Donnerstag, 03. März 2011 - 14:43 Uhr

Dass Borussia Mönchengladbach nach dem Heimerfolg gegen Schalke 04 am Samstag gegen Hoffenheim den zweiten Sieg der Saison im Borussia-Park folgen lassen muss, erschließt sich schon beim Blick auf die Tabelle. Zieht man die Statistik heran, so gibt diese allerdings wenig Anlass zu Optimismus, dass dies ausgerechnet gegen den Hopp-Club gelingen wird. Fünfmal standen sich die beiden Teams in der Bundesliga bislang gegenüber, doch zu einem Gladbacher Sieg reichte es noch nie.
Dazu kommt der leblose Auftritt der Profis bei der Niederlage in Wolfsburg am vergangenen Freitag, mit dem die aufkeimende Euphorie nach dem Schalke-Spiel im Keim erstickt wurde. »Wir wollten in Wolfsburg sehr hoch und Pressing spielen«, erklärte Borussias Trainer Lucien Favre am Donnerstag. »Darüber haben wir manchmal vergessen zu verteidigen«.
Dass es seinen Spielern in der Autostadt an letzter Bereitschaft fehlte, wollte der Schweizer nicht ausgemacht haben. »Ich sehe kein Motivationsproblem. Die Spieler waren bereit zu kämpfen und zu laufen, doch Wolfsburg hat es auch sehr gut gespielt«.
»Ich muss daran arbeiten, dass wir nur noch unser gutes Gesicht zeigen«, weiß Favre. »Auswärts wie zuhause müssen wir bereit sein, zu verteidigen. Gegen Hoffenheim müssen wir stark sein bei der Balleroberung, im Spielaufbau werden wir nicht so viele Lücken finden«.
Deshalb wird Favre auch nicht zur totalen Offensive aufrufen. »Es bringt nichts, mit vier Stürmern zu spielen. Wir dürfen kein Harakiri veranstalten, müssen sicher stehen«.
Mit welchem Personal der 53-Jährige dieses Unterfangen angehen wird, ließ er offen. Nicht nur, weil er dem Gegner nicht frühzeitig die Karten auf den Tisch legen will, sondern auch weil ihn handfeste Personalsorgen plagen. Während Nachwuchs-Keeper Marc-André ter Stegen weiter ausfällt, droht nun auch Logan Bailly wegen Knieproblemen eine Pause. »Er hat gestern und heute nicht trainiert«, sagte Favre. »Wir müssen morgen schauen, ob es geht«.
Sollte Bailly nicht spielen können, wird U23-Stammkeeper Jannis Blaswich auf der Bank sitzen, Christofer Heimeroth zwischen den Pfosten stehen.
Zudem bangt Lucien Favre noch um den Einsatz von Håvard Nordtveit, dem bislang besten Spieler der Rückrunde. »Er hat gestern das Training abgebrochen und heute nicht trainiert«, erklärte Favre. Der Norweger sei »ein wenig krank«, habe jedoch kein Fieber.
Auch Mike Hanke steht nach weitestgehend überstandener Erkrankung auf der Kippe und hat diese Woche noch nicht mit der Mannschaft trainiert.
Aufgrund dieser Fragezeichen ist es schwer abzuschätzen, inwieweit Lucien Favre das Team verändern wird. Anlass genug gibt es nach Wolfsburg, wie Favre einräumte. »Nach dem Spiel gegen Schalke war es logisch, nichts zu ändern. Jetzt ist es eventuell anders. Es ist möglich, dass es Wechsel gibt«. Es müsse aber nicht zwingend so kommen, schränkte der Trainer ein.
Kandidaten für mögliche Wechselspiele gibt es genug. Roman Neustädter oder Patrick Herrmann sind sicher in der Vorlosung, aber auch Tobias Levels. Einiges wird davon abhängen, ob Håvard Nordtveit zur Verfügung stehen wird. »Ich muss das beste System und die beste Mischung finden«, weiß Lucien Favre.
Auf der Position des Linksverteidigers wird es dabei wohl keine Änderungen geben. Jens Wissing, der als einziger ernsthafter Konkurrent für Filip Daems gilt, wird, genauso wie Fabian Bäcker, am Freitag bei der U23 zum Einsatz kommen ...