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Borussias Trainer Michael Frontzeck: »Das Ergebnis ist ein Witz«

»Absolut kein Vorwurf an die Mannschaft«

Marc Basten

Sonntag, 07. Februar 2010 - 23:07 Uhr

Der Frust saß ganz schön tief bei Borussias Trainer Michael Frontzeck nach dem 0:1 in Mainz. Wie immer analysierte der Coach die Partie äußerst sachlich, doch der Ärger über eine Niederlage, die so unnötig war wie ein Kropf, konnte Frontzeck nicht verhehlen.

Welch ein Frust für Marco Reus und die Borussen. Sie waren das bessere Team und mussten dennoch ohne Punkte nach Hause fahren. (Foto: Olaf Kozany / TORfabrik.de)
Welch ein Frust für Marco Reus und die Borussen. Sie waren das bessere Team und mussten dennoch ohne Punkte nach Hause fahren. (Foto: Olaf Kozany / TORfabrik.de)

»Eigentlich ist das Ergebnis ein Witz«, befand Michael Frontzeck nach der Partie in Mainz. Man merkte ihm an, dass er am liebsten irgendwo seinen Ärger losgeworden wäre, doch der 45-Jährige ist Profi genug, auch eine solche Partie sachlich zu analysieren.

Schließlich konnte man weder ihm noch seinen Spielern wirkliche Vorhaltungen machen. Das Team war hervorragend auf die Spielweise der Tuchel-Truppe eingestellt. »Wir haben uns auf die Mainzer Aggressivität und das Pressing auf unsere Außenverteidiger bewusst vorbereitet«, erklärte Frontzeck. »Ich bin erfreut, wie die Mannschaft das umgesetzt hat. Wenn du mit einer anderen Einstellung hier rein gehst und willst nur Fußball spielen, kannst du böse auf die Schnauze fallen«.

Das haben Gladbacher Mannschaften in den vergangenen Jahren in Mainz zur Genüge erfahren müssen. Diesmal war es anders. Die Borussen bekämpften die Mainzer mit deren Mitteln, ließen sich nicht den Schneid abkaufen und bestimmten darauf aufbauend das Geschehen auf dem Platz. »Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht«, sagte Frontzeck. »Drei, vier 100%ige Torchancen die nicht zufällig, sondern aus einer Kombination heraus entstanden sind«, hatte der Coach für sein Team gezählt. »Leider haben wir sie nicht genutzt und mussten dann dieses unglückliche Gegentor vor der Pause hinnehmen«.

»Danach konnte Mainz noch tiefer stehen und auf Konter spielen«, so Frontzeck weiter. »Dennoch haben wir wir die Spielkontrolle nicht verloren und sind bis zur letzten Sekunde drin geblieben. Auch in der zweiten Halbzeit gab es drei, vier Situationen, wo wir durchaus ein Tor machen konnten«.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass man vieles, ja sogar fast alles richtig gemacht hat. Bis auf die Chancenverwertung. Besonders tat sich hierbei Raúl Bobadilla hervor, der nach seiner Gala gegen Bremen vor einer Woche diesmal gleich mehrfach in aussichtsreicher Position scheiterte. »Raúl wird nicht immer so einen Tag haben wie gegen Bremen«, nahm Frontzeck den Argentinier in Schutz. »Aber wie er sich heute bewegt hat, teilweise zwei, drei Spieler der Mainzer aus dem Spiel genommen hat, das hat mir wieder sehr gut gefallen. So lange der Raúl auf dem Platz war, hat er für Unruhe gesorgt«.

»Das ist eine sehr bittere Niederlage, doch ich kann der Mannschaft insgesamt absolut keinen Vorwurf machen. Natürlich kommt auf einem solchen Platz unter Bedrängnis mal ein Stockfehler vor. Doch nach dem Spielverlauf wäre sogar ein Punkt zu wenig, eigentlich hättest du hier gewinnen müssen. Doch es hat nicht sollen sein«.

»Von daher gilt es, nicht lange bei diesem Spiel zu verharren, sondern ganz einfach den Kopf für das Spiel gegen Nürnberg frei zu kriegen«, so Frontzeck, der trotz der Niederlage die positive Tendenz bestätigt sieht. »Seit der zweiten Halbzeit gegen Bochum stimmt die Spielleistung«, konstatierte er.

»Jetzt gilt es ‚Mund abputzen‘ und Freitag gegen Nürnberg wieder alles in die Waagschale zu werfen«, gab Frontzeck das Motto aus. Gegen die Franken wird er auf Tobias Levels verzichten müssen, der in Mainz die 5. Gelbe Karte sah. Eine Lösung, wie er den Ausfall von Levels kompensieren will, hat Frontzeck »schon im Kopf«. »Aber ich werde da noch ein paar Nächte drüber schlafen«.

Bis dahin wird dann auch der Ärger über die Niederlage in Mainz verarbeitet sein ...

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