Freitag, 19. März 2010 - 22:28 Uhr

Im rheinischen Derby nahm Borussias Trainer Michael Frontzeck gegenüber dem 0:4 in der Vorwoche gegen den VfL Wolfsburg drei Änderungen vor. Der wiedergenesene Thorben Marx ersetzte Marcel Meeuwis, Rob Friend kam für Roberto Colautti und Raúl Bobadilla musste Patrick Herrmann weichen. Für den 19-Jährigen war es gleichzeitig sein Debüt in der Startelf.
Das Spielsystem wurde nicht geändert, sondern allenfalls ein wenig modifiziert: Rob Friend bildete die einzige Spitze, während Marco Reus zentral dahinter als ‚Schattenstürmer‘ agierte. Dies deckt sich in etwa mit der Rolle, die Roberto Coalutti zuletzt erfüllte.
Die Partie begann aufgrund des großen Andrangs – welche Überraschung – mit gut 10-minütiger Verspätung. Die Gladbacher Borussen wirkten zunächst wacher als der FC und dominierten die Anfangsphase. Der Ball lief recht ordentlich und der VfL meldete sich einige Male am Kölner Strafraum. Gefährlich wurde es in der 5. Minute, als Arango eine Ecke von links brachte. Rob Friend kam relativ frei aus zehn Metern zum Kopfball, doch der Kanadiier zielte genau in die Arme von Kölns Keeper Mondragon.
Erst nach gut zehn Minuten kamen die Kölner auf und sorgten für etwas Verwirrung im Gladbacher Defensivverbund. Zunächst hatte Bailly Mühe, eine etwas verunglückte Flanke von Brecko über die Latte zu lenken (10.), dann zog Maniche aus der zweiten Reihe ab und Novakovic konnte freistehend am 5er den Ball nicht unter Kontrolle bringen. Nur eine Minute später blockte Dante einen Flachschuss von Novakovic im rechten Moment ab.
Fast im Gegenzug hätten die Borussen allerdings zwingend in Führung gehen müssen. Lukas Podolski spielte von der Mittellinie einen katastrophalen Rückpass genau in die Füße von Arango. Der Venezolaner lief alleine auf den Kölner Strafraum zu, versuchte es allerdings überhastet mit einem Flachschuss, den Mondragon parieren konnte.
In der Folgezeit war das Spiel ausgeglichen mit einigen ‚Halbchancen‘ auf beiden Seiten. So in der 25. Minute, als Arango im Mittelfeld ein Kopfballduell gewann und auf Reus weiterleitete. Der zog aus 17 Metern halblinks ab, das Leder flog am langen Pfosten vorbei.
Die Partie blieb spannend und intensiv, doch beiden Teams fehlte es an der letzten Konsequenz am und im gegnerischen Strafraum. So egalisierte man sich bis zum Pausenpfiff weitestgehend.
Beide Teams kamen in unveränderter Besetzung zurück aus den Kabinen. Wie schon zu Beginn der Partie, kamen die Borussen besser ins Spiel und bestimmten das Geschehen. So war es dann auch nicht unverdient, dass der VfL in der 56. Minute in Führung ging. Marco Reus trat über halblinks an und als die Kölner mit einem Abspiel auf Außen rechneten, zog Reus in die Mitte und ließ aus rund 18 Metern einen Flachschuss genau ins Eck ab.
Die Gladbacher hatten nun deutlich Oberwasser und durch Arango, der einen Freistoß von der linken Seite direkt aufs Tor zog – Mondragon lenkte die Kugel über den Querbalkern –, die nächste Gelegenheit (61.).
In der Folgezeit machten die Borussen allerdings etwas wenig nach vorne, während Köln sich bemühte, jedoch kaum etwas auf die Reihe bekam. Das Kölner Publikum pfiff die eigene Mannschaft – vor allem Wome – gnadenlos aus.
Es sah alles danach aus, als ob der Weg für einen Auswärtssieg geebnet sei. Köln war eigentlich schon am Boden, die Borussen – bei denen Colautti für Herrmann kam – hatten vermeintlich alles im Griff.
Doch schließlich rächte es sich, dass man die Konter zu einem möglichen zweiten Tor nicht konsequenter spielte. In der 79. Minute wurde eine Ecke nicht sauber geklärt, Tosic konnte sich über links durchsetzen, passte in den Rückraum auf Maniche, der den Ball aus 16 Metern in den Winkel nagelte.
Köln war plötzlich wachgeküsst und hatte unmittelbar im Anschluss durch Novakovic eine Großchance, der allerdings am Tor vorbei zielte.
Ein echter Sturmlauf der Gastgeber blieb dann allerdings aus – im Gegenteil. Der VfL, bei dem in der Schlussphase noch Bobadilla für Friend kam, hatte am Ende noch die besseren Chancen. Doch weder Colautti (86.), noch Reus (89.) schafften den Siegtreffer.
Am Ende steht ein 1:1 im Derby, wobei für die Borussen an diesem Abend sicher mehr drin gewesen wäre. Doch nach dem Führungstreffer fehlte der letzte Biss im Spiel nach vorne, um die Entscheidung zu erzwingen.
Kurzstatistik zum Spiel:
1. FC Köln: Mondragon - Brecko, Geromel, Mohamad, Wome (75. Ehret) - Petit, Pezzoni (66. Freis) – Maniche - Tosic, Novakovic - Podolski
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Daems – Marx, Bradley – Hermann (72. Colautti), Arango – Reus, Friend (83. Bobadilla)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Meeuwis, Kleine, Jaurès, Jantschke
Tore: 0:1 Reus (56.), 1:1 Maniche (79.)
Gelbe Karten: Geromel - Bradley
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)