Dienstag, 02. März 2010 - 07:30 Uhr

Logan Bailly: Ein ruhiger Nachmittag für Borussias Keeper, der in der ersten Halbzeit vor allem mit der Sonne zu kämpfen hatte. Nachdem er bei einer Flanke geblendet wurde, behalf er sich mit der Kappe des Fanbeauftragten. Bailly zeigte eine gute Reaktion nach einem Cissé-Schuss aus Abseitsposition und bewältigte die weiteren Aufgaben ebenso zuverlässig. Beim Gegentor war der 24-Jährige machtlos. In der Schlussphase rettete er mit einem starken Reflex gegen Idrissou und verhinderte so eine gänzlich unverdiente Niederlage. Note 2,5.
Tobias Levels: Der Rechtsverteidiger verfügt mittlerweile über soviel Selbstvertrauen, dass er sogar mit dem Aussenrist die Stürmer bedienen will. Das klappte jedoch nur einmal. Hinten gewohnt aufmerksam und bissig, rettete einmal richtig gut gegen Caligiuri nach einem langen Ball. Ein paar Zweikämpfe an der Grenze zum Erlaubten wurden vom Schiedsrichter kategorisch gegen Levels ausgelegt, so dass er in der Summe einige Freistöße zu viel produzierte. Im Spiel nach vorne nicht so energisch wie noch in den letzten Partien. Insgesamt waren seine Vorstöße etwas zu zögerlich. Note 3,5.
Roel Brouwers: Der Niederländer wird langsam aber sicher zum Phänomen. Erkannte die Lücke vor dem 1:1 und lief energisch ein, um die Maßflanke von Arango wuchtig und kompromisslos zu verwerten. Ansonsten war der 28-Jährige hinten aufmerksam, ohne von den weitestgehend harmlosen Freiburgern vor wirkliche Probleme gestellt zu werden. Im Spielaufbau in der ersten Halbzeit wie die gesamte Hintermannschaft sehr langsam. Dafür mit einer sehr hohen Passsicherheit – nur ganz selten spielte Brouwers einen Mitspieler falsch an. Note 3,0.
Dante: Im Zusammenspiel mit Brouwers hatte der Brasilianer die Freiburger Offensivabteilung im Griff. Die Zweikampfstatistik weist Dante mit 100% aus (5 von 5 gewonnen). In das entscheidende Duell kam er allerdings erst gar nicht. Beim Gegentreffer verschätzte er sich völlig und sprang kaum hoch. Das war schon ein halber Blackout, den man vom 26-Jährigen nicht erwarten durfte. Ansonsten im Aufbau mit zwei, drei misslungenen Versuchen, darüber hinaus jedoch solide. Pech hatte er gegen Ende der ersten Halbzeit bei einem Kopfball nach einer Ecke. Note 4,0.
Filip Daems: In der Abwehr wenig gefordert, konnte sich der Kapitän einige Male mit einschalten. Er lief mehrmals schnurstracks nach vorne und kam sogar bis zur Grundlinie durch, eine gefährliche Flanke kam allerdings nicht dabei heraus. Einige Male drehte er sich am Ball gut vom Gegenspieler weg. Insgesamt wirkte Daems etwas stabiler als zuletzt, allerdings spielte er einige Pässe auf Kollegen, die eigentlich zugedeckt waren und so in größte Schwierigkeiten gerieten. In der Schlussphase in der Vorwärtsbewegung mit einem Ballverlust – und anschließendem arg großen Wendenkreis -, der zur Chance von Idrissou führte. Note 3,5.
Marcel Meeuwis: Der Niederländer hatte in der ersten Halbzeit zwei Ballverluste, die für Gefahr vor dem eigenen Tor sorgten. Zunächst übersah er den Mann in seinem Rücken, danach wurde er unter Bedrängnis von Daems angespielt und konnte die Situation nicht mehr lösen. Der 29-Jährige hielt sich hauptsächlich hinten auf, antizipierte ein paar Mal gut und unterband mögliche Konteransätze. Bei der Flanke zum 0:1 kam er allerdings zu spät, direkten Zweikämpfen ging er weitestgehend aus dem Weg. Im Aufbauspiel beteiligte er sich an den eher trägen Kombinationen. Dabei spielte er viele Sicherheitsbälle und suchte (zu) selten eine vertikale Variante. Wurde als 6er ‚geopfert‘, als nach dem Rückstand auf Raute umgestellt wurde. Note 3,5.
Michael Bradley: Der Amerikaner übernahm wieder den offensiveren Part der ‚Doppel-6‘ und ging weite Wege. Dabei viel auf Ballhöhe, jedoch oftmals etwas hektisch. Er versuchte zumindest mal steil zu spielen, doch die Pässe waren zu optimistisch und ungenau. Der 22-Jährige schloss einige Male gut mit an, zielte mit links einmal über das Tor und hatte im zweiten Durchgang Pech, dass sein Schuss noch vor der Linie geklärt wurde. Nach der Umstellung als alleiniger 6er unterwegs, wobei er auch hier den Weg in die Spitze suchte. Das ging in der ein oder anderen Situation zu Lasten der defensiven Ordnung. Note 3,5.
Marco Reus: Aktiv und mit einigen Dribblings, die im dichten Geflecht des Freiburger Defensivverbunds für Verwirrung sorgten. Tückisch seine Beinschüsse, die er oft als bewusstes Mittel einsetzte. Der 20-Jährige tauschte schon früher als sonst üblich mit Arango zeitweise die Seite. Ein guter Linksschuss wurde abgewehrt, seine Eckbälle waren fast durchweg gefährlich. Auch wenn im Kombinationsspiel nicht alles gelang, so war Reus ein belebendes Element. Nach den Auswechslungen agierte er hinter den Spitzen und machte das sehr ordentlich. Auffällig, dass ihm sogar zwei gute Kopfballvorlagen gelangen. Hielt die 90 Minuten durch, obwohl später eine Innenbanddehnung diagnostiziert wurde. Note 3,0.
Juan Arango: Der beste Fußballer auf dem Platz war an diesem Nachmittag auch der beste Feldspieler der Borussen. Herausragend, mit welcher Selbstverständlichkeit er die Situationen erkennt und direkt handelt. ‚Zweite Bälle‘ verarbeitete er fast immer sofort weiter – ein echter ‚One-Touch-Player‘. Selbst wenn einige Pässe nicht ankamen, so steckte doch hinter fast jedem Versuch die richtige Idee. Der Venezolaner ging nicht blind, sondern immer überlegt ins Dribbling. Stark, sein 30-Meter-Freistoß, herrlich sein punktgenauer Assist für Brouwers. Auch in der Rückwärtsbewegung wieder deutlich aufmerksamer als in seiner Anfangszeit bei Borussia. Als Daems ganz nach vorne stürmte, sicherte Arango hinter ihm ab. Note 2,5.
Roberto Colautti: Kam diesmal nicht so gut wie sonst in die Zweikämpfe und konnte nur wenig Bälle behaupten. Der 27-Jährige gab zwar die meisten Torschüsse aller Borussen ab, doch nur einer war wirklich gefährlich. Hier zog er nach Vorarbeit von Bobadilla mit links ab und machte eigentlich nichts falsch, doch Pouplin reagierte stark. Ansonsten eher eine blasse Vorstellung des gebürtigen Argentiniers, der auch in den Spielfortsetzungen nicht so effektiv war wie zuletzt. Die Auswechslung nach 65 Minuten kam daher nicht überraschend. Note 4,5.
Raúl Bobadilla: Beteiligte sich in der ersten Halbzeit einige Male an direkten Doppelpässen und setzte sich sehr gut durch, bevor er Colautti zu dessen bester Chance bediente. Nach der Pause startete er furios mit einem Schuss ans Außennetz und einem fein gezirkelten Ball in Richtung Winkel, den Pouplin glänzend parierte. Dazu gelang Bobadilla noch eine richtig gute Flanke von der linken Seite. Darüber hinaus missglückten einige Dribblings, die allerdings von vorneherein aussichtslos schienen. In diesen Aktionen legt der 22-Jährige etwas zu viel Aktionismus an den Tag. Dazu versprangen ihm einige Bälle, als er gar nicht unter Bedrängnis war. Seine letzter Schuss landete auf dem Tornetz – hier war mehr drin. Note 3,5.
Rob Friend: Mit dem Kanadier kam eine deutliche Präsenz ins Offensivspiel. Nun konnten lange Bälle gespielt werden, die Friend fast ausnahmslos sichern und weiterverarbeiten konnte. Aus solch einer Situation entstand der Ausgleich und auch zur Riesenchance von Matmour legte Friend mustergültig auf. Freiburg hatte kein Mittel gegen den 29-Jährigen, der allerdings bei seiner eigenen Möglichkeit am Ende in Rücklage über den Kasten köpfte. Ohne Note.
Karim Matmour: Brachte einen Temposchub ins Spiel der Borussen, doch wie so oft fehlte in seinen Aktionen die letzte Zielstrebigkeit. Auch wenn er bei seiner Großchance nicht ganz ideal stand, so gibt es keine zwei Meinungen: der Schuss aus elf Metern nach Ablage von Friend musste zwingend ein Tor sein. Ohne Note.