Montag, 15. März 2010 - 07:40 Uhr

Trotz der zwei happigen Niederlagen mit 0:7 Toren bemüht sich Michael Frontzeck, den Ball flach zu halten. »Ich habe nicht aus Selbstschutz immer wieder betont, dass es auch Wochen geben wird, die nicht so toll laufen«, sagte er nach dem 0:4 daheim gegen Wolfsburg.
»Wir haben zwei Wochen richtig Lack gekriegt«, so Frontzeck weiter. »Über Monate haben wir das vermieden, gute Spiele gemacht und gepunktet«. Noch sieht der 45-Jährige nicht die Gefahr, dass die bislang ordentliche Spielzeit nun noch in die Hose gehen könnte. »Wir sind nach wie vor auf dem Weg, eine stabile Saison zu spielen. Das beinhaltet eben auch, dass du hin und wieder eine auf die Nuss kriegst. Du musst daraus lernen, wieder aufstehen und neu angreifen«.
Gegen Wolfsburg lief alles gegen die Gladbacher Borussen. »Es war eigentlich eine ausgeglichene erste Halbzeit mit relativ wenig Chancen auf beiden Seiten. Wolfsburg geht fast mit dem ersten Schuss in Führung«, so Frontzeck.
Unmittelbar nach dem Seitenwechsel ließ Raúl Bobadilla die 100%ige Chance zum Ausgleich ungenutzt. »Das war eine sehr, sehr gute Möglichkeit«, musste Frontzeck eingestehen. »Im Gegenzug fällt das 2:0. Ich weiß nicht, ob es ein Handelfmeter war und ob wir nicht in der ersten Halbzeit auch einen bekommen mussten. Jedenfalls spielte das 2:0 Wolfsburg absolut in die Karten«.
Die Borussen bemühten sich, doch spätestens nach dem 3:0 »war das Spiel gelaufen«, wie nicht nur Frontzeck erkannt hatte. »Wolfsburg hat uns die Grenzen aufgezeigt. Wir spielten uns zwar noch ein paar Chancen heraus, doch Wolfsburg ist qualitativ zu gut, um nochmals hinzukommen. Für uns ist das natürlich eine ganz bittere Niederlage«.
Anerkennenswert fand Frontzeck das Verhalten der Zuschauer. »Sie hatten ein feines Gespür und erkannt, dass die Mannschaft nach hinten heraus einfach nicht hin gekommen ist. Die Fans haben sie nicht niedergepfiffen, sondern ganz im Gegenteil. Das habe ich – nicht nur hier – schon ganz anders gesehen«.
Auch Raúl Bobadilla wurde nicht ausgepfiffen, obwohl der Argentinier die Schlüsselszene nach der Pause vergeigte. »Raúl ist ein junger Spieler, der sich in einer Phase befindet, in der Dzeko auch mal war. Im ersten Jahr hat der auch nicht direkt 20 Tore gemacht«, gab Frontzeck seinem Stürmer Rückendeckung. »Raúl braucht Zeit und er bekommt von uns alle Unterstützung. Ob das mal so aussieht, dass er nicht spielt, das werden wir sehen. Wichtig ist, dass ich das Bemühen erkenne und sehe, dass er voran kommen will«.
Gegen Wolfsburg schenkte Frontzeck der Elf vom Dortmund-Spiel das Vertrauen, welches diese zumindest vom Ergebnis her nicht rechtfertigte. Doch Frontzeck sah es wesentlich differenzierter. »Es war nicht mal im Ansatz so wie in Dortmund. Ich habe nicht eingesehen, dass wir nach einem objektiv schlechten Spiel in Dortmund die Mannschaft ändern. Was das jetzt für Köln heißt, da lasse ich mir noch ein bisschen Zeit«.
»Ich werde das Spiel mal in Ruhe sacken lassen«, sagte der Coach mit Blick auf den nächsten Freitag. Alternativen bieten sich durchaus an. Da wäre Karim Matmour, der gegen Wolfsburg nicht im Aufgebot stand. »Karim war fest für den Kader vorgesehen, hatte Donnerstag keine Probleme und verspürte dann beim Abschlusstraining ein Ziehen bei den Adduktoren«, erklärte Frontzeck den Verzicht auf den Algerier, für den Oli Neuville dabei war. Gegen Köln rechnet der Trainer wieder mit Matmour.
Ob auch Thorben Marx wieder so weit sein wird, ist offen. »Thorben ist auf einem guten Weg. Ob es gegen Köln reicht, weiß ich nicht. Gegen Hamburg sollte er, sofern er keinen Rückfall hat, wieder zur Verfügung stehen«.