiligt, als Pogatetz via Latte klärte. Kurz darauf mit guter Ballannahme per Brust, leider ging sein Schuss nur ans Außennetz. Hanke konnte im Direktspiel gefallen, er kombinierte vor allem mit Reus ansehnlich. Klasse sein Zuspiel auf Reus in der zweiten Halbzeit. In den Zweikämpfen nicht ganz überzeugend und hier und da ließ er sich den Ball zu leicht abluchsen. Insgesamt bis zu seiner Auswechslung in der 71. Minute jedoch eine vernünftige Darbietung. Note 3,0.
Mo Idrissou: War viel unterwegs und wich ständig auf die Flügel aus, so dass die Hannoveraner große Mühe hatten, sich auf den Kameruner einzustellen. Er versuchte vieles, wobei er auch einigen ‚Ausschuss‘ produzierte. Aber er beschäftigte die Gegenspieler und schaffte Räume für die Kollegen. Auch nach hinten arbeitete er mit. Sein Kopfball gegen die Laufrichtung des Torwarts wäre der verdiente Führungstreffer gewesen, leider landete das Leder am Querbalken. Ärgerlich, dass der 31-Jährige so oft ins Abseits lief. Hier muss er aufmerksamer sein. Note 3,0.
Karim Matmour: Kam in den letzten zwanzig Minuten für Mike Hanke, ging aber auf die rechte Seite. Tauchte dort völlig ab und kam auf ganze zwei Ballkontakte. Eine sehr eigentümliche Vorstellung. Ohne Note.
Thorben Marx: Durfte für drei Minuten ran, als noch an der Uhr gedreht wurde. Ohne Note.
Sebastian Schachten: Einwechslung in der Nachspielzeit zum Zeitgewinn. Die Statistiker zählten in den wenigen Sekunden immerhin drei Ballkontakte. Ohne Note.