Montag, 01. Februar 2010 - 08:35 Uhr
»In keiner Phase war ich ruhig, auch nach dem zwischenzeitlichen 4:1 nicht«, gab Michael Frontzeck nach dem turbulenten Spiel gegen Werder Bremen freimütig zu. Schließlich war niemandem entgangen, dass Werder trotz der kuriosen Abwehrarbeit das fußballerisch überlegene Team war. »Bremen hatte 67% Ballbesitz und schon deshalb bin ich überglücklich, dass wir das Spiel heute gewonnen haben«.
Der Grundstein für den Sieg wurde vor der Pause gelegt. »In der ersten Halbzeit haben wir nahezu perfekt gekontert und die Räume optimal genutzt«, freute sich Frontzeck. »Bremen steht für attraktiven Fußball, sie wollen immer nach vorne spielen. Sie sind sehr offensiv ausgerichtet und so boten sich für uns natürlich Räume, die wir nutzen konnten«.
Dabei legte Frontzeck Wert auf die Feststellung, dass die Tore keinesfalls Zufallsprodukte waren. »Das sind Dinge, die wir immer wieder ins Training einfließen lassen, damit gewisse Automatismen stattfinden. Die haben heute perfekt gegriffen. Vor allem Bobadilla und Reus sind immer wieder in diese Nahtstellen eingedrungen«.
Während die Mannschaft im ersten Durchgang mit einer gnadenlosen Effektivität im Konterspiel glänzte, sah es hinten zeitweise höchst kriminell aus. »Wir standen viel zu tief, das hat mir überhaupt nicht gefallen«, monierte Frontzeck. »Es hängt sicher auch mit der Qualität der Bremer zusammen und man kann gegen sie nicht alles verhindern, doch wir haben uns zu weit zurück drängen lassen. Je tiefer du stehst, desto mehr Möglichkeiten haben sie mit ihren quirligen Spielern auf engem Raum«.
Ein gewisses Verständnis brachte Frontzeck für seine Mannen auf. »Ich kann das irgendwie nachvollziehen. Du meinst, es sei der richtige Weg, diese wendigen Spieler lieben einen Meter tiefer zu verteidigen. Doch das ist natürlich falsch«.
Schon nach dem 4:1 hatte Frontzeck ausgemacht, dass Abwehrchef Dante seine Kollegen etwas nach vorne schieben wollte. In der Halbzeit leitete der Coach dann entsprechende Korrekturen ein, die im zweiten Durchgang umgesetzt wurden. »Wir standen deutlich höher und machten es dann so, wie ich es mir vorgestellt habe«, freute sich Frontzeck.
»Ich habe kaum richtig klare Chancen für Werder gesehen«, so Frontzeck weiter. Da jedoch die Offensivabteilung nun nicht mehr an die anfängliche Effektivität anknüpfen konnte, blieb es weiter spannend. »Wir hatten drei, vier sehr gute Möglichkeiten und damit wäre der Sack zu gewesen. So haben wir Bremen mit den zwei Toren Unterschied immer noch im Spiel gelassen und man musste immer die Angst haben, dass noch einer reinrutscht«.
Nach dem Elfmeter (Frontzeck: »Logan hat gesagt, er habe Marin nicht berührt«) wurde es nochmal richtig kribbelig, doch am Ende stand der erste dreifache Punktgewinn in der Rückrunde fest. »Unter dem Strich war es verdienter Sieg«, resümierte Frontzeck. »Werder Bremen ist eine Spitzenmannschaft, die im Moment einige Probleme hat und die haben wir ausgenutzt«.
Bei seinem eigenen Team hat Frontzeck weitere Fortschritte ausgemacht. »Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt. Gegen Hoffenheim waren wir dominant, führten 2:0 und verloren am Ende mit 2:4. Mit einer ähnlichen Situation sind wir gegen Bremen ganz anders umgegangen«.
Auch deshalb blickt der Trainer mit Optimismus auf den nächsten Sonntag. »Wir können mit Selbstvertrauen nach Mainz fahren, auch wenn wir wissen, dass Mainz zu Hause noch ungeschlagen ist. Das ist eine neue Herausforderung für uns. Die lässt es sich mit vier Punkten aus den drei Spielen der Rückrunde wesentlich leichter angehen«.
Zwei Tage gab Frontzeck den Bremen-Bezwingern frei, dann wird man sich mit aller Konzentration der nächsten Aufgabe in Mainz widmen ...