Montag, 18. April 2011 - 09:48 Uhr
Marc-André ter Stegen: Der Youngster musste in seinem zweiten Bundesligaspiel gleich zu Beginn per Fußabwehr gegen Schürrle retten. Danach konnte sich der 18-Jährige weitestgehend auf seine Vorderleute verlassen. Er bekam nur noch einen echten Schuss aufs Tor – das war der Treffer von Schürrle, an dem ter Stegen nichts mehr ausrichten konnte. Bei hohen Hereingaben nach Ecken oder Freistößen sicher. Ansonsten als Anspielstation solide, seine Abschläge hatten stets die nötige Länge, wenn sie auch nicht immer einen Abnehmer fanden. Note 3,0.
Tony Jantschke: Startete mit zwei Fehlpässen in die Partie und hatte auch im weiteren Verlauf einige Mühe, weil die Mainzer ihn früh unter Druck setzten. So spielte er öfter Mitspieler an, die zugedeckt waren oder wählte trotz besserer Optionen den falschen Pass. In den direkten Duellen war der 21-Jährige aufmerksam, unaufgeregt und fast immer mit dem richtigen Timing. Er blockte gut, blieb auch im Tackling sauber und rettete mit beherzter Grätsche bei der einzigen Mainzer Torchance in der zweiten Halbzeit gegen Holtby. Im Spiel nach vorne zurückhaltend, wobei eine Flanke auf Reus nicht schlecht war. Note 4,0.
Martin Stranzl: Der Österreicher musste direkt zu Beginn eine Schrecksekunde überstehen, als er Schürrle zu einfach zum Schuss kommen ließ. Danach zeigte er sich in der gewohnten Verfassung: Hart, robust und kompromisslos in den direkten Duellen. Dazu in der Luft mit großer Präsenz. Eine kurze Schwächeperiode hatte der 30-Jährige in den letzten Minuten des ersten Durchgangs, als ihm gleich drei einfache Fehlpässe im Aufbau unterliefen. Das blieb jedoch die Ausnahme, in der Folgezeit blieb er ohne gröbere Fehler und weiter betont schnörkellos. Die Statistik weist kein einziges Foulspiel aus – bemerkenswert angesichts seiner köperbetonten Spielweise. Vorne meldete er sich einmal in der zweiten Halbzeit, als er nach Reus-Ecke nicht genug Druck hinter einen Kopfball bekam. Note 3,0.
Dante: Wie schon in den Vorwochen hatte Borussias Abwehrchef wieder ein paar „Flatter-Einlagen“ im Repertoire. Dazu gehörten einige Fehlpässe, aber auch mehrere verlorene Zweikämpfe. Glück hatte der Brasilianer, als ihm Schürrle enteilte und Dante im Strafraum kurz die Hände zur Hilfe nahm. Hätte sich Schürrle hier fallen gelassen, wäre wohl der Elfmeterpfiff gefolgt. Dafür klärte der 27-Jährige einige Male sehr resolut und auch bei gegnerischen Ecken war er aufmerksam. Schade, dass er bei den wenigen eigenen Standards nicht zum Kopfball kam. Im ersten Durchgang versuchte er sich einmal als Freistoßschütze aus der Distanz, doch er verzog deutlich. Note 3,0.
Filip Daems: Eine solide Leistung des Kapitäns auf der linken Abwehrseite. Ließ sich in den Zweikämpfen nicht den Schneid abkaufen und löste einiges in direkten Laufduellen. Sein Passspiel war ordentlich, einige Male ging er über die Mittellinie, ohne jedoch gänzlich über die Außenbahn nach vorne zu stoßen. Seine einzige Flanke kurz vor der Grundlinie fand keinen Abnehmer. In einer Situation übersah er Arango, spielte stattdessen einen Crossball quer ins Aus. In den letzten zehn Minuten wirkte der 32-Jährige platt. Note 3,0.
Håvard Nordtveit: Der Norweger machte auch in Mainz weite Wege, stopfte viele Löcher und eroberte Bälle. Einmal rettete er aufmerksam im eigenen Strafraum. Er musste viel korrigieren und konnte wohl auch deshalb dem Spiel nur wenige Impulse geben. Bei eigenem Ballbesitz auch unbedrängt mit dem einen oder anderen Pass, bei dem das Timing fehlte. In Unterzahl wurde er in Sachen Laufpensum zusätzlich gefordert. Beim entscheidenden Tor reagierte er nicht mehr rechtzeitig gegen den zwischen den Linien in die Mitte drängenden Schürrle. Note 4,0.
Roman Neustädter: Dem ehemaligen Mainzer unterliefen in der ersten Viertelstunde gleich drei krasse Fehlpässe im Aufbauspiel, die gefährliche Gegenangriffe zur Folge hatten. Danach fing sich der 23-Jährige etwas und verdiente sich zumindest mehrere Fleißkärtchen. Er war sehr viel unterwegs, eroberte reichlich Bälle und stabilisierte sich im (Kurz-)Passspiel. Die Einschätzung von Raum und Ballgeschwindigkeit bereitete ihm jedoch Schwierigkeiten, weshalb einige Pässe zu kurz gerieten. Nach der Pause bis zum Platzverweis bemüht im Forechecking. In Unterzahl weiter sehr laufstark, doch auch er kam beim Gegentor nicht mehr rechtzeitig. Note 4,0.
Marco Reus: Wie gewohnt versuchte Reus aus dem rechten Mittelfeld Fahrt aufzunehmen und nach vorne zu stoßen. Darauf hatten sich die Mainzer recht gut eingestellt und ließen Reus kaum Raum zur Entfaltung. Als er nach Steckpass von Hanke durchkam, ging sein Flachschuss knapp am Tor vorbei. In der Phase nach dem Seitenwechsel bis zur Gelb-Roten Karte war auch Reus auffällig, musste sich anschließend jedoch hauptsächlich der Arbeit gegen den Ball widmen. Dennoch versuchte er sich bei den wenigen Entlastungsangriffen einzubringen und ihm hätte beim Tritt von Polanski ein Elfmeter zugesprochen werden müssen, den der Schiedsrichter ihm verweigerte. Reus behält auch unter massivem Druck die Übersicht und kann jederzeit explosionsartig davon ziehen und reagiert auch auf unerwartete Bälle immer blitzschnell. Note 2,5.
Juan Arango: Wie zuletzt vor allem in den Auswärtsspielen mit einer defensiv disziplinierten Vorstellung. Der Venezolaner rückte auch oft ein, um die Mitte mit zu verdichten. Am Ball mit einigen klugen Pässen, jedoch auch mehreren Fehlversuchen. Seinen Standards – auch und gerade in der Schlussphase – fehlte die Schärfe. Einzig der Freistoß kurz vor dem Pausenpfiff war nennenswert. In den engen Phasen, in denen er sich aufgrund seiner Erfahrung und seiner fußballerischen Klasse zeigen müsste, blieb er zu blass. Note 4,0.
Mo Idrissou: Der Kameruner ging weite Wege und versuchte, die Abwehr der Gastgeber zu beschäftigen. Das gelang, auch mangels Anschluss des Mittelfelds, nur selten. Idrissou veranstaltete einiges, war am Ball jedoch etwas zappelig und es fehlte an den klaren Aktionen. Im Zweikampf engagiert, jedoch nicht immer mit dem nötigen Geschick. Die Laufbereitschaft war in Ordnung und auch das Kopfballspiel bei gegnerischen Standards. In der Phase vor der Pause, als auf 4-3-3 umgestellt wurde, kam er über die linke Seite. Nach dem Platzverweis fiel er vor allem dadurch auf, dass er immer wieder Positionen übernahm, die kurz verlassen wurden und aufmerksam half, die Lücken zu schließen. Note 3,5.
Mike Hanke: Verarbeitete einige Male den Ball mit technisch perfekten Brustannahmen und guten Weiterleitungen. Vor allem sein Steckpass zur Chance von Marco Reus war sehenswert. Hanke rieb sich in Zweikämpfen auf, die er meist nicht für sich entscheiden konnte. Er stand früh im Fokus von Schiedsrichter Aytekin, nachdem er in einer unübersichtlichen Situation einen vermeintlich freigegebenen Ball ins leere Tor kickte, jedoch zurückgepfiffen wurde. Mehrere harmlose Situationen wurden gegen ihn ausgelegt, schließlich sah er wegen einer nicht nennenswerten Aktion die erste Gelbe Karte. Danach nahm sich Hanke jedoch zurück, ehe er in der zweiten Halbzeit gegen drei Mann den Ball verlor und gegen Polanski zu ungestüm zu Werke ging und Aytekin ihn vom Platz schickte. Note 4,0.
Karim Matmour: Kam in der 89. Minute nach dem Gegentor für Jantschke, berührte den Ball allerdings nicht mehr. Ohne Note.
Roel Brouwers: Auch er kam eine Minute vor dem Ende und sollte als Brechstange noch etwas reißen. Der Niederländer kam immerhin auf einen Ballkontakt. Ohne Note.