Samstag, 27. Februar 2010 - 17:29 Uhr

Borussias Trainer Michael Frontzeck bot gegen den SC Freiburg wie erwartet die gleiche Elf auf, die am letzten Wochenende bei 1899 Hoffenheim ein 2:2 erreichte.
Frontzeck hatte ein »zähes Spiel« angekündigt und der 45-Jährige hatte damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Freiburg zog sich im 4-4-2 sehr weit in die eigene Hälfte zurück und machte die Räume eng. Die Borussen suchten die Lücken im Freiburger Beton, fanden sie jedoch zunächst nicht.
Es fehlte etwas an Tempo in den Angriffsbemühungen der Borussen, die andererseits die Ruhe behielten und sich nicht aus der Ordnung locken ließen. Die Fohlen erspielten sich nicht viele Torchancen, doch es gab dennoch einige gute Gelegenheiten, um in Führung zu gehen. Zunächst war es Marco Reus, der von rechts vor den Strafraum zog und aus 17 Metern einen Aufsetzer auf das Freiburger Tor zirkelte. Keeper Pouplin lenkte den Ball mit Mühe um den Pfosten (17.).
In der 26. Minute scheiterte Roberto Colautti nach gutem Zuspiel von Bobadilla an Pouplin, der gegen den Schuss des israelischen Nationalspieler hervorragend reagierte. Und elf Minuten später war der Freiburger Keeper wieder zur Stelle, als er einen Dante-Kopfball nach Reus-Ecke aus dem Eck holte. Nicht eingreifen musste Pouplin nach einem Schuss von Bradley von halblinks, der knapp am Tor vorbei ging (44.). Dagegen war er kurz vor dem Pausenpfiff nochmals gefordert, als Arango es mit einem Freistoß versuchte. Pouplin, mit Abstand der beste Freiburger, wehrte erneut erfolgreich ab.
Freiburg hatte bis auf einen Schuss von Idrissou, der nach einem Ballverlust von Meeuwis über das Tor zielte (22.), offensiv nicht viel zu bieten. So ging es für die Breisgauer mit einem schmeichelhaften torlosen Remis in die Kabinen.
Die Borussen kamen mit Schwung aus der Pause und hatten durch Bobadilla zwei gute Gelegenheiten. Zunächst traf der Argentinier nach Zuspiel von Daems aus spitzem Winkel ans Außennetz (47.), dann scheiterte er mit einem Klasse-Schuss aus 16 Metern halblinks am hervorragend reagierenden Pouplin (49.).
Der VfL schien also auf dem richtigen Weg zu sein, wurde jedoch in der 56. Minute eiskalt erwischt. Es segelte eine Flanke in den Gladbacher Strafraum, Dante verschätzte sich ganz böse gegen Cissé, dessen Kopfball im Eck landete. Freiburg führte 1:0 und niemand konnte erklären, warum.
Die Gladbacher wirkten kurz angeschlagen und es dauerte ein wenig, bis sie wieder in die Spur fanden. Los ging es mit einem Schuss von Bradley, den Bastians für seinen bereits geschlagenen Torwart vor der Linie klärte (63.). Zwei Minuten später folgte ein Doppelwechsel beim VfL. Friend und Matmour kamen für Colautti und Meeuwis und das System auf ein 4-4-2 mit Raute umgestellt. Marco Reus übernahm die zentrale offensive Position im Mittelfeld und insgesamt ging nun nochmal ein Ruck durch die Mannschaft.
Das Tempo wurde weiter erhöht und die Bemühungen schließlich auch honoriert. Nach einer Flanke von Arango wuchtete Brouwers das Leder aus acht Metern per Kopf in den Winkel (73.).
Der Ausgleich war hoch verdient und nun hatte man den Eindruck, als ob der VfL das Spiel noch komplett drehen könnte. Nach Flanke von Bobadilla köpfte Matmour vorbei (78.), eine Minute später hätte der Algerier den Siegtreffer zwingend erzielen müssen. Nach Ablage von Friend kam Matmour am Elfmeterpunkt völlig frei zum Schuss, setzte die Kugel jedoch am Tor vorbei.
Der Matchball wurde also vergeben und auch Bobdialla konnte nach erneuter Ablage von Friend das Tor nicht erzielen. Sein Schuss landete auf dem Tornetz (84.).
Der VfL versuchte in der Schlussphase alles, konnte sich jedoch offensiv nicht mehr wirklich durchsetzen und offenbarte hinten einige krasse Abstimmungsschwierigkeiten. Die Freiburger hatten noch sehr gute Kontergelegenheiten, ließen diese ebenfalls liegen. So blieb es am Ende beim 1:1-Remis. Die Borussen hätten sicherlich den Sieg verdient gehabt, doch aufgrund der mangelhaften Chancenverwertung muss man sich letztlich mit diesem Punkt zufrieden geben.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Daems – Meeuwis (65. Friend), Bradley – Reus, Arango – Colautti (65. Matmour), Bobadilla
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Neustädter, Jaurès, Jantschke, Hermann
SC Freiburg: Pouplin – Krmas (76. Cha), Barth,Toprak, Bastians - Banovic, Makiadi (80. Schuster) – Caligiuri (76. Bechmann), Jäger – Idrissou, Cissé
Tore: 0:1 Cissé (56.), 1:1 Brouwers (73.)
Gelbe Karten: Matmour - Pouplin
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Zuschauer: 40.419