Samstag, 13. März 2010 - 17:23 Uhr

Borussias Trainer Michael Frontzeck vertraute gegen den VfL Wolfsburg der Elf, die am vergangenen Samstag in Dortmund beim 0:3 enttäuschte und gab den Akteuren somit die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Als einzige Änderung im Kader saß Oliver Neuville auf der Bank, während der angeschlagene Karim Matmour nicht im Aufgebot stand.
Beide Mannschaften ließen von Beginn an den Ball laufen, wobei sich das Tempo hier wie dort in Grenzen hielt. So hatten beide Abwehrreihen keine Mühe, die Gefahr vom eigenen Tor fern zu halten.
Die erste Möglichkeit für die Hausherren ergab sich in der 12. Minute. Da zog Arango einen Freistoß zentral aus dem Halbfeld vor das Tor. Der Ball wurde von einem Wolfsburger abgefälscht und erreichte den am 5Meter-Eck freistehenden Bobadilla. Der schien etwas überrascht und lenkte den Ball mit dem Kopf am Tor vorbei.
In der Folgezeit egalisierten sich beide VfL‘s zusehends. Wolfsburg wurde mit der Zeit offensiv etwas mutiger und hatte im Ansatz einige gefährliche Aktionen im Gladbacher Strafraum. Die Borussen wiederum taten sich im Spiel nach vorne sehr schwer, weil klare Aktionen Mangelware blieben. Am Ball agierte man zwar gefällig, doch letztlich fehlte der Zug zum Tor.
In der 32. Minute wurde es laut im Borussia-Park, als die Gladbacher ein Handspiel eines Wolfsburgers im Strafraum ausgemacht haben wollten. Schiedsrichter Perl verweigerte einen Strafstoß, was heftige Proteste zur Folge hatte.
Für Wolfsburg schien diese Aktion ein Wachmacher, denn die Autostädter legten fortan eine Schippe drauf. Dzeko hatte kurz darauf eine erste gute Möglichkeit, die Bailly zunichte machte (33.).
Der Topstürmer des Meisters war nur schwer zu verteidigen, was die Borussen in der 41. Minute schmerzhaft erfahren musste. Da setzte er sich über die rechte Gladbacher Seite im Strafraum noch im Fallen gegen mehrere Borussen durch. Meeuwis konnte den Ball nicht aus der Gefahrenzone befördern, stattdessen konnte Misimovic aus knapp zwanzig Metern einen Flachschuss ablassen. Der ehemalige Nürnberger traf den Ball genau und setzte ihn ganz präzise ins Eck.
Die Borussen wirkten geschockt, denn unmittelbar drauf war es erneut Dzeko, der Bailly zu einer Glanztat zwang. Die Gastgeber berappelten sich dann allerdings und ließen bis zum Pausenpfiff nichts mehr anbrennen.
Zur zweiten Halbzeit nahm Borussias Trainer Michael Frontzeck einen ersten Wechsel vor. Roberto Colautti blieb draußen, für ihn stürmte nun Rob Friend.
Die Borussen legten mit Schwung los und hätten bereits unmittelbar nach Wiederanpfiff den Ausgleichstreffer zwingend markieren müssen. Levels stürmte über rechts mit einem beherzten Antritt bis zur Grundlinie und passte den Ball dann flach in die Mitte. Dort stand Bobadilla frei, doch der Argentinier traf sieben Meter vor dem Tor das Leder nicht richtig und schoss es am Kasten vorbei.
Die Riesenchance war vertan und fast im Gegenzug sorgte Wolfsburg für den zweiten Schlag ins Genick. Bradley bekam im Strafraum den Ball an die Hand, Schiedsrichter Per entschied auf Elfmeter, den Dzeko sicher zum 0:2 verwandelte.
Die Borussen antworteten mit zwei wütenden Antritten von Tobias Levels über rechts. Zunächst verpassten seine Hereingabe alle, ehe Arango am langen Pfosten verzog (50.), danach köpfte Friend nach Levels-Flanke am Tor vorbei (52.).
Wie man effizient mit seinen Chancen umgeht, zeigte Wolfsburg in der 58. Minute. Da rechnete alles mit einer Freistoßflanke der Gäste direkt vor das Tor, doch der Ball wurde in den Rückraum geschlagen. Dort bekam Gentner alle Zeit und sein platzierter Schuss landete genau im Eck.
Die Borussen mussten also einem happigen 0:3 hinterher laufen. Michael Frontzeck brachte mit Herrmann und Neuville für Meeuwis und Bobadilla zwei frische Kräfte und die Borussen hatten durchaus Möglichkeiten. Wolfsburg verteidigte keineswegs konsequent, doch die Gladbacher ließen alles liegen, was sich ihnen bot.
Auf der Gegenseite hatte Wolfsburg einige gute Kontermöglichkeiten, so wie Dejagah nach einem Riesenbock von Dante – Brouwers rettete in höchster Not (76.). Zu spät kam der Niederländer allerdings in der 80. Minute, als Dzeko nach einem Konter durchstartete, Brouwers stehen ließ und vor Bailly so lange zögerte, bis Borussias Keeper gegen den platzierten Schuss des Bosniers keine Abwehrchance hatte.
0:4 – eine echte Klatsche für die Gladbacher Borussen, die auch in der Schlussphase sehr oft vor dem gegnerischen Tor auftauchten, sich jedoch selbst im Weg standen und es nicht schafften, zumindest den Ehrentreffer zu markieren.
Ein unglücklicher Spielverlauf, Wolfsburger Effektivität und fehlende Zielstrebigkeit bei eigenen Aktionen führte letztlich zu einer äußerst heftigen 0:4-Klatsche gegen den Deutschen Meister.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Daems – Meeuwis (64. Herrmann), Bradley – Reus, Arango – Colautti (46. Friend), Bobadilla (64. Neuville)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Kleine, Jaurès, Jantschke
VfL Wolfsburg: Hitz – Pekarik, Riether, Madlung, M. Schäfer - Josué (85. Schindzielorz) - Hasebe, Gentner - Misimovic - Dzeko, Martins (63. Dejagah)
Tore: 0:1 Misimovic (41.), 0:2 Dzeko (49./HE), 0:3 Gentner (58.), 0:4 Dzeko (80.)
Gelbe Karten: Levels
Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)
Zuschauer: 39.128