Samstag, 09. April 2011 - 18:23 Uhr
Der herrliche Sonnenschein über dem Trainingsplatz am Borussia-Park wollte so gar nicht zur Stimmung passen, die im Moment um die Gladbacher Fohlenelf herrscht. Doch es ist sicher nicht schlecht, das Derby gegen den 1. FC Köln mit etwas sonnigem Gemüt anzugehen.
Von ‚Derbyfieber‘ war an diesem Samstag in Gladbach noch nichts zu spüren. Zum Abschlusstraining hatte sich nur die übliche Anzahl an Zuschauern eingefunden. Besondere Aktionen von Seiten der Fans, in den Vorjahren bei dieser Gelegenheit durchaus üblich, gab es keine. Lediglich gewisse Vorbereitungen am Stadion (Sichtschutz hinter dem Gästeblock) deuteten darauf hin, dass hier am Sonntag ein brisantes Bundesligaspiel stattfinden wird.
So konnte Borussias Trainer Lucien Favre seine Mannschaft ungestört in einer letzten Einheit auf das Derby vorbereiten. Dabei wich der 53-Jährige nicht sonderlich von dem Ablauf ab, der seit seinem Amtsantritt beim letzten Training vor einem Spiel üblich ist. So verteilte er bei einer Spielform wieder die Leibchen derart kunterbunt, dass hieraus überhaupt keine Rückschlüsse auf die mögliche Startformation gezogen werden konnten.
Schon eher war das bei den Übungsformen möglich, als das Verschieben gegen den Ball einstudiert wurde. Nimmt man diese als Grundlage, so könnte es Favre gegen Köln mit einem 4-4-2 System probieren, in dem Mike Hanke und Mo Idrissou die Doppelspitze geben. Marco Reus würde dann über rechts kommen, Juan Arango wie gewohnt über links. Die Doppel-6 (Nordtveit und Neustädter) bliebe ebenso wie die Viererabwehrkette unverändert.
Danach würde gegenüber dem 0:1 in der Vorwoche bei den Münchener Bayern Patrick Herrmann aus der ersten Elf rutschen. Nicht auszuschließen ist, dass Keeper Logan Bailly das gleiche Schicksal droht.
Zwar ließ das Training letztlich keinen endgültigen Schluss zu, doch die Möglichkeit des Bundesligadebüts von Marc-André ter Stegen scheint durchaus gegeben. Beim Einstudieren der Standards stand der Youngster jedenfalls die ganze Zeit zwischen den Pfosten, während Bailly und Heimeroth sich auf der anderen Seite beim Torschusstraining ‚befeuern‘ ließen. Üblicherweise macht der Keeper, der am nächsten Tag spielt, beim Standardtraining mit.
Auch die intensiven Beratungen zwischen Lucien Favre und Torwarttrainer Uwe Kamps deuten darauf hin, dass eine Wachablösung im Tor durchaus im Bereich des Möglichen liegt.
Endgültige Klarheit wird am Sonntag herrschen. Zumindest die Sonne wird beim Derby strahlen. Hoffentlich anschließend auch die Borussen.