Donnerstag, 28. Januar 2010 - 14:14 Uhr

Deutschland zittert sich in diesen Wochen durch den bitterkalten Winter. Auch in Mönchengladbach ist es ungemütlich, doch die Arbeit auf dem Fußballplatz leidet nicht darunter. »Trotz der Witterungsverhältnisse war es eine gute Trainingswoche«, resümierte Borussias Trainer Michael Frontzeck am Donnerstag.
Der 45-Jährige sieht seine Mannschaft gewappnet für das Duell gegen Werder Bremen. Zumal sich im Sturm mit der wahrscheinlichen Rückkehr von Rob Friend neue Alternativen ergeben. Der Kanadier absolvierte am Dienstag ein Einzeltraining und machte gestern mit der Mannschaft eine Einheit, in der es allerdings nur um den Torabschluss ging. Nach dem heutigen regenerativen Training wird Friend morgen das Abschlusstraining mitmachen und dann wird eine endgültige Entscheidung getroffen. Michael Frontzeck ist optimistisch: »Es sieht ganz gut aus und er steht wahrscheinlich im Kader«.
Eher weniger ist damit zu rechnen, dass Friend direkt in die Startelf stößt. »Der Weg für ihn direkt anzufangen ist natürlich ein wenig länger«, sagt Frontzeck. Der Coach will zunächst abwarten, in welchem Zustand sich Friend bis Samstag präsentiert. »Selbst ihn auf der Bank zu haben, wäre schon erfreulich«.
Nach momentanem Stand dürfte es also auf die erste Elf von Berlin hinauslaufen. So ließ Frontzeck auch am gestrigen Mittwoch in der 11 gegen 11-Spielform trainieren. Dort zeigte sich Roberto Colautti treffsicher, während in der ‚B-Elf‘ vor allem die Youngster Fabian Bäcker und Patrick Herrmann wirbelten.
Besonders im Fokus steht weiterhin Raúl Bobadilla, der weiter auf seinen zweiten Saisontreffer wartet. »Er ist sehr bemüht, geht keinem Zweikampf aus dem Weg und hat die volle Unterstützung von mir«, stellt sich Michael Frontzeck hinter den Argentinier. Vor allem, weil langsam aber sicher ein gewisser Lernprozess erkennbar ist. »Er zeigt mir, dass er lernen will und das hat er auch schon gemacht«, so Frontzeck, der sich auch vom Publikum »Unterstützung für den Jungen« erhofft.
Gegen Bremen wird diese Unterstützung nicht nur Bobadilla benötigen. Zwar sind Hanseaten so etwas wie Borussias Lieblingsgegner im heimischen Stadion (23 Heimspiele hat der VfL gegen Werder gewonnen – so viele wie gegen keinen anderen Bundesligisten) und aktuell befindet sich Bremen mit vier Niederlagen in Folge in einer Krise, doch die Klasse der Mannschaft ist unbestritten. »Thomas Schaaf war Anfang der Woche nicht bei der Trainertagung. Daran merkt man, dass dort derzeit nicht alles glatt läuft«, sagt Michael Frontzeck. »Bremen ist momentan sicher nicht in der einfachsten Phase. Ich lasse mich aber weder von dem einen noch dem anderen beirren«.
Mit Özil, Marin, Pizarro und Hunt hat Bremen »gerade offensiv eine Qualität, die in der Bundesliga Ihresgleichen sucht«, so Frontzeck. Von daher gilt für seine Mannschaft das bekannte Rezept: »Wir sind von der mannschaftlichen Geschlossenheit gefordert, da gegen zu halten. In Berlin haben wir gut gegen den Ball gespielt. Das muss auch gegen Bremen so sein«.
Dass es am Samstag zu einem Wiedersehen mit Marko Marin kommt, interessiert Michael Frontzeck nur am Rande: »Ich wünsche Marko alles Gute, aber ich befasse mich mit meiner Mannschaft«. Doch vielleicht könnte die Rückkehr von Marin in den Borussia-Park noch ein paar Zuschauer mobilisieren. Bislang sind 46.600 Tickets verkauft und somit gibt es noch genügend Platz im Park. Da der Erlös der Karten den Erdbebenopfern von Haiti zugute kommt, erfüllt der kurzfristig entschlossene Besucher sogar noch einen guten Zweck ...