Sonntag, 03. April 2011 - 14:59 Uhr
Eigentlich haben die Gladbacher Borussen in der Münchener Allianz-Arena vieles richtig gemacht. Sie standen gut gestaffelt, waren sehr präsent und bissig in den Zweikämpfen und schalteten das gefürchtete Duo Robben und Ribéry fast komplett aus. »Die Ruhe und Geduld im Defensivspiel haben mir gefallen«, lobte Borussias Trainer Lucien Favre zurecht.
Die Bayern taten sich sehr schwer, vermochten kaum Tempo aufzunehmen und so reichte das konzentrierte Abwehrverhalten der Gladbacher aus, die Partie bis in die Schlussphase offen zu gestalten. »Wir haben lange Zeit eine gute Leistung gezeigt und trotzdem verloren. Das ist ärgerlich«, resümierte Favre.
Tatsächlich war an diesem Nachmittag mindestens ein Punkt möglich. Auch wenn die Bayern nach der Pause ein deutliches Übergewicht hatten, ohne sich jedoch wirkliche Großchancen zu erspielen. »Wir sind dann ein bisschen unter Druck geraten«, räumte Kapitän Filip Daems ein. Vor allem, weil die Entlastung nach vorne kaum vorhanden war. »Wir hatten zu viele unnötige Ballverluste«, erklärte Lucien Favre. Und die eigenen Angriffe gegen eine sehr anfällig wirkende Münchener Hintermannschaft spielten seine Mannen nicht konsequent aus. »Den letzten Pass haben wir nicht im richtigen Moment gespielt«, sagte Favre und Filip Daems ergänzte: »Wir hätten es besser nach vorne spielen müssen«.
»Denn eigentlich hätten wir das Spiel gewinnen müssen, um wieder an die anderen Mannschaften heran zu kommen«, fuhr Daems fort. Doch letztlich fehlte die Courage, das Risiko zu erhöhen und gegen die weiterhin keineswegs souverän agierenden Bayern auf Sieg zu spielen. Viel mehr schien man das torlose Remis irgendwie über die Zeit bringen zu wollen, worauf auch die geplante Einwechslung von Tobias Levels als zusätzliche Defensivkraft hindeutete. Dass Levels nicht zum Einsatz kam, lag am Tor durch Arjen Robben, das just in diesem Moment fiel.
Vorausgegangen war ein böser Fehlpass von Marco Reus. Ausgerechnet Reus, der mit Abstand beste Offensivspieler der Borussen, bediente Arjen Robben. Anschließend war Reus untröstlich und wollte nichts sagen. Sein Kapitän nahm ihn in Schutz. »Sicher, Marco spielt den Fehlpass. Aber danach waren noch sechs oder sieben Spieler da, die das Ding klären konnten. Da haben wir uns zu einfach ausspielen lassen«.
Dieser eine Fehler und die individuelle Klasse von Robben und Ribéry sorgten für die Gladbacher Niederlage in München. »Es ist schon die ganze Zeit so, dass wir durch einen Fehler das Spiel verlieren«, schnaubte Mo Idrissou. »Wir haben die Möglichkeit nicht genutzt, gegen schwache Bayern etwas zu holen«.
»Insgesamt war es kein schlechtes Spiel von uns, doch am Ende stehen wir halt wieder ohne Punkte da«, sagte Roel Brouwers, der in der Schlussphase als „Brechstange“ in die vorderste Spitze geschickt wurde. »Ich konnte nicht mehr machen, als es zu versuchen. Es hat leider nicht geklappt«.
So blieben letztlich nur die altbekannten Durchhalteparolen und Hochrechnungen. »Es sind schon komischere Dinge im Fußball passiert«, meinte Roel Brouwers. »Wenn man auf die letzten Jahre schaut, dann brauchen wir noch 12 Punkte. Dafür werden wir alles tun, wobei wir natürlich wissen, wie schwer das wird«.