Donnerstag, 04. März 2010 - 14:09 Uhr

Am Mittwoch musste Raúl Bobadilla das Mannschaftstraining abbrechen. Der Argentinier trat in den Boden und zunächst wurde vermutet, dass er sich eine schlimmere Verletzung zugezogen haben könnte. Doch nach eingehender Untersuchung konnte Borussias Trainer Michael Frontzeck auf der Pressekonferenz am Donnerstag verkünden, dass Bobadilla in Dortmund zur Verfügung stehen wird. Und auch im Falle Marco Reus gab Frontzeck grünes Licht: »Einem Einsatz steht nichts im Wege«
Mit wem Gladbachs Coach ansonsten rechnen kann, weiß er noch nicht so ganz genau. Schließlich waren einige Nationalspieler unterwegs und kehren erst im Verlauf des Donnerstag zurück nach Mönchengladbach. Zwar scheinen alle ihre Einsätze unbeschadet überstanden zu haben, doch der Trainer will auf jeden Fall mit jedem ein Gespräch führen.
Michael Bradley für die USA, Karim Matmour für Algerien, Roberto Colautti für Israel und Logan Bailly für Belgien absolvierten jeweils ein Länderspiel über die volle Distanz. Dazu waren Tony Jantschke (eine Halbzeit) und Fabian Bäcker (90 Minuten) bei der U-20 Nationalmannschaft im Einsatz.
So musste Michael Frontzeck die Trainingswoche »mit einer überschaubaren Gruppe« absolvieren. Der 45-Jährige war dennoch zufrieden und bescheinigte »ein Training auf gutem Niveau«.
Für den Auftritt beim BvB sieht Frontzeck seine Mannen gerüstet. »Ein großes Spiel vor einer großen Kulisse«, erwartet Frontzeck. Im vermeintlich schönsten Stadion Deutschlands herrscht bekanntermaßen eine ganz besondere Atmosphäre. »Man soll das mit der Kulisse nicht zu hoch hängen«, beschwichtigte Frontzeck, der persönlich weniger gute Erinnerungen an sein letztes Spiel im Westfalenstadion hat.
Als Trainer von Bielefeld ging er mit seiner Mannschaft in Dortmund mit 0:6 unter. »Ein skurriles Spiel. Zur Halbzeit steht es 0:0 und Bielefeld war besser. Dann gibt es sechs Gegentore, was letztlich zur ‚glorreichen‘ Entscheidung führte, mich einen Tag vor Saisonschluss zu entlassen«, erinnert sich Frontzeck. Doch für ihn ist das Schnee von gestern: »Mein Blick für das Stadion ist nicht getrübt«, freut er sich auf das Auswärtsspiel.
Dass es für die Gladbacher Borussen keine leichte Aufgabe wird, versteht sich von selbst. »Dortmund spielt eine gute Saison und sie werden versuchen, weiter unter den ersten fünf zu bleiben. Für uns ist es eine schwierige Partie, doch wenn wir an die Leistung von Hoffenheim anknüpfen und einen Tick drauflegen, ist etwas drin«.
Und das vielleicht vor einem rappelvollen Gästeblock im Westfalenstadion. Noch 1.500 Karten sind zu haben, davon 1.000 für den Gästebereich. Ein Flutlichtspiel ohne die unmittelbaren Zwänge des Existenzkampfes ist trotz angekündigter Temperaturen um den Gefrierpunkt sicher nicht die schlechteste Unterhaltung für den frühen Samstagabend.