Mittwoch, 16. März 2011 - 15:14 Uhr

Im Moment gibt es im Fußball nicht wirklich viel, an dem man sich orientieren kann. Alles scheint verdreht, selbst auf den berühmten Bayern-Dusel ist kein Verlass mehr. Wo soll das hinführen? Beim Blick auf das Trainerkarussell riskiert man ein Schleudertrauma: Bayern kündigt van Gaal zum Saisonende, der HSV schmeißt Veh sofort raus, Schalke lässt sich nicht lumpen und schickt Magath gleich hinterher. Heynckes plant in Leverkusen seinen Wagen frisch gewaschen und voll getankt abzugeben und soll weiter nach München ziehen. Freiburgs Dutt geht angeblich nach Leverkusen, Rangnick wieder mal auf Schalke und nur nach Wolfsburg will niemand.
Das ist alles ziemlich verwirrend und so kann es auch gar nicht mehr schocken, dass Jens Lehmann mit 41 Jahren nochmal bei Arsenal anheuert. Als Aktiver wohlgemerkt.
Da ist es schon irgendwie beruhigend, dass man zumindest bei Borussia Mönchengladbach weiß, woran man ist. Dazu reicht ein simpler Blick auf die Tabelle und den bevorstehenden 27. Spieltag, den die Borussia am Freitagabend mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern eröffnet.
Auch wenn sich die Verantwortlichen zieren, das Aufeinandertreffen mit den Pfälzern als „Endspiel“ zu titulieren, so ist die Konstellation klar: Borussia muss gewinnen, um die realistische Chance auf den Klassenverbleib aufrecht zu erhalten. Gerade an diesem Spieltag, wo die letzten sechs Mannschaften gegeneinander antreten, müssen die Borussen dranbleiben.
In welcher Ausrichtung und mit welchem Personal Borussias Trainer Lucien Favre das dritte Heimspiel unter seiner Regie angehen wird, ließ er am Mittwoch im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Freitagsspiel offen. Klar ist, dass er weiter nicht auf den verletzten Igor de Camargo zählen kann, dazu meldete sich Jens Wissing ab. Letzterer spielte zwar bislang unter dem neuen Trainer noch keine Rolle, wäre aber möglicherweise als Backup für die Position des Linksverteidigers in Frage gekommen. Filip Daems plagte sich in den letzten Tagen mit einer Grippe herum, konnte aber am Mittwoch schon ein leichtes Training absolvieren. »Wir müssen abwarten, wie er auf die Belastung reagiert«, erklärte Lucien Favre. »Aber ich bin optimistisch, dass er spielen kann«.
In diesem Falle dürfte die Abwehrformation unverändert bleiben, während sich im Mittelfeld und Angriff einige Optionen ergeben. Zumindest Håvard Nordtveit müsste im Gegensatz zum Bremen-Spiel wieder in der Startelf stehen.
Ändern muss sich gegenüber dem Spiel bei Werder darüber hinaus einiges. »Zu viele Ballverluste und taktische Fehler«, monierte Lucien Favre beim Rückblick auf das Remis an der Weser. Das muss seine Mannschaft am Freitag in den Griff bekommen. »Kaiserslautern kontert sehr gefährlich«, warnte Favre. »Wir müssen die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive finden«.
Favre hat sich die DVD vom Spiel der Lauterer gegen Freiburg angeschaut und war beeindruckt. »Kaiserslautern hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Sie sind aggressiv in den Zweikämpfen, läuferisch sehr stark und haben eine große, individuelle Qualität«.
Dennoch ist ein Sieg für Borussia Mönchengladbach Pflicht. Damit die Borussen weiter die Orientierung behalten auf dem Weg zum Klassenerhalt.