Samstag, 24. April 2010 - 17:25 Uhr

Nach der 0:2-Niederlage des VfL Bochum gegen den VfB Stuttgart am Freitag ist Borussia Mönchengladbach auch rechnerisch gerettet und so konnten die Fohlen die Partie gegen Rekordmeister Bayern München ohne Druck angehen.
Trainer Michael Frontzeck bot die erwartete Elf auf. Der gesperrte Karim Matmour wurde durch Patrick Herrmann ersetzt, ansonsten blieb die Mannschaft gegenüber der Vorwoche unverändert. Auch auf Seiten der Bayern spielte die erwartete Formation – also mit Ribery und Robben.
Der Tabellenführer aus München wollte seiner Favoritenrolle von Beginn an gerecht werden und nahm das Heft des Geschehens in die Hand. Die Borussen positionierten sich aufmerksam gestaffelt in der eigenen Hälfte und bemühten sich, das Starensemble von der Isar nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.
Das funktionierte zunächst sehr ordentlich, die Bayern näherten sich durch Schweinsteiger (7.) aus der Distanz und einem Kopfball von Olic nach einer Ecke (8.) zweimal ansatzweise gefährlich dem Mönchengladbacher Tor.
Die erste wirklich zwingende Möglichkeit der Partie hatten die Borussen, als Marco Reus eine Unordnung in der Abwehr der Gäste nutzte und von halbrechts in den Strafraum zog. Reus zielte allerdings knapp am langen Pfosten vorbei (9.).
Die Bayern zeigten sich ob dieser gefährlichen Offensivaktion der Gladbacher gewarnt, während die Frontzeck-Truppe in der Folgezeit sehr bissig und auch konsequent nach vorne spielte. Hektik kam zudem auf, weil Schiedsrichter Weiner sich den Unmut des Publikums mit einigen eigenartig anmutenden Entscheidungen zugunsten der Bayern zuzog.
In der 18. Minute kann man dem Unparteiischen, der die Münchener bereits im Hinspiel bevorteilt hatte, keinen Vorwurf machen, dass ein möglicher Elfmeterpfiff für die Borussen ausblieb. Nach einem langen Ball von Dante verschätzte sich Demichelis, Bobadilla profitierte. Der Münchener Innenverteidiger rutschte in Richtung Ball, Bobadilla zog das Leder geschickt zurück, wobei Demichelis den Stürmer am Fuß traf. Doch Bobadilla fiel nicht, sondern versuchte zum Abschluss zu kommen, was allerdings misslang.
Die Bayern blieben das optisch überlegene Team, konnten sich jedoch weiterhin keine echten Möglichkeiten erarbeiten. Ausnahme zwei Distanzschüsse: Zunächst zog Ribery aus 30 Metern ab, Bailly ließ den Flatterball abklatschen und verlor kurzzeitig die Orientierung (26.). Alsdann versuchte sich Schweinsteiger, der über den Querbalken zielte (33.).
In der Phase bis zum Halbzeitpfiff hatten die Borussen weniger Griff auf die Bayern, die diesen Vorteil allerdings nicht nutzen konnte. Einzig in der 38. Minute wurde es brenzlig, als Dante und Bailly in Gemeinschaftsarbeit vor Robben klärten.
Nach dem Wechsel änderte sich an den Rollenverteilung auf dem Platz nichts. Die Bayern hatten mehr Ballbesitz, wobei die Gladbacher nun wieder besser zu den Gegenspielern standen und die Gefahr vom eigenen Tor fern halten konnten.
Das eigene Spiel nach vorne wurde nun auch wieder zielstrebiger und nach einer Stunde ging der VfL sogar in Führung. Nach einem Angriff über halblinks leitete Bobadilla mit einer tollen Aktion direkt weiter in den Lauf von Reus, der aus ca. 15 Metern abzog und Jörg Butt mit diesem fulminanten Kracher keine Chance ließ.
Der Borussia-Park stand Kopf und kurzzeitig schienen die Bayern eben diesen zu verlieren. Nach einem Freistoß von Arango wackelte das Torgestänge von Butt (63.) und es gab weitere gute Konteransätze für die Fohlen.
Auf der Gegenseite kamen die Bayern weiterhin nur zu Halbchancen – bis zur 73. Minute. Da flankte Lahm von Gladbachs linker Seite, der einwechselte Klose lief goldrichtig in die Hereingabe und traf per Kopf zum Ausgleich.
Bis in die Schlussminuten wurde es nun eine Partie mit offenem Visier. Beide Teams wollten gewinnen, auf beiden Seiten ergaben sich brenzlige Situationen im Strafraum, nutzen konnte sie allerdings keiner.
So blieb es am Ende bei einem leistungsgerechten 1:1. Die Borussen konnten erhobenen Hauptes vom Platz gehen mit der Erkenntnis, den FC Bayern nahe an den Rand einer Niederlage gebracht zu haben.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Daems – Bradley, Marx – Herrmann (81. Colautti), Arango – Reus (90. Meeuwis), Bobadilla (81. Friend)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Kleine, Jaures, Jantschke
FC Bayern München: Butt - Lahm, van Buyten (63. Tymoshchuk), Demichelis (46. Contento), Badstuber - Schweinsteiger, Pranjic - Robben, T. Müller (66. Klose), Ribery - Olic
Tore: 1:0 Reus (60.), 1:1 Klose (73.),
Gelbe Karten: Bobadilla, Levels – van Buyten, Badstuber, Klose
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Zuschauer:54.057 (ausverkauft)