Freitag, 18. März 2011 - 22:26 Uhr
Borussias Trainer Lucien Favre änderte die Startformation gegenüber der Vorwoche auf einer Position: Håvard Nordtveit kehrte zurück ins Team, Thorben Marx musste dafür auf die Bank. Ansonsten ließ der Coach die Mannschaft unverändert und auch hinsichtlich des Spielsystems gab es keine Veränderung. Wie gehabt begann man in einer 4-2-3-1 Ausrichtung.
Die Partie begann sehr zerfahren, wobei die Borussen vom Start weg die aktivere Mannschaft waren. Nach einer Ecke von Arango verpassten Jantschke am kurzen und Dante am langen Pfosten knapp (2.), danach tauchte auch Kaiserslautern mal in der Gladbacher Hälfte auf.
Wirklich Struktur hatte das Spiel allerdings auf beiden Seiten nicht. Die Borussen versuchten es auffällig mit Direktspiel, wobei die Ansätze oft sehr ordentlich waren, der letzte Tick jedoch fehlte. So mussten Standardsituationen für die wenigen gefährlichen Aktionen herhalten. In der 12. Minute gab Arango einen Freistoß von links herein, Jantschke kam langen Pfosten zum Kopfball, konnte den Ball allerdings nicht aufs Tor bringen. Das Leder trudelte parallel zur Torlinie entlang und wurde dann von Kaiserslautern geklärt.
Vier Minuten später probierte es Martin Stranzl nach einer kurz abgewehrten Ecke mit einem Heber vom Fünfmeterraum. Torwart Trapp war schon geschlagen, doch Rodnei klärte per Kopf auf der Torlinie.
Obwohl die Borussen optisch weiter überlegen waren, blieb eine Menge Sand im Getriebe. Lucien Favre stellte in der 28. Minute das Spielsystem auf ein 4-4-2 mit Raute um – wie schon in den Vorwochen. Reus ging neben Idrissou in den Sturm, Nordtveit agierte als alleiniger 6er.
Dem Spielfluss tat diese Umstellung allerdings nicht gut. Der Platz im Mittelfeld war nun sehr beengt, die Räume auf den Flügel wurden von den nachrückenden Außenverteidigern zu selten genutzt. So war das Spiel der Borussen sehr statisch und für die Gäste recht problemlos zu verteidigen.
Und in den letzten fünf Minuten vor dem Pausenpfiff meldeten sich die Pfälzer dann auch in der Offensive. Zwei Freistoßhereingaben aus dem Halbfeld (41. / 43.) sorgten für ein gehöriges Durcheinander im Gladbacher Strafraum. Doch erst verpasste Nemec per Kopf knapp, dann lag Abel im Tor – der Ball zum Glück nicht.
Die Borussen wackelten allerdings in diesen Minuten bedenklich, so dass der Pausenpfiff nicht ungelegen kam.
Zur zweiten Halbzeit kam die Mannschaft mit unverändertem Personal, begann allerdings wieder im 4-2-3-1 System. Eine Verbesserung trat nicht ein, denn die Borussen schafften es weiterhin nicht, gefährliche Angriffe aufzuziehen. Nach knapp einer Stunde witterten die Gäste dann ihre Chance und konterten etwas mutiger. So hätte Ilicevic nach Flanke von Tiffert eigentlich schon treffen müssen, doch er verpasste knapp (58.). Zwei Minuten später spielte Ilicevic Daems schwindelig, Bailly wehrte den Schuss nach vorne ab und Nemec wurde im letzten Moment am Abstauber gestört.
Bei der folgenden Ecke wirkte Logan Bailly sehr unsicher und verursachte einen weiteren Eckstoß für die Gäste. Und den klatschte sich Bailly unbedrängt aus kurzer Distanz ins eigene Tor. Eine unglaubliche Situation für das Kuriositätenkabinett, doch Lachen mochte niemand darüber. Denn diese Aktion bedeutete den Genickbruch für die Borussia.
Es folgte nur noch ein Drehschuss von Reus in die Arme des Keepers (64.) und ein abgeblockter Schuss von Reus (90.) nach Hereingabe des eingewechselten Hanke. Weder die Einwechslungen von Hanke, noch die von Herrmann oder Matmour änderten etwas an der Tatsache, dass die Mannschaft komplett von der Rolle war und nichts mehr zulegen konnte. Kaiserslautern schaukelte den Sieg völlig ungefährdet über die Zeit und Borussia muss sich damit auf den dritten Abstieg der Vereinsgeschichte einstellen.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Fink (63. Herrmann) – Reus, Neustädter, Arango (72. Matmour) – Idrissou (57. Hanke)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Brouwers, Marx, Levels
1. FC Kaiserslautern: Sippel - Dick, Abel, Rodnei, Jessen – Tiffert (90. Amedick), Kirch - Ilicevic, Moravek (87. Petsos) , Hlousek – Nemec (66. Lakic)
Tor: 0:1 Bailly (61./ET)
Gelbe Karten: Dante, Neustädter -
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Zuschauer: 47.696