Mittwoch, 17. März 2010 - 22:17 Uhr

Es riecht nach Änderungen in der Startformation bei Borussia Mönchengladbach vor dem Derby beim 1. FC Köln am Freitag. Aussichtsreichster Kandidat für eine Neu-Berufung ist sicherlich Thorben Marx, der auch am Mittwoch die Trainingseinheit ohne offensichtliche Probleme absolvierte.
Für ihn müsste dann wohl der Niederländer Marcel Meeuwis weichen, der sich bei den 11 gegen 11 Spielformen im Training folgerichtig im vermeintlichen ‚B-Team‘ wiederfand. Marx spielte dagegen neben Michael Bradley vor der gewohnten Abwehrformation mit Logan Bailly, Tobias Levels, Roel Brouwers, Dante und Filip Daems.
Richtig interessant wurde es bei der Besetzung der Offensive. Hier ließ Michael Frontzeck mit Rob Friend nur einen ‚echten‘ Stürmer spielen. Zentral hinter dem Kanadier agierte Marco Reus als ‚Schattenstürmer‘ bzw. 10er. Im linken Mittelfeld reihte sich wie gewohnt Juan Arango ein, während Patrick Herrmann über rechts kam.
Eine durchaus bemerkenswerte Ausrichtung, die sich durch eine gewisse Kompaktheit auszeichnete, da Reus bekanntlich fleißig in der Rückwärtsbewegung ist, andererseits Marx und Bradley bei eigenem Ballbesitz intensiv mit anschieben und Reus den Rücken stärken können.
Auch bei einer späteren Übungsform, als zwei Gruppen gebildet und Angriffszüge über die Außenbahn eingeübt wurden, blieb die Besetzung unverändert.
Es ist also nicht ganz abwegig, dass der VfL in Köln in diesem modifizierten Spielsystem auflaufen wird. Neben Marcel Meeuwis würden demnach Roberto Colautti und Raúl Bobadilla aus der bisherigen ersten Elf rutschen. Die beiden absolvierten übrigens zusammen mit Fabian Bäcker unter Anleitung von Manni Stefes ein separates Torschusstraining. Als Bobadilla eine Fahrkarte schoss, musste eine am Boden liegende Eisenstange den Wutausbruch des Argentinier über sich ergehen lassen.
Bobadilla lief nach Beendigung des Trainings als erster im Laufschritt in die Kabine und wirkte nicht gerade glücklich. Zwar sollte man nicht zu viel in diese eine Trainingseinheit hinein interpretieren, doch es war schon ein nennenswerter Hinweis zu den Überlegungen des Trainers.
Youngster Patrick Herrmann jedenfalls wollte nicht ausschließen, dass am Freitag in dieser Ausrichtung gespielt wird. »Warum nicht? So haben wir bis jetzt zwar noch nicht gespielt, eine Option ist es bestimmt. Der Trainer wird entscheiden, wie wir spielen«.
Patrick Herrmann will alles auf sich zukommen lassen: »Meine Chance sehe ich wie immer. Ich bin froh wenn ich dabei bin. Umso mehr Minuten ich bekomme, umso mehr freue ich mich«.
Man darf gespannt sein, wie Borussias Trainer Michael Frontzeck sich entscheiden wird. Klar scheint momentan nur, dass das Derby für Karim Matmour noch zu früh kommt. Der Algerier trainierte alleine mit Andreas Blum und beendete das Training schon nach 30 Minuten.