Sonntag, 07. März 2010 - 15:32 Uhr

Es war eine deutliche Sache im kalten Dortmunder Westfalenstadion. Der BvB glänzte keineswegs, arbeitete jedoch sehr aufmerksam und ließ den Gladbacher Borussen wenig Raum. Die wiederum fanden weder die spielerischen, noch die kämpferischen Mittel, die Dortmunder ernsthaft in Gefahr zu bringen.
»Es war ein bitterer Abend für uns«, resümierte Innenverteidiger Roel Brouwers. »Wir sind gar nicht richtig ins Spiel gekommen, uns unterliefen zu viele Ballverluste und Chancen haben wir uns keine erspielt«.
»Warum wir nicht so gespielt haben wie sonst, ist schwer zu sagen«, so der Niederländer weiter. »Aber klar ist, dass wir den Großteil der Niederlage uns selbst zuschreiben müssen«.
Das sah Sportdirektor Max Eberl genauso. »Nicht Dortmund hat das Spiel gewonnen, sondern wir haben es verloren. Wir schafften es nicht, in der Defensive kompakt zu stehen und gemeinsam zu verteidigen. Es hat jeder für sich versucht, seinen Zweikampf zu gewinnen. Aber eben nicht gemeinsam, sondern für sich alleine. Und unsere Qualitäten im Spiel nach vorne ließen wir ebenfalls vermissen. Die Ballsicherheit war überhaupt nicht vorhanden«.
Die Dortmunder zogen den Gladbachern insoweit früh den Zahn. »Wir konnten den Ball nicht lange in unseren Reihen halten«, sagte Kapitän Filip Daems. »Bei jeder Aktion waren sofort 2-3 Dortmunder da. Die haben es heute richtig gut gemacht«.
Der VfL fand durchweg keine Mittel gegen die wesentlich bissigeren Gastgeber. Und dass der BvB dann in der Chancenverwertung eiskalt war, passte in das aus Gladbacher Sicht düstere Bild an diesem Abend. »Das 1:0 fällt zu früh«, ärgerte sich Marcel Meeuwis. »Bis zu diesem Zeitpunkt war es von uns zwar nicht gut, doch zumindest noch in Ordnung«.
»Danach war das Team etwas verwirrt«, sagte Roberto Colautti. Bis zur Halbzeit gab es »ein, zwei Chancen. Das waren eigentlich unsere einzigen Situationen in der Offensive«, erklärte Max Eberl. In der Pause fand Trainer Michael Frontzeck deutliche und laute Worte. Doch der frühe zweite Treffer der Dortmunder brach den Gladbachern das Genick. »Zidan hat wie öfters schon gegen uns einen guten Tag erwischt. Doch es darf natürlich nicht sein, dass er in der einen Aktion so frei zum Torschuss kommt«, so der Sportdirektor weiter.
Michael Frontzeck versuchte mit der Einwechslung von Friend und Matmour das Offensivspiel noch zu beleben. »Es ist nicht so einfach reinzukommen, wenn das Spiel so läuft«, sagte Karim Matmour. »Du versuchst, den Unterschied auszumachen, doch es hat nicht geklappt«, ergänzte Rob Friend. Im Gegenteil – Matmour verlor vor dem dritten Dortmunder Tor den Ball und mit diesem Treffer war die Partie endgültig gelaufen.
»Ich will nicht sagen, dass wir aufgegeben haben. Doch in den letzten Minuten sah es ein bisschen danach aus«, meinte Rob Friend. »Dann ist es für einen Stürmer natürlich noch viel schwerer, sich zu zeigen«.
Am Ende mussten die Borussen nach einer der schwächsten Saisonleistungen eine deutliche Niederlage schlucken. »Wir haben uns das ganz anders vorgestellt«, befand Marco Reus. »Es ist scheiße gelaufen für uns. Wir müssen uns davon erholen und nächste Woche neu angreifen«. Dass die Pleite Nachwirkungen haben kann, will Reus nicht ausschließen. »Das wird man sehen. Es ist eine Niederlage, die etwas deftiger war. Mal schauen, wie es gegen Wolfsburg aussieht. Ich bin optimistisch, dass die Mannschaft das ganz gut wegstecken wird«.