Samstag, 21. August 2010 - 17:30 Uhr

Borussias Trainer Michael Frontzeck konnte zum Saisonauftakt wieder auf Stammkeeper Logan Bailly zurückgreifen, der die Folgen seines Hexenschusses überstanden hatte. Gegenüber dem Pokalspiel vor einer Woche bei Erzgebirge Aue stand gegen den 1. FC Nürnberg auch Juan Arango wieder zur Verfügung.
Christofer Heimeroth und Patrick Herrmann nahmen auf der Bank Platz, wo sie den Kollegen Raúl Bobadilla begrüßen konnten, der zumindest so weit wieder hergestellt ist, dass er zum Kader stoßen konnte.
Die erste Elf agierte somit in der erwarteten Besetzung und in dem System, das sich in der letzten Saison bewährt hat. Mit Mo Idrissou stand lediglich ein Neuzugang auf dem Platz.
Die Borussen starteten zunächst flott in die Partie und bestimmten die ersten Minuten. Man zeigte sich ein paar Mal gefährlich am Nürnberger Strafraum, ohne die Gäste wirklich in Gefahr zu bringen. Nach und nach kamen die Franken besser ins Spiel und stellten die Gladbacher vor einige Probleme.
Nürnberg verteidigte relativ ‚hoch‘ und schaltete nach Ballgewinnen schnell um. Im Mittelfeld hatte der Club erstaunlich viel Raum und so versuchten sie es mit Schüssen aus der zweiten Reihe. Zunächst hatte Bailly Schwierigkeiten mit einem Aufsetzer von Pinola, kurz darauf ordentlich Glück. Ekici zog aus knapp 25 Metern ab und der Ball klatschte an den Pfosten (9.).
Der Schuss war zwar nicht drin, die Borussen wirkten dennoch verunsichert. Es lief wenig zusammen im Spiel nach vorne und hinten agierte man nicht griffig genug. So durfte Judt nach einer Viertelstunde völlig unbedrängt flanken, Brouwers verschätzte sich böse und in seinem Rücken konnte Hegeler gegen die Laufrichtung von Bailly zur Führung für Nürnberg einköpfen.
Es dauerte einige Zeit, bis die Borussen wieder in die Spur kamen. Nach einem langen Pass von Dante nahm Idrissou das Leder ganz stark an, wurde beim Abschluss allerdings noch von Wolf entscheidend gestört (23.).
Erst nach knapp einer halben Stunde wurden die Aktionen der Gastgeber zwingender und prompt folgte die Belohnung. Marco Reus spielte von der linken Seite auf Mo Idrissou in den Strafraum, der zunächst Simons und dann Wolf aussteigen ließ und den Ball mit rechts ins lange Eck versenkte (31.).
Der Ausgleich wirkte befreiend und nun lief der Ball zügiger durch die Reihen der Fohlen. Filip Daems setzte mit einem Schuss aufs kurze eine Duftmarke, Club-Torwart Schäfer war auf dem Posten (35.). Vier Minuten später kombinierten sich die Borussen fix nach vorne, Karim Matmour bediente Michael Bradley und der Amerikaner versuchte Schäfer mit einem Lupfer zu überwinden. Leider flog die Kugel nur aufs Tornetz.
Mit einem 1:1 ging es in die Pause, wobei das Ergebnis angesichts der Spielanteile durchaus als gerecht bezeichnet werden kann. Zur zweiten Halbzeit ließ Michael Frontzeck sein Team unverändert und irgendwie begann die Partie wieder bei Null: Nürnberg stand sehr gut in der eigenen Hälfte, die Borussen kamen sporadisch an den gegnerischen Strafraum, erspielten sich jedoch keine Torgelegenheiten.
Nürnberg blieb im Gegensatz zur ersten Halbzeit mit Offensivaktionen sehr passiv, so dass die Borussia über den kompletten zweiten Durchgang das überlegene Team war. Da man in vorderster Front weiter nicht über Ansätze hinaus kam, reagierte Michael Frontzeck und brachte Raúl Bobadilla für Karim Matmour.
Die Borussia blies nun zu einer Schlussoffensive und wollte den Sieg erzwingen. Michael Bradley versuchte es mit einem Schuss aus knapp zwanzig Metern nach Ablage von Mo Idrissou, Schäfer wehrte mit starker Reaktion zur Ecke ab. In deren Anschluss traf Juan Arango nur das Außennetz (70.).
Der Club zeigte sich nur noch einmal nachdrücklich in Gladbachs Strafraum. In der 72. Minute unterlief Thorben Marx eine unfreiwillige Kopfballvorlage für die Gäste und plötzlich tauchte Schieber alleine vor Logan Bailly auf. Borussias Keeper reagierte hervorragend und wehrte per Fuß ab.
Die Schlussphase gehörte dann nur den Borussen, die mit Macht auf den Siegtreffer drängten. In der 81. Minute ließ Schäfer einen Idrissou-Knaller nur abklatschen und Raul Bobadilla war rechtzeitig zum Rebound da. Der Argentinier kam an Nürnbergs Keeper vorbei, knallte den Ball dann allerdings aus fünf Metern über das leere Tor. Dieses hätte vermutlich nicht gezählt, da der Linienrichter Bobadilla vermeintlich im Abseits sah.
Die tapfer anrennenden Borussen vermochten sich nicht mehr für ihre Mühen belohnen. Auch der eingewechselte Patrick Herrmann nicht, der mit einem fulminanten Schuss aus halblinker Position am ausgezeichnet reagierenden Schäfer scheiterte (87.).
So blieb es schließlich beim 1:1-Remis. Für die Borussia war ob der zweiten Halbzeit sicherlich ein dreifacher Punktgewinn drin. Allerdings wurde sehr deutlich, dass es noch eine Menge Defizite aufzuarbeiten gilt.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Daems – Marx, Bradley – Reus, Arango (82. Herrmann) – Matmour (64. Bobadilla), Idrisssou
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Anderson, Meeuwis, Neustädter, Jantschke
1. FC Nürnberg: Schäfer – Judt, Wolf, Nilsson, Pinola (67. Bieler) – Hegeler, Simons – Ekici (73. Eigler), Gündogan, Bunjaku (86. Frantz) – Schieber
Tore: 0:1 Hegeler (15.), 1:1 Idrissou (31.)
Gelbe Karten: - Schäfer
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 42.202