Mittwoch, 17. März 2010 - 14:20 Uhr

Zwei Tage vor dem Duell in der Domstadt wird viel diskutiert. Vor allem über das Thema Sicherheit. Die Verantwortlichen beider Seiten richteten Appelle an die Vernunft der Anhänger, damit das brisante Aufeinandertreffen in einem würdigen Rahmen und vor allem friedlich über die Bühne geht.
Sportdirektor Max Eberl und Trainer Michael Frontzeck wiederholten am Mittwoch im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Spiel diese Ansagen. Gesprochen wurde ebenfalls über die eigenartige Ansetzung am Freitagabend. »Das habe ich von Beginn an nicht verstanden«, so Michael Frontzeck. »Doch ich muss auch nicht alles verstehen«. Für den Coach ist »der Termin schon komisch, doch ich weiß nicht, was für Gründe dahinter stecken«.
Die Sicherheitsproblematik wird weiter alle auf Trab halten, wobei man nicht unterschlagen sollte, dass die Partie ganz nebenbei noch einen wirklichen sportlichen Wert hat. Vor 2 ½ Wochen schienen es sich Köln und Gladbach im gesicherten Mittelfeld gemütlich gemacht zu haben. Doch nach eigenen Niederlagen und plötzlichen Siegen der Kellerkinder ist die einstmals komfortable Ausgangslage deutlich kritischer geworden.
Für beide Teams gewinnt das Spiel am Freitag so noch zusätzlich an Bedeutung. Mit einem Erfolg könnten die Borussen das Polster nach hinten halten oder vergrößern und gleichzeitig den FC weiter an die Abstiegszone drücken. Die Kölner wiederum könnten mit einem Sieg zum VfL aufschließen.
Zudem ist das Derby die traditionelle Gelegenheit, bei den Fans an Kredit zu gewinnen. Für die Kölner ist die Saison mit fast ausnahmslos unattraktivem Ergebnisfußball wohl nur noch mit einem Triumph gegen Mönchengladbach schön zu reden. Und der Gladbacher Anhang sehnt sich nach den beiden Klatschen in Dortmund und gegen Wolfsburg nach einem Erfolgserlebnis.
»Wir wissen um die Brisanz der Partie«, sagte Michael Frontzeck. »Es ist ein Spiel mit eigenen Gesetzmäßigkeiten. Die Mannschaft wird hochkonzentriert sein müssen, um ihre Leistung abzurufen«. Das 0:4-Debakel gegen Wolfsburg »ist aufgearbeitet«. Trotz der deutlichen Niederlage war es aus Sicht der sportlichen Leitung gegenüber dem Auftritt in Dortmund ein Fortschritt.
Dieser soll sich nun in Köln auch im Ergebnis ausdrücken. »Wir müssen höllisch aufpassen«, warnte Frontzeck. »Es ist ein ganz schmaler Grat, aggressiv ins Spiel reinzugehen und dennoch die Nerven zu behalten. Wer das beherrscht, wird in solchen Auseinandersetzungen gewinnen«.
Dass Köln über mehr erfahrene Profis als der VfL verfügt, sieht Frontzeck diesbezüglich nicht als Vorteil an: »Auch erfahrene Spieler können schon mal durchdrehen«.
Personell deuten sich bei der Borussia Umstellungen an. »Es kann gut sein, dass der ein oder andere eine Pause bekommt«, so Frontzeck vielsagend. Über Namen ließ sich der Coach wie gewohnt nicht aus.
Nach den jüngsten Trainingseindrücken scheint jedoch Rob Friend ein heißer Kandidat für die Rückkehr in die erste Elf. Und auch Thorben Marx könnte möglicherweise sein Comeback feiern. »Er hat intensive Einheiten mitgemacht und ist auf jeden Fall ein Thema«, bestätigte Frontzeck. Im Kader wird Marx stehen, sofern nichts außergewöhnliches mehr passiert.
Anders sieht es bei Karim Matmour aus, der »nur leichtes Lauftraining« machen konnte. »Es wird eng für Köln«, so Frontzecks Prognose.
In welcher Besetzung auch immer – die Gladbacher Borussen wissen um die Bedeutung des Derby. Und um die Chance, der großen Borussengemeinde einen echten Feiertag zu bescheren. Hoffentlich einen friedlichen ...